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04.11.2005
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Das Ende der TV-Sender

Verkehrte Netzwelt: Die Musikvideo-Verschwörung

Music Markt

Geld bezahlen für Musikvideos? Das ist ungefähr genau so, als wenn man sich Werbespots gegen Geld herunterladen würde. Dennoch: Das Marketing-Konzept geht auf. Was noch vor wenigen Monaten undenkbar war, wird zusehends zum finanziellen Erfolg. Dabei waren Musikvideos ursprünglich nichts anderes als Werbefilmchen für Songs und CDs.

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Das Musikvideo ist in wenigen Jahren zu einer eigenen Kunstform aufgestiegen. Unvergessen das Video zu Michael Jacksons "Black and White"-Single, das sich Anfang der 1990er nicht nur modernster Computertechnik bediente, sondern auch noch Stars wie die Simpsons und Jacksons kindlicher Freund Macaulay Culkin einbaute. Und weil am Ende immer noch Geld übrig war, ließ man Jackson als schwarzen Panther durch Hinterhöfe marschieren und danach ein Auto zertrümmern. Mehrere Millionen hat das rund 11 Minuten dauernde Video damals gekostet, Morphing-Effekte und Auto inklusive.

Teure Musikvideos und der Untergang der Musiksender

Das war die Hochzeit des Musikvideos. Die Kassen der Musikindustrie brummten, weil viele ihre Plattensammlung auf dem neuen Medium CD nachkauften. Jeder Künstler hatte dadurch Geld für teure und aufwändige Videos. Gerne erinnert man sich auch an Peter Gabriels "Steam" oder das "Jesus he knows me"-Video von Genesis. Tupac Shakur spielte ein wenig "Mad Max" in "California Love" und nicht selten wurden hochgradige Schauspieler für die zum Teil anspruchsvollen Kurzfilmchen gebucht. Sogar ganze Musikvideo-Filme waren drin, zum Beispiel "Murder was the Case" von Snoop Dogg, ein halbstündiger Film, der das gleichnamige Album bewarb.

Doch die goldene Zeit sollte nicht ewig währen. Erst kamen die CD-Brenner, dann die Filesharer, unterstützt von einer Musikindustrie, die es nicht wahr haben wollte, dass der Markt irgendwann gesättigt sein könnte. Statt auf Qualität und Download-Angebote sowie die langfristige Förderung hochwertiger Künstler zu setzen, wurden lieber One-Hit-Wunder am laufenden Band produziert, Künstler nach einer erfolglosen Platte gnadenlos abgeschossen. Irgendwann kamen dann die kommerziellen Download-Shops, iTunes schlug ein wie eine Bombe und die Plattenindustrie war zumindest vorerst gerettet.

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tk69, am 04.11.2005 16:01

Schöner Artikel, hier wurden bei einigen Wörtern das "ö" mit dem "ä" verwechselt. Oder ist es ein Dialekt? ;)


GreasySpoon, am 04.11.2005 16:44

nein, das ist ein mac-windows-problem. und ich habe die übersehen :dow:


PeterPan, am 04.11.2005 16:46

Sehr ansprechend geschrieben.
Ich find meine Meiniung da in etlichen Punkten wieder. Auch die Abneigung gegen aktuelle Musikvideos ist gut herausgestellt, die gestalten sich wirklich mittlerweile sehr ähnlich. Mein Lieblingsteil: Die Jamba-und-Co-Werbung wird von Musikvideos unterbrochen ;-)
Sehr schön!


GreasySpoon, am 04.11.2005 16:52

Zitat:

Mein Lieblingsteil: Die Jamba-und-Co-Werbung wird von Musikvideos unterbrochen ;-)


schade, dass das fast stimmt :schock:


Anonym, am 04.11.2005 20:34

Super Artikel finde mich genau wieder.........


Jan, am 05.11.2005 14:18

Jepp. Super geschrieben. Kreigst von allen ein Bienchen *g*


sebastian, am 05.11.2005 21:24

ein wirklich guter artikel hab ihn gern gelesen


Christoph, am 06.11.2005 18:52

interessanter artikel erzeugt nicht gerade sympathie für itunes wenn man das so liest :)
(ob es jetzt werbung is kann man selbst entscheiden): ka ob man ihn über satellit empfängt aber gotv (gotv.at) ein österreichischer sender, ist auf jedenfall eine alternative für all die jamba&co-genervten, keine einzige von diesen nervigen werbungen und auch musikvideos die man sonstwo nicht sieht. also ich weiss nicht wie es in anderen ländern mit den eigenen Musiksendern aussieht aber ösi-land ist in der hinsicht eine insel der seligen


GreasySpoon, am 06.11.2005 19:02

im deutschen internet gibt es auch einige gute alternativen. christoph scholl hatte die mal vorgestellt:
http://www.netzwelt.de/news/72322-vorgestellt-musikvideos-bei-popzoot.html
http://www.netzwelt.de/news/72296-vorgestellt-musikvideos-bei-yahoo.html
http://www.netzwelt.de/news/72307-musikvideos-bei-clipland.html
http://www.netzwelt.de/news/72319-vorgestellt-musikvideos-bei-tunespoontv.html
http://www.netzwelt.de/news/72300-musikvideos-bei-findvideos.html
...


OxX, am 07.11.2005 09:42

...wie ich mich als Konsument solchen Machenschaften gegenüber verhalten soll ?!

Jede Person, welche nur einen Hauch Verstand besitzt sieht doch was in der Branche abgeht !
Die einzige Konsequenz ist (die jetzt schon anherrschende) Konsumverweigerung der Produkte dieser Branche.


Tweek, am 07.11.2005 10:33

Zitat:

ösi-land ist in der hinsicht eine insel der seligen

Glaub' mir, nicht nur in der Hinsicht :-/


grunzer, am 07.11.2005 13:40

Ich habe mich ebenfalls gefragt wie eine solche Konsequenz aussehen soll !!
Aber leider ist das schwieriger als man denkt wenn man sich auf legale Quellen stützen will.

Zum Glück habe ich in letzter Zeit (seit etwa 3 Jahren :-) ) so viele Projekte (auch private!!) und sportliche Aktivitäten, daß ich in der Woche etwa zu einem Film (Serie oder was sonst so die 1,5 Stunden läuft...) am späten Abend komme. Wenn mein Kopf noch einiger maßen klar ist (keine Überlastung!!) setzte ich mich eher vor den Rechner!!

Aber Musik höre ich wirklich ganz gerne nebenbei. Aber CDs muß ich mir deswegen trotzdem keine kaufen, denn es gibt Dinge wie Rockantenne.de oder bei uns (München West) Radio106.4, die einen mit dem ganzen Spektrum an (für mich) guter Musik beliefern.

FAZIT: GEZ zahlen - dann Radio und Internetradio hören, viel Sport machen und sonstige Tätigkeiten --> Dann können einen die ganzen Sackgesichter mal kreuzweise :-)

Grüße grunzer


Tweek, am 08.11.2005 12:31

Zitat:

Dann können einen die ganzen Sackgesichter mal kreuzweise

Ja, aber es gibt eben Menschen, die nicht so gerne Sport machen und lieber vorm Rechner hängen. Auch der Segen der holden (und zeitintensiven) Weiblichkeit ist nicht immer jedem beschert ;-)


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