Große Files, kleine Files
Mac-Filesharing: Acquisition spricht Bittorrent
Auf dem Mac gibt es zwei Arten von Filesharing-Tools. Die einen sind nichts weiter als eine Oberfläche für im Web zusammengeklaubte Kommandozeilen-Clients, stürzen ständig ab und liefern kaum brauchbare Ergebnisse. Und dann gibt es noch die guten Clients, die sauber programmiert und gut designt ein bisher selten da gewesenes Filesharing-Erlebnis sicherstellen. Manchmal werden sie um neue Netze erweitert.
Inhaltsverzeichnis
- 1Ein Client, zwei Netze
- 218 Dollar gegen Registrier-Hinweise
- 3Schritt in die richtige Richtung
Bittorrent inklusive
AcquisitionX ist ein Vertreter der letzteren Sorte. Schnell, stabil und sauber programmiert ist der Gnutella-Client das wohl beste Filesharing-Programm für den Mac. Und dank der kontinuierlichen Arbeit der Entwickler darf jetzt nicht nur über Gnutella, sondern auch über Bittorrent getauscht werden. Denn seit Version 123.1 unterstützt AcquisitionX das Bittorrent-Netz.
Interessanterweise ist Bittorrent neben Gnutella das einzige P2P-Netz, das auf dem Mac ordentlich unterstützt wird. Es gibt zahlreiche Clients, die allesamt gut funktionieren. Sogar Azureus und den originalen Bittorrent-Client gibt es für Mac OS X. Warum glauben die Acquisition-Macher also, dass ein weiterer Client nötig ist?
Ein Client, zwei Netze
Der Witz ist jedoch nicht, dass AcquisitionX ein weiterer Bittorrent-Client ist, sondern dass Acquisition dadurch einer der wenigen Clients ist, der sowohl das Bittorrent- als auch das Gnutella-Netz sinnvoll unterstützt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein Client für zwei Netze spart Bandbreite und Rechenzeit, gerade auf den teilweise doch recht schwachbrüstigen Mac-Plattformen ein nicht zu verachtender Vorteil. Außerdem passt es zum Mac-Konzept, ein möglichst übersichtliches Interface mit möglichst vielen Funktionen zu vereinen.
Und die Bittorrent-Maschine funktioniert. Eine Torrent-Datei muss nur ins Programmfenster gezogen werden, der Download startet schnellstmöglich. Gleichzeitig zeigt Acquisition an, wieviele Peers und Seeds sich im Netz befinden. Der Download ist schnell, ähnlich wie beim originalen Bittorrent-Client. Andere Tools wie Azureus leistet hier mehr, sind aber leider auch nicht so sparsam mit der Performance des Rechners, gerade auf älteren Macs ein nicht zu verachtendes Problem.
18 Dollar gegen Registrier-Hinweise
Leider hat AcquisitionX einen großen Nachteil: Es handelt sich um Shareware, das Tool kostet knapp 18 Dollar, zahlbar per Paypal. Wer nicht zahlt, muss mehrmals die Stunde einen Registrierungshinweis wegklicken, was störend ist, aber sich nicht auf die Funktionalität auswirkt. Durch den für ein Filesharing-Tool hohen Preis ist es den Entwicklern allerdings möglich, ständig professionell an der Verbesserung des Programms zu arbeiten. Mit dem Erfolg, dass regelmässige Updates Verbesserungen und Bugfixes bringen - ein Service, auf den die meisten Freeware-Tools verzichten müssen.
Und Acquisition ist für ein Filesharing-Tool überaus benutzerfreundlich. Die übersichtlichen Menüs und Einstellungen machen es selbst Filesharing-Anfängern leicht, sich zurechtzufinden. Auf Wunsch lädt Acquisition Mediendateien in spezielle Ordner, man kann einen extra Ordner für Filme, Bilder und Musik anlegen. Außerdem integriert sich das Tool vollständig mit iTunes: Neue Songs werden direkt in die iTunes-Bibliothek einsortiert, auf Wunsch einer Playlist zugeordnet und danach aus dem Filesharing-Ordner gelöscht. Ist der iPod angeschlossen, landet der Song auch direkt dort.
Schritt in die richtige Richtung
Insgesamt ist die Bittorrent-Unterstützung ein Schritt in die richtige Richtung. Zwar boomt das Gnutella-Netz, seit andere Netze stark von der Musik- und Filmindustrie überwacht werden. Von der Trefferquote eines eDonkey ist das Netz dennoch einige große Schritte entfernt. Gerade große Dateien, komplette Alben oder Filme lassen sich im Gnutella-Netz nur schwer aufspüren und herunterladen. Bittorrent schließt diese Lücke und macht Acquisition zur ersten Wahl für Filesharing-Dienste auf dem Mac.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge
Zitat: Soweit ich weiß steht der Hinweis auf Limewire in der EULA des Programms. Die öffnet sich beim mounten des Disk-Images. Insofern kann man dem Entwickler vielleicht keine Schuld geben.
Hemmungslose Werbung, inklusive verbreitung falscher Tatsachen. "Acquisition" ist eben gerade NICHT wie im Artikel behauptet "keine Oberfläche für einen kommandozeilenclient", sondern nur ein Frontend für Limewire....
Soweit ich weiß steht der Hinweis auf Limewire in der EULA des Programms. Die öffnet sich beim mounten des Disk-Images. Insofern kann man dem Entwickler vielleicht keine Schuld geben. Ich persönlich...
Leider vermeidet es aber der Programmierer immernoch, darauf hinzuweisen, dass Acquisition ein Frontend für LimeWire ist, und das der gesamte gnutella-Code vom LimeWire-Team stammt, was Lizenzrechtlich sehr...
BitTorrent ist doch OpenSource? Demnach ist dieses Prog ein GPL-Breaker. Nebenbei sind Clients für mehrere Netze definitiv netzwerkschädlich: 1. Produktion von zuviel Overhead 2. Aufteilung der...