Das beste aus der Hifi- und Computer-Welt unter einer Haube

Feature: Musikhören mit dem Hermstedt Hifidelio

Ein Musik-Server im Wohnzimmer - Freunde der gepflegten Unterhaltung rümpfen die Nase. Würde man ihnen die Ausstattungsliste des Hermstedt Hifidelio vorlesen, würde sich daran kaum etwas ändern, im Gegenteil, die Nasenflügel würden sich bloß noch mehr weiten. CDs brennen oder auf der Festplatte archivieren, drahtloses Streaming, Internetradio, das alles zu einem Preis von unter 550 Euro. Das kann kein Mensch bedienen, und wie vollgestopfte Geräte dieser Preisklasse klingen ist bekannt. Netzwelt drückt den Kritikern zur Beruhigung was zum Spielen in die Hand, schickt sie ins Ballparadies und fühlt dem ersten Hifi-Produkt des deutschen Herstellers näher auf den Zahn.

?
?

Hermstedt Hifidelio
Hermstedt Hifidelio
Anzeige

Fangen wir sachlich und nüchtern an. Hermstedts erster Ausflug in die Audio-Welt führte zu einem klaren, aufgeräumten Gerät. Das Metall-Gehäuse ist wahlweise in schwarzer oder silberner Optik erhältlich und passt dank genormter Größe perfekt auf bereits vorhandene Komponenten des Heimkino-Systems. Die Front wirkt dank weniger Bedienelemente zu gleichen Teilen elegant wie simpel, meilenweit entfernt von überfrachteten Knopf-Wüsten.

Hermstedt Hifidelio

Sechs beleuchtete Tasten steuern die grundlegenden Funktionen der Musikwiedergabe. Zusätzlich kann der stolze Besitzer an zwei miteinander verknüpften Rädern drehen. So genannte Soft-Keys, also Knöpfe die ihre Eigenschaften je nach gewählter Funktion ändern, finden sich neben dem beleuchteten Display.

Fast olympisch: Zwei Ringe für die komplette Bedienung

H i f i d e l i o

  • Festplatte80 GB
  • Auflösung400x160
  • Displayschwarz/weiß
  • Kompressionbis 192 Kbit/s
  • Abtastfrequenz44.100 Hz

Extras bei Pro-Version

- 160 GB Festplatte

- Display hat vier Graustufen

- Cinch-Kabel und Buchsen vergoldet

- Toslink-Kabel

- Internetradio

- Dynamikkompression

- Kompression bis 320 Kbit/s

- Abtastfrequenzen 11.025 bis 48.100 Hz

Vor- und Nachteile

Gute Bedienbarkeit

Einfache Einrichtung

Brenner

Keine MP3-CD Unterstützung

Keine Videostreams

Werbung

Über ein zweigeteiltes Bedienrad wird Hermstedts Hifidelio gesteuert. Das Prinzip ist einfach - ein Dreh am oberen Rad wechselt die Menüebenen. Innnerhalb eines Untermenüs führt das innere Rad durch die einzelnen Einträge. Bestätigt wird entweder mit der Play-Taste, oder mit einem Rechtsdreh am oberen Rad. Zum Lieferumfang gehört eine Infrarotfernbedienung. Der schmucklose Apparat ist alles andere als ein Handschmeichler und will daher nicht ganz zur wertigen Optik des übrigen Systems passen. Dafür sind fast sämtliche Funktionen bequem vom Sofa aus steuerbar. Je nach Menü-Umgebung werden an der rechten Display-Seite weiterführende Funktionen eingeblendet, welche durch die vier Soft-Keys bestätigt werden. Der Systemstart dauert mit rund 50 Sekunden recht lange. Zum Ausgleich gehen die Einstellungen aber auch nach einem längeren Stromausfall nicht verloren.

Hifidelio ist ein reiner Audio-Netzwerk-Player. Einem normalen CD-Player ist er aber um einige Nasenlängen voraus, Pinoccio lässt grüßen. Denn sobald das Laufwerk eine Audio-Scheibe sichtet zieht sie diese Staubsaugerartig ins Innere. Diese so genannten Slot-In-Laufwerke sehen schick aus, machen im Falle Hifidelio nur leider ein bisschen viel Lärm bei diesem Vorgang. Im laufenden Betrieb hört man es hingegen kaum.

Und das ist auch gut so, denn im Wohnzimmer gibt es nichts nervigeres als laute Komponenten. Trotz Netzwerk-Technik und Festplatte kommt der Hifidelio daher auch ohne hoch drehende Lüfter aus.

Im normalen Betrieb als purer CD-Player überzeugt der Hifidelio auf gesamter Linie. Bis auf die etwas schwächelnden Bässe die etwas zu kraftlos tönen ist eigentlich jede Kritik fehl am Platz. Selbst anspruchvollste Ohren können mit dem gebotenen Klang wunschlos glücklich sein und werden sich eventuell ärgern, für bereits vorhandene Geräte zu tief in die Tasche gegriffen zu haben.

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Mittelstand Android-Handys Der große Update-Fahrplan

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Android-Smartphones. Nicht alle nutzen aber eine aktuelle Version des freien Betriebssystems. Für welche...



Forum