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XML - Extensible Markup Language
Die Zukunft der Datensicherung

von Fabian Parusel Uhr veröffentlicht

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Kostenlos und Zukunftssicher. So wird XML überall angepriesen. Ein neues Format möchte den Markt an sich reißen und Einheit in die zerrissene Welt der Datensicherung bringen. Ein Format für alle Art von Daten: Briefe, Rechnungen, Adressen, Börsenkurse, ganze Datenbanken oder Grafiken können mit einem Dateityp gespeichert werden.

Kostenlos und zukunftssicher. So wird XML überall angepriesen. Ein neues Format möchte den Markt an sich reißen und Einheit in die zerrissene Welt der Datensicherung bringen. Ein Format für alle Art von Daten: Briefe, Rechnungen, Adressen, Börsenkurse, ganze Datenbanken, oder Grafiken können mit einem Dateityp gespeichert werden.

Inhaltsverzeichnis

Woher kommt XML?
Daten und Layout werden getrennt
Der Verbrauchervorteil durch XML
Zukunftsvorteil durch XML
XML in der Anwendung
Grafik mit XML (SVG)
Fazit

Woher kommt XML?

XML wurde vom World-Wide-Web-Consortium (W3C) in den USA entwickelt. Nicht etwa vor einigen Tagen oder Wochen. Es wurde schon 1986 international standardisiert, als Untermenge eines anderen Dateityps namens SGML. Aus diesem Format stammt auch HTML. Genaugenommen ist HTML eine Anwendung von SGML und XML, eine bestimmte Untermenge von SGML.

Die gemeinsame Basis merkt man XML und HTML deutlich an, denn beide arbeiten mit den sogenannten Tags, zwischen denen Informationen abgelegt werden. So bedeutet ein "<.p></.p>" in einem HTML-Dokument, dass die Daten zwischen diesen Tags als neuer Absatz erscheinen sollen. Bei XML kann ein "p" als Tag verschiedene Bedeutungen haben, die Formatierung wird dadurch jedoch nicht beeinflusst, wie der nächste Abschnitt verrät.

Daten und Layout werden voneinander getrennt

Einer der wichtigsten Vorteile von XML ist die Aufspaltung von Daten und Layout. XML-Dateien bestehen aus reinem Text. Mit Notepad können Sie die Dateien problemlos und verlustfrei öffnen. Die Datei ähnelt dann einer HTML-Datei. Das liegt an dem gemeinsamen Ursprung in SGML.

Ob die Datei als Website, Druckvorlage oder Grafik ausgegeben wird, ist völlig offen. Die XML-Datei beherbergt ausschließlich Daten. Das Layout wird von einem anderen Programm impliziert. So werden klobige Programme mit eigenen, sperrigen Formaten schnell Platz machen für schmale Module, die XML-Files in andere Dateien mit Strukturierung umwandeln.

Die Idee einer solchen modularen Dateistruktur ist nicht etwa neu. Bis heute gab es nur keine geeignete Schnittstelle. Die ist nun in der XML-Datei gefunden. Eine XML-Datei kann als Vorlage für verschiedenste Publikationen dienen. Als Text im Web, auf Papier oder vorgetragen von einer künstlichen Stimme im Radio oder per Stream.

Der Verbrauchervorteil durch XML

Für den Kunden, den Softwareanwender, hat XML einen enormen Vorteil. Microsofts Word ist fest mit dem Dateityp DOC verbunden. Wer DOC-Files öffnen möchte, kommt um die Verwendung von Word nicht herum. Zwar kann auch Open Office DOCs öffnen, doch schon bei einer solch einfachen Portierung leidet die Formatierung.

Bei einfachen Dokumenten ist eine verlorene Formatierung nicht so dramatisch, aber das ist ja nur als Beispiel zu verstehen. XML funktioniert für alle Bereiche. Auch Zeichnungen, Grafiken und Datenbanken können als XML angelegt werden. Bei diesen Formaten ist die Bindung von Dateitypen an bestimmte Programme noch gravierender.

Der Vorteil für den Kunden ergibt sich aus der neu entstehenden Konkurrenz. Firmen können ihre Kunden nicht mehr durch die monopolhafte Dateibindung an das Unternehmen binden, sondern sie müssen mit einer gelungenen Oberfläche oder anderem überzeugen. Das Interface zwischen Dateityp und Anwendung ist entscheidend, wenn der Dateityp für alle frei zugänglich ist.

MS-Office 12 soll schon komplett mit XML funktionieren. Für Word, Excel und Powerpoint wird im Standardformat gespeichert. Damit öffnet sich Microsoft gegenüber der Konkurrenz von Open Office. Das freie Office-Paket arbeitet schon in der aktuellen Version 2.0 mit dem offenen XML-Standard.

Ein weiterer Vorteil ist die systemübergreifende Funktionalität. Der Zeichensatz, der für XML verwendet wird, ist auf die Zeichen beschränkt, die überall auf der Welt und von jedem System gelesen werden können. Egal ob auf Mac, Unix oder dem Palm, die Daten können von jedem System ausgelesen werden.

Zukunftsvorteil durch XML

Archivierung ist ein schwieriges Thema. Schon seit Jahr und Tag streiten sich Experten, wie Daten am besten gespeichert werden sollen. Dateiformate wie DOC, die heutzutage überall gelesen werden können, sind in fünf Jahren vielleicht nur noch auf Computern zu öffnen, die im Museum ihren Dienst leisten.

XML soll die Rettung bringen, unabhängig von bestimmten Programmen können Daten gespeichert und ausgelesen werden. Doch was bedeutet das? Die Dateien öffnen sich ja nicht selbst. Es wird in Zukunft zwar eine größere Vielfalt an Programmen geben, die aus diesen layoutlosen Dateien, Daten entnehmen. Doch ganz verzichten auf Software werden Sie nicht können.

Open Office 2.0 arbeitet schon mit XML und MS-Office 12 soll sogar komplett in XML abspeichern. Das wird jedoch nicht bedeuten, dass Sie schon ab der nächsten Office-Version keine DOCs mehr öffnen können. Viel wird vom Erfolg vom XML-Format abhängen. Mit Sicherheit werden auch in zwei Jahren noch DOCs verwendet, in fünf Jahren vielleicht schon nicht mehr.

XML in der Anwendung

XML nimmt an einem unglaublichen Siegeszug teil. Deutschland ist im Podcastfieber und die entspannte Übermittlung der MP3-Files verdanken die vielen neuen Podcast-Liebhaber der XML. Ob jetzt der neue Dateityp verantwortlich für den Erfolg der Podcaster ist oder XML von dem erfolgreichen neuen Format profitiert, lässt sich nicht messen. Sicher ist jedoch, das kein Podcast ohne XML sein Ziel erreichen würde - die Hörer.

Als Interface dient das RSS-Feed (Really Simple Syndication). Diese RSS-Feeds greifen auf eine XML-Datei zu, die mit Inhalten gefüllt ist. Zum Beispiel Nachrichten oder die letzten Änderungen in der Wikipedia. In der XML-Datei stecken die Daten und erst ein sogenannter Feedreader bringt die Daten aus der Datei in eine anschauliche Form.

Etwas weiter ist XHTML in seiner Entwicklung. Schon jetzt arbeiten viele Websites mit dem Nachfolger von HTML. Die neue Sprache beruht auf XML. HTML hatte das wesentlich wuchtigere SGML als Grundlage. XHTML ist also schlanker, darüber hinaus jedoch auch empfindlicher. Das ist gut, denn Fehler in der Programmierung werden nicht mehr toleriert. Die neue Version ist dadurch stabiler.

Vektorgrafiken mit XML

Scalable Vector Graphics (SVG) ist ein weiterer Dateityp, der im Zusammenhang mit XML auftaucht. In SVG-Dateien können Sie zweidimensionale Vektorengrafiken speichern. Die Besonderheit ist, dass auch diese Grafikdateien mit einem Texteditor geöffnet werden können. Das sieht dann so aus:

Webbrowser der neueren Generation können diese Grafiken schon darstellen. Der Firefox kann es schon ab Version 1.5, der Internet Explorer 6 leider nicht, doch es gibt ein Plugin. Sodipodi und Inkscape sind zwei kostenlose Grafik-Programme, die auch mit diesen Grafiken arbeiten können.

Fazit

Die Anwendungsbereiche von XML sind enorm. Die Vielseitigkeit dieses Dateityps verschafft ihm einen großen Vorteil gegenüber den gewöhnlichen Office-Dateitypen. Trotz seiner zukunftsträchtigen Fähigkeiten bleibt abzuwarten, wie der Markt das neue Format annimmt.

Die Zeit für eine Umstellung auf das neue Format ist noch nicht gekommen, frühestens mit dem Erscheinen des neuen MS-Office-Pakets sind die ersten Reaktionen zu erwarten. Bis dahin dominieren DOC und XLS den Dateitypenkrieg im Durcheinander der Office-Anwendungen.

Tipp: Wer seine Dokumente zukunftssicher abspeichern will, ist mit dem PDF-Format momentan am besten bedient.

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http://www.netzwelt.de/news/72808-xml-extensible-markup-language.html
2006-05-05 10:06:00
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