Weiterempfehlen   Leserbrief
04.11.2005
Druckversion
powered by

Das Ende der TV-Sender

Verkehrte Netzwelt: Die Musikvideo-Verschwörung

Music Markt

Verschwörungstheorien und schwarze Koffer

Wer da kein System riecht, ist entweder nicht interessiert oder einfach blind. Fast scheint es, als sei das Sterben der Musiksender von langer Hand durch die Musikindustrie geplant. Die raffgierigen Plattenbosse scheinen sich nach neuen Einnahmequellen umgeschaut zu haben und stellen den Kunden die Musikvideos nun doppelt in Rechnung. Normalerweise wird deren Produktion nämlich mit dem Preis der Platte abgegolten, als Werbekosten, sozusagen. Da ist ein Verkauf der Videos eine Doppelvermarktung, von der sich manch ein Finanzminister noch eine Scheibe abschneiden kännte.

Wer boshaft ist, könnte meinen, dass die Medienkonzerne da an einer ganz großen Verschwörung gearbeitet haben, einer Verschwörung zur Kommerzialisierung des Musikvideos. Das allerdings kann nicht nachgewiesen werden. MTV und Viva gehören aktuell dem US-Medienkonzern Viacom, Apple ist wenig fremdbestimmt, während Jamba inzwischen zu VeriSign gehört, einem Anbieter von digitalen Zahlungsmethoden. Die Verbindungen untereinander und zu den Musikkonzernen beschränken sich auf den gegenseitigen Erwerb von Rechten, weshalb eine konzertierte Zusammenarbeit zur Beseitigung der Musiksender recht unwahrscheinlich ist.

Die Kommerzialisierung des Videos - ein Qualitätsgewinn

Doch wer weiß? Wahre Verschwörungen lassen sich nicht so schnell aufdecken, und wer weiß, wo die schwarzen Köfferchen getauscht wurden. Doch das ist alles Spekulation, Fakt hingegen ist, dass sich die Musikvideos beachtlich gut verkaufen. Nicht nur, dass Apples Musicstore gleich millionenfach Videos absetzt, auch die Mobilfunk-Anbieter machen ihr Geschäft mit den Musikvideos. Und auch online setzen sich die kleinen Kunstwerke immer öfter durch. So meldete Yahoo, dass sein Musikvideo-Dienst monatlich mehr als 350 Millionen Videos ausliefert, davon rund 50 Millionen in Europa, allerdings kostenlos.

Der Erfolg der Musikvideos in den neuen Medien gibt jenen Produzenten Recht, die auch nach der Kostenoffensive seitens der Musikindustrie weiterhin hochwertige Videos produzierten. Das Musikvideo ist ein nicht unwichtiger Teil der multimedialen Welt geworden und als Kunstform anerkannt. Möglicherweise führt der Erfolg des Musikvideo-Marketings dazu, dass wieder schöne, unterhaltsame Musikvideos produziert werden, Musikvideos, die man gerne schaut, nicht den zur Zeit üblichen Zusammenschnitt albern wackelnder und nur peripher bekleideter Teenie-Hintern. So gesehen ist der Tod der Musiksender kein wirklicher Verlust, sondern ein kultureller Gewinn. Und das ist es ja, worauf es der Kunst ankommt, mit oder ohne Verschwörung.


Autor/in: Impressum


Druckversion: 'Verkehrte Netzwelt: Die Musikvideo-Verschwörung'Druckversion

« zurück 1 | 2 | 3 





News

7-Tage News

Neue Software auf netzwelt

Alle Updates anzeigen Top-Downloads

Kostenlose MP3 des Tages

Heart of Stone
Dum Dum Girls

Datum: 18.03.2010
Größe: 3,021 MB

Neue Beiträge im Forum


Werbung

computerfrage.net

www.computerfrage.net: Die große Ratgeber-Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Audio finden Sie auf www.computerfrage.net


nach oben
RSS Feed abonnieren Nie mehr ein Update dieser Seite verpassen?
Hier klicken, um netzwelt.de zu abonnieren!

Copyright © by netzwelt.de - Verkehrte Netzwelt: Die Musikvideo-Verschwörung - Das Ende der TV-Sender

AGOF

*) Netzwelt.de registrierte zuletzt 1,57 Mio. Unique User pro Monat
(Quelle: AGOF e.V. / internet facts 2009-III)
Netzwelt wird exklusiv von AOL Advertising vermarktet.

Platform-A