Alien-Spiegelei: Saitek Lautsprecher A-200 im Test
Hörtest
Strom fließt auch bei eingelegten Batterien oder angeschlossenem Netzteil erst nach einem kräftigen Druck auf die von Fingerabdrücken übersäte Oberfläche. Dann fährt anfangs noch majestätisch, nach einiger Zeit im Gebrauch aber zunehmend schneller, ein tropfenförmiger Teil des Gehäuses in die Höhe. Bass braucht Bewegungsfreiheit. Das verlangt die Physik. Und nach diesem Prozedere kann der Tieftöner deutlich besser atmen.
Angesichts der kleinen Maße des A-200 darf man bauartbedingt natürlich keine allzu großen Sprünge vom Klang erwarten. Erwartungsgemäß sind die kleinen Hochtöner auch ziemlich schnell am Ende ihrer Leidensfähigkeit, und quittieren jede weitere Erhöhung der Lautstärke mit deutlichem Krächzen. Dennoch macht das Klang-Ufo seine Sache gut. Der Bass ist nicht so omnipotent wie der eines ausgewachsenen Lautsprecher-Sets, aber das war auch nicht zu erwarten. Immerhin reicht der Druck aus um die Gläser auf dem Schreibtisch ein wenig vibrieren zu lassen.
Wer eine Quelle ohne regelbaren Equalizer, also etwa einen betagten, tragbaren CD-Spieler an das Saitek-System anschließt, wird sich schnell über übersteuerte Höhen ärgern. Hier sind moderne MP3-Player auf jeden Fall besser dran. Wer ein wenig Zeit in die passende Equalizer-Einstellung investiert kann mit der gebotenen Leistung zufrieden sein.
Fazit
Endlich ein tragbares Boxensystem das erstens kein "i" vor dem Namen trägt, und zweitens nicht explizit für Apples iPod konzipiert wurde. Das Saitek A-200 ist klein genug um im Rucksack bequem verstaut zu werden, und groß genug um auch größere Räumlichkeiten zu beschallen. Ohne Fummelarbeit im Equalizermenü des Mutterschiffs ist der Klang allerdings nur auf geringem Lautstärke-Niveau genießbar. Mit dem ausfahrbaren Bass zeigt Saiptek Erfindergeist - eine gute Möglichkeit um Platz zu sparen, ohne auf ordentlich Dampf verzichten zu müssen.
