Der Regisseur über neue Projekte, Medienfonds und Katzen-Schalldämpfer
Etwas, was sehr bitter aufstoßen wird - Interview mit Uwe Boll
Gaming
Uwe Boll ist gebildet, er gilt als netter Zeitgenosse und hat ein Herz für Tiere. Dennoch hat der Produzent und Filmemacher nicht nur Freunde. Speziell aus Gamerkreisen weht ihm ein rauer Wind entgegen. Er solle aufhören, Videospiele zu verfilmen, so die Forderung vieler.
Doch Boll, dessen "Alone in the Dark" unlängst auf DVD erschienen ist, denkt nicht daran. Nach "BloodRayne" und "Dungeon Siege" will er Spiele wie "Far Cry", "Hunter: The Reckoning" und "Fear Effect" auf die Leinwand bringen.
Netzwelt: Herr Boll, mit Kritik können Sie als Profi umgehen. Aber es gibt "Kritiker", die aus der Anonymität des Internets heraus Ihren Tod fordern. Können Sie darüber eigentlich noch lachen?
Boll: Solange ich noch lebe: ja!
Netzwelt: Und wie zuversichtlich sind Sie, dass es Ihrem neuen Film "BloodRayne" gelingt, auch eingefleischte Gamer zu überzeugen? Auf die klangvolle Besetzung allein werden Sie sich nicht verlassen haben.
Boll: Wir haben ein viel besseres Script als wir es bei "House of the Dead" oder "Alone in the Dark" hatten. Und MAJESCO [Publisher von BloodRayne, Anm. d. Red.] liebt den Film.
Netzwelt: Die Dreharbeiten zu "In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale" sollen über vier Stunden verwertbares Material hervorgebracht haben. Wie viel davon ist Gemetzel und wie viel Geschichte?
Boll: Action ist 50%. Gemetzel gibt es da weniger im Sinne von Horror.
Netzwelt: Für Wirbel hat die Ankündigung gesorgt, dass Sie den Ubisoft-Shooter "Far Cry" verfilmen. Vermeintliche Insider sehen Dwayne Johnson alias "The Rock" und Naomi Watts in den Hauptrollen. Sehen Sie das genauso?
Boll: Beides gute Ideen, aber die Besetzung wird wie immer erst im letzten Moment entschieden.
Netzwelt: Inwieweit sprechen Sie sich bei der Verfilmung eines Spiels mit den jeweiligen Entwicklern ab? Hätte Crytek beispielsweise die Möglichkeit, hinsichtlich des Drehbuchs zu "Far Cry" ein Wörtchen mitzureden?
Boll: Absolut. Die Brüder [Crytek-Gründer Avni, Cevat und Faruk Yerli, Anm. d. Red.] sind sehr aktiv dabei.
Netzwelt: Nach welchen Kriterien gehen Sie bei der Auswahl der zu verfilmenden Spiele vor?
Boll: Gute Charaktere, interessante Story.
Promovierte zum Doktor der Literatur: Uwe Boll
Netzwelt: Welche Summen stehen eigentlich im Raum, wenn es um die Filmrechte einer Videospielmarke geht?
Boll: 100.000 bis zu 1.5 Mio. - je nach Game.
Netzwelt: Stichwort Geld: Sie haben sich in der Vergangenheit kritisch über die Problematik mit Medienfonds geäußert, darüber, dass Hollywood indirekt von deutschen Steuergeldern profitiert. Profitieren Ihre Auslandsproduktionen nicht im selben Maße davon?
Boll: Nein, weil wir viel Geld in Deutschland und für Deutsche ausgeben. Die gesamten Computereffekte, Kamera, Ton, Sound, Musik - alles Deutsche.
Netzwelt: Der Film "Doom" ist vor kurzem in die Kinos gekommen. Was hätten Sie anders gemacht?
Boll: Schwer zu sagen. Mich erinnern die Trailer an "Alone in the Dark".
Netzwelt: Eines Ihrer nächsten Projekte wird die Verfilmung des Skandalspiels "Postal" sein. Auf was dürfen wir uns gefasst machen?
Boll: Auf etwas, was sehr bitter aufstoßen wird.
Netzwelt: In den "Postal"-Spielen werden Katzen schon mal als Schalldämpfer für die Schrotflinte missbraucht. Wie setzt der Tierfreund und Hundehalter Boll solche Vorgaben um?
Boll: Eins zu eins. Ist doch lustig.
Netzwelt: Der Etikette wegen müsste man Sie eigentlich mit Dr. Uwe Boll ansprechen. Legen Sie großen Wert auf diesen Titel?
Boll: Ne.
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pixel
02.11.05 12:54
habt ihr den auf'm klo erwischt oder warum ist der so wortkarg und der inhalt des interviews vergleichbar mit dem seiner filme? oder sollte es gar versteckte ironie sein?
Dreschflegel
02.11.05 14:12
Der Mann dreht sehr viele Filme, da wird die Zeit für anderes vielleicht schonmal knapp :keineahn:
Beste Grüße
xxx
02.11.05 16:16
"Uwe Boll ist gebildet, er gilt als netter Zeitgenosse"
liest sich eher so als wäre er ein zurückgebliebener 10jähriger sonderschüler...
"Netzwelt: Nach welchen Kriterien gehen Sie bei der Auswahl der zu verfilmenden Spiele vor?
Boll: Gute Charaktere, interessante Story."
ja dann scheint postal ja genau das richtige zu sein, wie verquer denkt diese kerl eigentlich?!
er sollte sich doch lieber mal aus der film branche zurückziehen oder hatte er schon einen erfolgreichen film?¿
coca
02.11.05 17:33
Ich finde den Postal-Dude ziemlich gut und die Woche aus seinem Alltag durchaus... interessant. :DD
--Spatzenei--
02.11.05 18:16
Ich selber habe "Postal 2 - Share The Pain" schon oft durchgespielt...
Es macht einfach total Spaß... :guns:
Alle, die das Spiel kennen und gut finden, verstehen mich sicher... ;)
Jan
04.11.05 22:46
Postal is geil! Kenne aber auch nur den zweiten Teil bis jetzt. Und ich finde es geil das er die Ideen auch genau so umsetzt wie sie im Spiel vorkommen. Das ist ein brutales Spiel also muss der Film auch so sein und kann nicht ein Weicheigeballer ab 12 sein. Mir hat Alone in the Dark eigentlich ganz gut gefallen. War kein Megakracher aber akzeptabel. House of Dead fand ich öde. Hatte keine Neuen Ideen. Mal sehen. Vieleicht lernt er ja dazu. Schön wärs auf jedenfall :)
hobbyesel
04.11.05 23:06
das spiel ist doch einfach nur krank..... :lol:
schlechte grafik und vorallem hab ich den sinn vermisst... hab es nach 1 stunde deinstalliert :D
--Spatzenei--
04.11.05 23:24
Sicher, das Spiel ist ziemlich krank (Ich sage nur: Katzen als Schalldämpfer...), aber irgendwie mag ich kranke Spiele... ;)
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