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07.11.2005
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Große Files, kleine Files

Mac-Filesharing: Acquisition spricht Bittorrent

Michael Knott

Auf dem Mac gibt es zwei Arten von Filesharing-Tools. Die einen sind nichts weiter als eine Oberfläche für im Web zusammengeklaubte Kommandozeilen-Clients, stürzen ständig ab und liefern kaum brauchbare Ergebnisse. Und dann gibt es noch die guten Clients, die sauber programmiert und gut designt ein bisher selten da gewesenes Filesharing-Erlebnis sicherstellen. Manchmal werden sie um neue Netze erweitert.

Bittorrent inklusive

AcquisitionX ist ein Vertreter der letzteren Sorte. Schnell, stabil und sauber programmiert ist der Gnutella-Client das wohl beste Filesharing-Programm für den Mac. Und dank der kontinuierlichen Arbeit der Entwickler darf jetzt nicht nur über Gnutella, sondern auch über BitTorrent getauscht werden. Denn seit Version 123.1 unterstützt AcquisitionX das Bittorrent-Netz.

Interessanterweise ist Bittorrent neben Gnutella das einzige P2P-Netz, das auf dem Mac ordentlich unterstützt wird. Es gibt zahlreiche Clients, die allesamt gut funktionieren. Sogar Azureus und den originalen Bittorrent-Client gibt es für Mac OS X. Warum glauben die Acquisition-Macher also, dass ein weiterer Client nötig ist?

Ein Client, zwei Netze

Der Witz ist jedoch nicht, dass AcquisitionX ein weiterer Bittorrent-Client ist, sondern dass Acquisition dadurch einer der wenigen Clients ist, der sowohl das Bittorrent- als auch das Gnutella-Netz sinnvoll unterstützt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein Client für zwei Netze spart Bandbreite und Rechenzeit, gerade auf den teilweise doch recht schwachbrüstigen Mac-Plattformen ein nicht zu verachtender Vorteil. Außerdem passt es zum Mac-Konzept, ein möglichst übersichtliches Interface mit möglichst vielen Funktionen zu vereinen.

Und die Bittorrent-Maschine funktioniert. Eine Torrent-Datei muss nur ins Programmfenster gezogen werden, der Download startet schnellstmöglich. Gleichzeitig zeigt Acquisition an, wieviele Peers und Seeds sich im Netz befinden. Der Download ist schnell, ähnlich wie beim originalen Bittorrent-Client. Andere Tools wie Azureus leistet hier mehr, sind aber leider auch nicht so sparsam mit der Performance des Rechners, gerade auf älteren Macs ein nicht zu verachtendes Problem.

18 Dollar gegen Registrier-Hinweise

Leider hat AcquisitionX einen großen Nachteil: Es handelt sich um Shareware, das Tool kostet knapp 18 Dollar, zahlbar per Paypal. Wer nicht zahlt, muss mehrmals die Stunde einen Registrierungshinweis wegklicken, was störend ist, aber sich nicht auf die Funktionalität auswirkt. Durch den für ein Filesharing-Tool hohen Preis ist es den Entwicklern allerdings möglich, ständig professionell an der Verbesserung des Programms zu arbeiten. Mit dem Erfolg, dass regelmässige Updates Verbesserungen und Bugfixes bringen - ein Service, auf den die meisten Freeware-Tools verzichten müssen.

Und Acquisition ist für ein Filesharing-Tool überaus benutzerfreundlich. Die übersichtlichen Menüs und Einstellungen machen es selbst Filesharing-Anfängern leicht, sich zurechtzufinden. Auf Wunsch lädt Acquisition Mediendateien in spezielle Ordner, man kann einen extra Ordner für Filme, Bilder und Musik anlegen. Außerdem integriert sich das Tool vollständig mit iTunes: Neue Songs werden direkt in die iTunes-Bibliothek einsortiert, auf Wunsch einer Playlist zugeordnet und danach aus dem Filesharing-Ordner gelöscht. Ist der iPod angeschlossen, landet der Song auch direkt dort.

Schritt in die richtige Richtung

Insgesamt ist die Bittorrent-Unterstützung ein Schritt in die richtige Richtung. Zwar boomt das Gnutella-Netz, seit andere Netze stark von der Musik- und Filmindustrie überwacht werden. Von der Trefferquote eines eDonkey ist das Netz dennoch einige große Schritte entfernt. Gerade große Dateien, komplette Alben oder Filme lassen sich im Gnutella-Netz nur schwer aufspüren und herunterladen. Bittorrent schließt diese Lücke und macht Acquisition zur ersten Wahl für Filesharing-Dienste auf dem Mac.


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maloXP, am 07.11.2005 21:35

BitTorrent ist doch OpenSource? Demnach ist dieses Prog ein GPL-Breaker.
Nebenbei sind Clients für mehrere Netze definitiv netzwerkschädlich:
1. Produktion von zuviel Overhead
2. Aufteilung der Upload-Bandbreite
Bei BT macht das nicht soviel, weil's mehr oder weniger ein Tit-for-Tat-System ist (Ratio 1:1+seeded Data), das Gnutella-Netz wird dadurch jedoch geschwächt. Die Leute sollen sich ja nicht einfallen lassen, das eD2K-Netz zu korrumpieren, wie's schon Shareaza und MLdonkey tun!

Übrigens gibt es auch einen zuverlässigen eD2K-Client für den Mac: aMule (www.amule.org).

Gruß,
malo


ZwiSter, am 07.11.2005 23:11

Leider vermeidet es aber der Programmierer immernoch, darauf hinzuweisen, dass Acquisition ein Frontend für LimeWire ist, und das der gesamte gnutella-Code vom LimeWire-Team stammt, was Lizenzrechtlich sehr bedenklich ist, das LimeWire unter der GPL geschrieben wird: http://limewire.org

Ich bleibe für meinen Rechner bei Phex, seit ich aufgehört habe die Deutsche Übersetzung von Acquisition zu machen (gab es unter http://acquisition.draketo.de ), weil der Programmierer den Übersetzern so gut wie keine Unterstützung gegeben hat und kontinuierlich nach Schlupflöchern der GPL sucht.

Acquisition ist ein klasse Programm, aber nur das Benutzerinterface ist wirklich von dem Programmierer (David Watanabe), und ich hoffe, er wird eines Tages gezwungen es unter die GPL zu stellen, weil er seit Jahren darauf verzichtet seine Benutzer wirklich darüber zu informieren, dass es die LimeWire Engine ist, die die Hauptarbeit macht.


Tweek, am 08.11.2005 12:15

Soweit ich weiß steht der Hinweis auf Limewire in der EULA des Programms. Die öffnet sich beim mounten des Disk-Images. Insofern kann man dem Entwickler vielleicht keine Schuld geben.

Ich persönlich bin Acquisition-Fan, habe sogar eine Lizenz gekauft. Das wohl beste Filesharing-Tool auf dem Mac, das ist jedenfalls meine Meinung.

Das mit der GPL ist allerdings bedenklich, keine Frage.

Ich denke aber nicht, dass das Gnutella-Netz durch eine Kombination von BT und Gnutella-Client geschädigt wird. Da der Download-Ordner sich für BT-Inhalte und Gnutella-Inhalte nicht trennen lässt, werden BT-Sachen für das Gnutella-Netz freigegeben. Das kann dem Gnutella-Netz nur zugute kommen.

Oder irre ich mich da?


Gebuesch, am 21.02.2006 15:31

Hemmungslose Werbung, inklusive verbreitung falscher Tatsachen. "Acquisition" ist eben gerade NICHT wie im Artikel behauptet "keine Oberfläche für einen kommandozeilenclient", sondern nur ein Frontend für Limewire.

Auch die Behauptung, "Ein Client für zwei Netze spart Bandbreite und Rechenzeit" ist an unsinn kaum noch zu überbieten. Wenn zwei Netze bedient werden wollen, braucht man eben auch die Bandbreite für zwei Netze, und wenn die Bandbreite knapp ist, behindern sie sich gegenseitig.

In dieser journalistischen Qualität gehts gerade so weiter. Wie der Autor auf die absurde Idee kommt, dass Anwender freier Software auf "regelmässige Updates Verbesserungen und Bugfixes" verzichten müssten bleibt schleierhaft. Beim Linuxkernel zum Beispiel, beim Webserver Apache oder vielen hundert anderen Softwareprojekten sind Patches ernster Sicherheitslücken typischerweise innerhalb von Tagen bis Stunden verfügbar.

Der Autor ist sich nichtmal zu schade sich selbst zu widerprechen. So behauptet er, dass das Gnutella Netz "boome" und, im selben Satz, dass es noch lange nicht mit ed2k mithalten könne. Wahr ist, dass das Gnutella-Netz schon seit Jahren uninteressant ist, während das ed2k-Netz noch immer unschlagbar ist, vor allem bei groszen und seltenen Dateien.

Alles in allem ist dieser Artikel nichts weiter als schlecht versteckte Werbung.


Lurchilux, am 01.04.2007 12:18

Zitat:

Soweit ich weiß steht der Hinweis auf Limewire in der EULA des Programms. Die öffnet sich beim mounten des Disk-Images. Insofern kann man dem Entwickler vielleicht keine Schuld geben.

Ich persönlich bin Acquisition-Fan, habe sogar eine Lizenz gekauft. Das wohl beste Filesharing-Tool auf dem Mac, das ist jedenfalls meine Meinung.

Das mit der GPL ist allerdings bedenklich, keine Frage.

Ich denke aber nicht, dass das Gnutella-Netz durch eine Kombination von BT und Gnutella-Client geschädigt wird. Da der Download-Ordner sich für BT-Inhalte und Gnutella-Inhalte nicht trennen lässt, werden BT-Sachen für das Gnutella-Netz freigegeben. Das kann dem Gnutella-Netz nur zugute kommen.

Oder irre ich mich da?

Ich schreibe, weil ich sehe, dass Ihr hier Experten in Sachen Filesharing-Programme für Mac und Aquisition seid.

Habe mir Acquisition runtergeladen und bin - ohne etwas von der Technik zu verstehen - als User begeistert. Alles funktioniert prima und schnell. Bis auf ein Problem: die Verbindung bricht immer wieder ab. Der Status wechselt auf "connecting" und meist kommt dann gar keine Verbindung mehr zustande. Das passiert manchmal schon Minuten nach dem Start. Nur, wenn ich Glück habe, bleibt die Verbindung ein paar Stunden aktiv.

Meine Frage: was kann ich tun, damit ich nicht dauernd rausfliege bzw. wie kann ich die Verbindung wieder aktivieren, ohne dass ich Acquisition jedesmal komplett schließen und wieder starten muss (dann geht es nämlich wieder - zumindest für kurze Zeit).

Über die Hilfe wäre ich dummer Normalo-User sehr dankbar!

Lurchilux,
Journalist München

PS: Mit eMule hatte ich ein ähnliches Problem mit dem Unterschied, dass ich nach zwei erfolgreichen Log-Ins überhaupt keine Verbindung mehr bekommen habe.


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