Auch für DSL-Verschmähte ist skyDSL nur eine Kompromisslösung
skyDSL im Test: Die durchwachsene DSL-Alternative
Sascha Hottes
Für die Ausrichtung der Schüssel ist Fingerspitzengegühl gefragt. Denn mit Kompass und Skala lässt sich der Satellit nur grob anpeilen; der Rest muss mittels Ausprobieren erledigt werden. In einem Zusatzprogramm wird dazu die Signalstärke und die Signalqualität des Satellitensignals angezeigt. Jetzt muss die Schüssel in kleinen Schritten verstellt werden, bis die Signalstäke einen Wert von rund 70 Prozent oder mehr erreicht. Mit einem grünen Smiley zeigt das Programm an, dass eine Verbindung hergestellt ist.
Der Verbindungsassistent nimmt dann letzte Einstellungen vor; er richtet einen lokalen Proxy ein. Diese Einstellungen müssen dann auch für alle anderen Programme, die das Internet verwenden, eingerichtet werden, sofern die Programme die Einstellungen nicht automatisch vom Internet Explorer übernehmen. Dann taucht im Tray eine virtuelle Netzwerk-Verbindung auf, und es kann losgehen.
Schnell, schnell, schnell?
Am Anfang jeder skyDSL-Sitzung steht die Analog-Einwahl, die der skyDSL-Client automatisch vornimmt. Nach erfolgter Einwahl steht die Satellitenverbindung sofort, und es kann losgesurft werden.
Das Surfen geht auch recht flott; allerdings gibt es immer eine deutliche Pause zwischen der Anforderung der Seite und dem Eintreffen der ersten Daten. Abgesehen von diesen Pausen surft es sich mit skyDSL wie mit normalem DSL. Auch Downloads gehen schnell: Der Download des Windows Service Packs 2 erreichte eine mittlere Übertragungsrate von 300 KB/s; andere Downloads waren noch etwas schneller.
Teures Filesharing
Für Gamer ist skyDSL allerdings nicht geeignet: Der Ping betrug in der Regel zwischen 400 und 500 ms - mit solch einem Ping fliegt man bei Battlefield garantiert raus. Auch aus finanziellen Gründen spielt es sich über ISDN besser. Und auch VoIP klappt nur schlecht: Bei Gesprächen entstehen unerträglich lange Pausen. Prinzipiell ist VoIP aber möglich.
Auch Filesharing lässt sich über skyDSL betreiben: Bittorrent erreichte Datentransferraten von rund 100 kB/s; auch eDonkey und Gnutella erreichten passable Werte. Der gebremste Upstream macht das Gemeinschaftsvergnügen allerdings zum Egotrip. Außerdem ist skyDSL eine recht teure Variante, um damit Filesharing zu betreiben.
Zuverlässiges System
Die Verbindungen über skyDSL sind stabil und verlässlich, nur selten entstanden im Test Pausen. Die Verbindung brach einmal ab, was aber am Modem lag: Die Analogverbindung war zusammengebrochen. Ansonsten gab es keine Probleme; weder bei Regen oder Wind. Auch Wolken sind kein Problem, die Signalstärke ließ nur gering nach.
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