Netzwelt klärt auf, woran es liegt

Verkehrte Netzwelt: Warum der Rechner immer zu langsam ist

Wie sah Ihr erster Computer aus? Erinnern Sie sich. Ein Amiga vielleicht, ein PC mit MS-DOS und Windows 3.1.1 vielleicht? Gehören Sie zu den Experten, deren Computer-Karriere mit einem C64 ihren Anfang nahm oder sind Sie einer der Menschen, die erst mit dem ersten Aldi-PC und Windows 95 den Einstieg fanden? So oder so werden Sie etwas festgestellt haben: Der Computer ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu langsam. Immer. Für alles. Netzwelt klärt auf, woher dieser Effekt kommt.

Word-Einstellungen
Wer blickt da noch durch?

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Früher war alles besser - oder?
  2. 2Immer irgendwie langsam
  3. 3Schluck, du Luder!
  4. 4Überfrachtet und lahm
  5. 5Leistungsfresser im Büro
  6. 6MS-DOS war schneller
  7. 7Erfolgreich dank grafischer Oberfläche
  8. 8Das Office-Problem
  9. 9Nichts für Amateure: Word beruhigen
  10. 10Blink, Blitz, Klicki-Bunti-Kram

Es ist ein Naturgesetz: Kaum ist ein Elektronik-Teil gekauft, ist es auch schon veraltet. Egal ob PC, Handy, Digitalkamera oder Monitor: Immer stehen bereits Nachfolger in den Startlöchern, die Produktzyklen sind ultrakurz, ständig gibt es neue Geräte, die noch mehr können und dabei günstiger sind. Egal, was man macht, man hat immer die alte Generation in der Hand. Und jedesmal schaut man neidisch auf die, die sich mit dem Kauf noch eine Woche gedulden konnten und die bessere Hardware für das gleiche Geld abgestaubt haben.

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Früher war alles besser - oder?

Ein Blick zurück ins Jahr 1995. MP3 war zwar schon erfunden, doch benutzt hat es niemand. Auch Videos waren eher eine Randerscheinung auf dem PC, die hauptsächlich im klassischen MS-Video-Format und in Briefmarken-Größe als Beipacker auf multimedialen Heft-CD-ROMs zu finden waren. CD- oder gar DVD-Brenner? Fehlanzeige, für die Sicherung mussten Disketten herhalten. Wer das nötige Kleingeld hatte, kaufte ZIP-Disketten oder einen teuren Streamer - ein sperriges Gerät, das einem Videorekorder nicht unähnlich ist - für den es schon bald keine Bänder mehr zu kaufen gab. Spiele wurden schon auf CDs geliefert, liefen aber grundsätzlich unter DOS. Und Internet eignete sich bestenfalls für Snobs, die zuviel Geld übrig hatten, das sie AOL oder 1&1 in den Rachen werfen konnten, drei Euro plus Telefongebühren für eine Stunde Internet, per Modem oder ISDN.

Von den Datensammlungen heutiger Tage also keine Spur. 1995 reichte ein 386er mit vier Megabyte Arbeitsspeicher und einer Festplatte mit 100 Megabyte. Und mit diesem Rechner ließ sich unter DOS 6.22 und Windows 3.1.1 durchaus gut arbeiten, Word, Excel, alles kein Problem. Zumindest bis Ende des Jahres 1995 Windows 95 erschien, mit Verspätung, schon damals hatte Microsoft so seine Probleme, Veröffentlichungstermine einzuhalten. Mit dem "modernen Betriebssystem" sollte die Computerwelt revolutioniert werden, Umsteiger merkten aber vor allen Dingen eines: Erstens war der alte Rechner schlagartig zu langsam und zweitens konnte die alte Software weitestgehend eingemottet werden, weil sie nicht mehr lief.

Immer irgendwie langsam

Das Problem der ewig langsamen Rechner ist natürlich schon älter, doch Microsoft gab der Entwicklung mit Windows 95 und der Spiele-Schnittstelle DirectX erst den richtigen Dreh. Die Entwicklung beschleunigte sich schlagartig und der PC wurde ein Massengut. Erste Aldi-PCs kamen auf den Markt, womit endgültig klar war, dass jeder, vom Schüler bis zum Rentner, künftig wohl kaum ohne Rechner auskommen würde. Vor Windows 95 war die Triebfeder jedes neuen Hardware-Kaufs der Spieltrieb: Man musste sich einfach einen neuen Rechner kaufen, wenn man Descent, Doom 2 oder Sim City 2000 spielen wollte. Für alle anderen leistete auch der gute, alte 286er noch gute Dienste, denn Word und Excel liefen hier ohne große Probleme.

Dann kam Windows 95 und das Betriebssystem wurde neben den Spielen zur großen Triebfeder für den Kauf neuer Hardware. Denn die grafischen Oberflächen aktueller Betriebssysteme fordern den Rechner oft mehr als viele rechenintensive Anwendungen. Plötzlich konnte man nicht mehr genug Arbeitsspeicher und Festplatte haben, zumal Windows 95, als erstes System auf einer CD geliefert, nicht sonderlich sparsam mit den Ressourcen umging.

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Beiträgeinsgesamt 15 Beiträge

Zwar habe ich auch mit dem C64 angefangen und über den 486 im DOS langsam zum Win95 gekommen. Aber so sehr ich diese Nostalgie teile, so sehe ich es auch kritisch. Was bedeutet das Wort...

Zitat: Immer mehr Müll, der sich anlagert und irgendwann stirbt es. In dem Moment hab ich wehmütig an mein altes DOS 6.22 zurückgedacht. Das Problem an Windows ist der...

Genau. Ich hab Windows gerade wieder neuinstalliert. Das System altert halt. Immer mehr Müll, der sich anlagert und irgendwann stirbt es. In dem Moment hab ich wehmütig an mein altes DOS 6.22 zurückgedacht. Einmal...

Zitat: Danke dir. Das tat gut! Ach, immer wieder gern geschehen! ;-)

Danke dir. Das tat gut!

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