Unternehmen reagiert auf Medienrummel

Music Markt: Sony BMG stoppt Produktion von XCP-CDs

Sony BMG hat die Produktion von CDs mit dem Kopierschutz XCP gestoppt. Damit reagiert das Unternehmen auf die negative Presse rund um die DRM (Digital Rights Management)-Software.

Wird eine XCP-geschützte Musik-CD auf dem Computer abgespielt, installiert sich automatisch eine Software auf dem Rechner. Die "Rootkit" genannte Software-Art wird vorwiegend bei Ad- und Spyware genutzt, um Verbindungen zu fragwürdigen Internetseiten herzustellen. Bei Sony ist das kleine Programm Teil des Kopierschutzes für Audio-CDs.

Werbung

Will man das Rootkit deinstallieren, wird das CD-ROM-Laufwerk unbrauchbar - die Sony-Software hackt sich in dessen Treiber. Sony BMG reagierte auf die Pressemeldungen über das enttarnte DRM und versprach eine Software, mit der man das Rootkit entfernen könnte.

Hacker nutzte Sony-Rootkit

Mittlerweile hatten jedoch einige Antiviren-Software-Hersteller das Sony-DRM als Trojaner klassifiziert und ergänzten ihre Programme mit entsprechenden Entfernungstools. Auch der Chef des US-Heimatschutzes sprach Sony BMG gegenüber eine Warnung aus. Und schließlich nutzte auch noch ein Hacker Sonys Rootkit, um seinen Trojaner unerkannt auf den Rechnern seiner Opfer zu verstecken.

Dem immer größer werdenden Druck in den Medien gab Sony BMG jetzt nach. Zumindest zeitweise steht die Produktion der kopiergeschützten CDs still. Immer noch unverständlich: Betroffene Verbraucher, die sich das DRM bereits eingefangen haben, bekommen die von Sony bereitgestellte Entfernungssoftware für XCP nur auf persönliche Anfrage beim Sony-Support. Hier wäre sicherlich ein unkomplizierter Download von einer Webseite aus angebracht.

Kommentieren