Interview mit dem Entwickler des Fangames "Sehv Tsahno"
"Zu viele Fragen der Hardcore-Fans blieben unbeantwortet"
Alexandra Sorge
netzwelt: Wie groß ist das Team?
Jordan: Mein guter Freund Allen Masterton hat den gesamten Soundtrack komponiert. Das Web-Design, Video, Sound, Modellierung, Texturierung, das Rendern, die Animation und die Programmierung habe ich allein gemacht. Das ist auch der Grund, warum die Entwicklung so lange dauert.
Die Fan-Gemeinde von Sehv Tsahno hat mich glücklicherweise mit beeindruckend viel Support überhäuft. Das ist echt klasse und die ganze Fan-Post motiviert ungemein. Ich habe im Moment etwa 2500 bis 3000 feste Besucher pro Monat [auf der Sehv-Seite] aus den unterschiedlichsten Gegenden der Welt - da kommen acht bis neun verschiedene Sprachen zusammen.
netzwelt: Programmierung, Design, Storyboard - das alles verschlingt eine Menge Zeit. Wie viel Zeit investieren Sie in die Entwicklung, ist das überhaupt mit einem "normalen" Job zu vereinbaren?
Jordan: Als ich mit Sehv Tsahno begonnen habe, arbeitete ich noch Vollzeit in einer Werbeagentur als Webdesigner. Mittlerweile habe ich mich selbständig gemacht und arbeite von zu Hause aus. Kurz nach dem ich Anfang des Jahres geheiratet habe, bin ich mit meiner Frau in einen anderen Staat gezogen - und ich liebe es. Mein eigener Boss zu sein ist toll und gibt mir die Möglichkeit wann ich will an Sehv zu arbeiten.
Sehv Tsahno II
So schaut's aus...So kommt es immer drauf an, wie viel Zeit mir der "Alltag" lässt. Ich versuche immer ein paar Stunden herauszuschlagen, manchmal reicht es aber auch nur für eine Viertelstunde. Meine Familie steht an allererster Stelle, also konzentriere ich mich in erster Linie auf sie. Auf Platz zwei steht meine Arbeit, schließlich muss die Miete bezahlt werden - und so belegt Sehv bedauerlicherweise nur den dritten Platz, wie ein Hobby. Es macht mich wahnsinnig, weil ich das Spiel auf Teufel komm raus fertig kriegen will.
netzwelt: Wie finanzieren Sie das Projekt?
Jordan: Aus eigener Tasche und es ist frustrierend. Ich meine, ich trage das Risiko (und bin auch bereit es zu tragen), dass ich ein "Mini-Spiel" veröffentliche, von dem jeder sagt: "Oh Mann, ist das schlecht!" - Aber hey, ich versuche mein Bestes zu geben. Außerdem hatte und habe ich nicht vor Geld mit der Sache zu verdienen.
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