Von der Darknet-Tauschbörse zum Windows-Dienst
Filesharing: Microsoft kauft Audiogalaxy-Nachfolger
Microsoft gab am Donnerstag den Kauf des P2P-Tauschangebots Foldershare bekannt. Foldershare wird von der Gründern der ehemaligen Tauschbörse Audiogalaxy betrieben und bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, Dateien im Bekanntenkreis auszutauschen.
des texanischen Internet-Unternehmers Michael Merhej. Zuvor hatte Merhej bereits Audiogalaxy aus der Taufe gehoben - eine Tauschbörse, die einen umfangreichen Musik-Index mit dezentralem Dateientausch verband. Audiogalaxy stellte jedoch im Sommer 2002 nach einer Klage der US-Musikwirtschaft den Betrieb ein.
Kleine, sichere Netze
Foldershare ist in vielfacher Hinsicht ein direkter Nachfolger der Audiogalaxy-Tauschbörse. Wie Audiogalaxy setzt auch Foldershare auf ein Web-Interface, um Up- und Downloads zu koordinieren. Den eigentlichen Dateitransfer übernimmt ein schlanker Client, der wie bei Audiogalaxy auf den Namen "Satellite" hört. Wie bei Audiogalaxy lassen sich zudem einzelne Dateien zum Download vormerken, wenn ihr Anbieter gerade nicht online ist.
Der größte Unterschied: Audiogalaxy besaß eine systemweite Suchfunktion. Foldershare erlaubt dagegen nur den Austausch von Daten unter Bekannten, anstatt all seine Nutzer zu einem großen Netzwerk zusammenzuschließen. In der P2P-Welt sind solche kleinen, abgeschotteten Netze auch als Darknets bekannt.
Foldershare hat sich jedoch stets von illegalem Tauschen distanziert und andere Nutzungsmöglichkeiten hervorgehoben. So kann Foldershare auch zum automatischen Backup und zum Synchronisieren von PCs genutzt werden - Funktionen, die auch für Microsoft interessant sind. Der Konzern will mit seinem neuen Live-Konzept in den Bereich der Web-Dienste einsteigen und mit Foldershare offenbar Backup-Lösungen wie Apples .Mac Konkurrenz machen.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
