Koreanische Nutzer stärken Kazaa & Co.
P2P-Netze: Wachstum trotz Krise
Janko Röttgers
Plattenfirmen siegen vor Gericht, Tauschbörsen-Betreiber suchen verzweifelt nach neuen Geschäftsmodellen. Ihre Nutzer lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie tauschen fleißig weiter und zeigen sich bei der Wahl der Netzwerke äußerst flexibel.
Im Oktober griffen nach Angaben der P2P-Marktforschungsfirma BigChampagne durchschnittlich rund 9,1 Millionen Nutzer zeitgleich auf die großen P2P-Netze zu. Dies entspricht einem Wachstum von 32 Prozent gegenüber dem Oktober letzten Jahres. In den USA kam es demnach zu einem leichten Rückgang der Tauschbörsen-Nutzung. Im September 2005 griffen noch weitere 300.000 Nutzer auf Kazaa & Co. zu.
Allzu lange dürften sich die Plattenfirmen jedoch nicht über derartige Zahlen freuen. Anfang November wuchs die Zahl der Fasttrack- und Edonkey-Nutzer praktisch über Nacht abermals erheblich an. So kommen beide Netzwerke laut Slyck.com derzeit zusammen auf etwa 6,8 Millionen Nutzer. Im Oktober lag diese Zahl noch bei 5,6 Millionen Nutzern.
Grund für das rasante Wachstum ist offenbar die Einstellung der koreanischen Tauschbörse Soribada. Das Abwandern von mehr als einer Millionen Soribada-Nutzern zeigt, dass P2P-Fans sehr flexibel sind. Sobald ein Angebot geschlossen wird, machen sie einfach woanders weiter.
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