Taschenkinos: Drei tragbare Lichtspielhäuser im Test

Die Festplatten-Alternative: Archos AV700

Völlig andere Wege geht der AV700 von Archos. Das Flagschiff ist eigentlich ein PMP, wildert dank eines sieben Zoll großen Displays, welches in der Diagonalen nur drei Zentimeter kleiner als das der Konkurrenz ausfällt, klar in der gleichen Liga wie Yakumo und Mustek. Wer den AV700 das erste Mal in den Händen hält wird sofort vom edlen Metall-Gehäuse des Players angetan sein.

Im Inneren werkelt wahlweise eine 40 oder sogar 100 Gigabyte große Festplatte. Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten und die großen Festplatten machen den Archos zum vollwertigen Videorecorder, eine Spezialität des französischen Herstellers. Neben Videos spielt das Gerät auch MP3-, WAV- und WMA-Dateien ab, dient dank eingebautem Mikrofon auch als vollwertiges Diktiergerät, und ist unterwegs sogar für das ein oder andere Spielchen gut.

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Archos AV700

Zum Betrachten von Filmen legt man das circa 600 Gramm schwere High-Tech-Spielzeug auf den Schoß, oder man klappt auf der Rückseite einen Metallbügel aus. Auf diese Weise findet der Player auf einem Tisch oder einer ebenen Fläche sicheren Halt und bietet gleichzeitig optimale Sicht auf den Bildschirm. Im Gegensatz zu den beiden DVD-Playern im Test bietet der PMP keinen so großen Blickwinkel auf das Filmgeschehen. Da der Player aber bei weitem nicht so sperrig wie tragbare DVD-Player ist findet man dafür aber schneller die optimale Position.

Da der AV700 die Filme nicht direkt von einer DVD liest kommen die bewegten Bilder vom Fest-Speicher. Das bringt eine Komprimierung der Streifen zwangsweise mit sich, was sich wiederum auf die Bildqualität auswirkt. Bei bestmöglicher Darstellung liefert der Player mit 720 x 576 Pixel, bei 25 Bildern in der Sekunde, eine DVD-ähnliche Bildqualität. Nur bei großen, einfarbigen Flächen fallen leichte Pixel unangenehm ins Auge des Betrachters. Ansonsten bringt der AV700 die Filme gut zur Geltung sodass auch Blockbuster ohne längeren Krankenhausaufenthalt überstanden werden.

Der Klang aus den zwei seitlich angeordneten Lautsprechern reicht auch für mehrere Personen aus. Doch erst mit angeschlossenen Kopfhörern lässt der Archos seine Herkunft als aufgebohrter MP3-Player erkennen. Bei keinem anderen Gerät kann der Klang auf so vielfältige Art und Weise verändert und optimiert werden. So wundert es nicht das der AV700 mit Abstand den besten Klang zum Bild liefert.

Fazit

Das optimale Taschenkino für langweilige Stunden zwischen Flensburg und Freiburg wäre das Gehäuse des Archos, der DVB-T-Empfänger des Mustek und die Bildqualität des Yakumo Traveller. Bis ein Hersteller solch ein Universal-Gerät unters Volk bringt müssen potentielle Käufer sich zwischen echten Nischenbewohnern entscheiden.

Der Yakumo eignet sich gut für die Rücksitzbank im Auto, der Mustek für die Live-Übertragung im Grünen und der AV700 von Archos für stundenlange Videoaufzeichnungen. Auch der Preis für mobilen Filmgenuss geht weit auseinander. Für den Yakumo DVD Traveller 8.0 wechseln circa 180 Euro den Besitzer, für den Mustek müssen trotz schlechter Verarbeitung mindestens 300 Euro investiert werden. Die preisliche Obergrenze in diesem Vergleichstest markiert mit ungefähr 570 Euro der AV700 von Archos. Dafür ist er aber auch am vielfältigsten einsetzbar.

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