ReactOS: Neues Open-Source Windows

Alpha-Versionen stehen jederzeit zum Download

Die Oberfläche

Grafisch gibt sich das Programm bisher spartanisch. Keine optischen Spielereien, wie sie sich Windows XP erlaubt. Diese Bescheidenheit spiegelt sich auch in den Systemanforderungen wieder. Ein 486er und 64 Megabyte RAM reichen aus, um das Betriebssytem zu versorgen. Zum Vergleich: Windows XP verlangt zwar offiziell auch weniger, es sollte allerdings mindestens ein Pentium III mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher sein.

Die Bedienung funktioniert genauso wie bei Windows. Eine Startleiste bringt den Benutzer zu den installierten Programmen und ein Explorer organisiert den Datenaustausch. Die Auswahlmöglichkeit von mehreren Desktops verrät die Verwandschaft mit Linux. Ein großer Teil des Quellcodes stammen aus dem Partnerprojekt Wine, das sich mit einer Anwendung beschäftigt, die Windows-Programme unter Linux zum Laufen bringt.

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Schon seit Beginn der Programmierarbeiten steht der Quellcode jedem Interessenten zum Download zur Verfügung. Auch die ersten Testversionen können im Downloadbereich des Projekts heruntergeladen werden. ReactOS kann derzeit in verschiedenen Versionen getestet werden.

Eine Live-Version kann ganz einfach von CD gestartet werden: ISO laden, brennen und beim Restart lädt sich ReactOS selbst von der CD. Das ganze ohne Einfluss auf die Festplatte zu nehmen - ähnlich wie das Live-Linux Knoppix. Wenn man ReactOS "richtig" installieren möchte, sollte man dem System eine eigene Festplatte spendieren. Ansonsten könnte es Konflikte mit anderen Betriebssystemen geben.

ReactOS ist eben noch in der Alpha-Phase. Eine weiter Variante bietet einen Emulator, der ReactOS aus Windows heraus simulieren kann. Dabei wirkt ReactOS sehr langsam. Das erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf die wirkliche Geschwindigkeit, denn eine Faustregel besagt: Eine Emulation verbraucht etwa dreimal soviel Ressourcen wie die eigentliche Anwendung.

Fazit

Momentan wird hart an der Veröffentlichung der Version 0.3.0 gearbeitet, wann die herauskommen wird ist noch nicht bekannt. Demnach wird auch noch nicht über den finalen Release der Version 1.0 gesprochen, die endlich die Kraft haben soll Microsofts Windows zu ersetzen.

Netzwelt meint: Ein ambitioniertes Vorhaben! Sollte es allerdings gelingen, dann könnte ReactOS den Betriebssysteme-Markt genauso auf den Kopf stellen, wie Firefox den Browser- und Open Office den Bürosoftware-Markt. Wieder einmal wäre das derzeit übermächtige Microsoft der Verlierer.

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