RTL, ProSieben und Sat.1: Die Video-Streams der Privatsender
Private hinken hinterher - qualitativ und quantitativ
Alle Clips stehen in zwei Qualitätsstufen zur Verfügung: Wer per Analog-Moden oder ISDN surft, muss sich mit einer Datenrate von 100 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) und dementsprechend schlechter Bildqualität begnügen. DSL-Nutzern liefert RTL hübschere Videos mit 524 Kbit/s. Egal in welcher Bandbreite - die Webclips können wie bei ProSieben und Sat.1 nur mit dem Windows-Media-Player abgespielt werden.
Insgesamt wirkt das Streaming-Angebot von RTL ziemlich lieblos zusammengefrickelt. Wer ein bisschen Unterhaltung für zwischendurch sucht, kann sich zwar mit ein paar RTL-Produktionen berieseln lassen. Besonders groß ist das Webclips-Archiv allerdings nicht: In den einzelnen Rubriken können jeweils nur die letzten 50 Clips abgerufen werden. Zusätzlich ist die Webclips-Plattform auch noch unübersichtlich gestaltet - eine Suchfunktion sucht man vergeblich.
Insgesamt können die Streaming-Angebote der großen Privatsender mit denen der Öffentlich-Rechtlichen nicht mithalten - weder qualitativ und quantitativ. Warum aber legen RTL, Sat.1 und ProSieben offensichtlich nicht allzu viel Wert auf eine Verbreitung ihrer Inhalte über das Internet?
Die Antwort ist einfach: Privatsender sind in erster Linie Wirtschaftsunternehmen - auch die Web-Auftritte müssen daher profitabel sein. "Streaming verursacht hohe Kosten. Wir bieten kostenlose Video-on-Demand-Angebote deshalb nur dann an, wenn wir es für sinnvoll halten", sagt Christian Senft. Sinnvoll ist eine solche Verbreitung für private Anbieter dann, wenn sie viele Nutzer auf die Webseite lockt oder zur Promotion für einzelne Formate.
Video-on-Demand: Kostenpflichtig statt kostenlos
Eine weitere Einschränkung bei der Verbreitung von TV-Sendungen über das Internet sind die fehlenden Rechte: Bei US-Produktionen, wie sie gerade bei ProSieben häufig laufen, verfügen die Sender nicht über die nötigen Lizenzen, um die Videos online auszustrahlen. Aber auch von den Eigenproduktionen wird zumindest bei ProSieben.Sat1 auch künftig nur ein kleiner Teil kostenlos im Internet abrufbar sein - schließlich verkauft der TV-Anbieter schon einige Zeit Fernsehfilme und Serien über die Video-on-Demand-Plattform von T-Online.
Einen aktuellen Beitrag zum Thema Internetfernsehen finden Sie Hier.
Links zum Thema
- Website vom Sat.1-Frühstücksfernsehen
- Website von Blitz
- RTL-Webclips
- TV-Total-Videothek
- Videoplayer von ProSieben
- Streaming-angebote des ZDF
- Streaming-Angebote der ARD
