Staaten schießen sich auf Satellitenbilder ein

Google Earth: Terroristen-Hilfe aus dem Weltall?

Google Earth ist ein Erfolgsprogramm. Mit der virtuellen Erde lassen sich präzise Lagepläne anhand von Satellitenbildern erstellen. Genau das halten einige Staatschefs für problematisch: Terroristen könnten die Informationen zur effizienten Planung eines Terror-Anschlags missbrauchen. Google gerät deshalb zunehmend in die Kritik.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Präzise Karten sind bei Staatschefs unbeliebt
  2. 2Kein Problem für geübte Kartenleser
  3. 3Deutschland "ohnehin präzise kartographiert"
  4. 4Findet den schwarzen Hubschrauber
  5. 5Terrorgefahr hält sich in Grenzen

Präzise Karten sind bei Staatschefs unbeliebt

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Nicht nur Google Earth, sondern auch der Dienst Google Maps ist betroffen, die Web-Version von Google-Earth. Die Karten werden täglich präziser und weil Googles Firmensitz in den USA ist, sind auch nur einige terrorrelevante Ziele der USA "ausgemerzt", darunter vor allen Dingen geheime militärische Einrichtungen, die nicht für aller Augen bestimmt sind. Solche Einrichtungen in anderen Ländern sind frei auffindbar, egal ob von Bundeswehr, Royal Air Force oder der chinesischen Volksarmee.

Wohl deshalb meldeten sich nun einige Staaten zu Wort: Australien, Südkorea, die Niederlande und sogar Indien. Dabei kritisierten die Staaten immer wieder das gleiche Problem: Die Satellitenbilder würden Terroristen die Arbeit maßgeblich vereinfachen, schließlich sei es ein leichtes, anhand der Luftbilder einen Terrorplan zu Schmieden. Insbesondere Schwellenländer wie Indien, die sowieso Terrorismus-Probleme hätten, seien daher durch die Satellitenbilder gefährdet. Das jedenfalls ließ der indische Präsident Abdul Kalam bei einem Vortrag in der nationalen Polizeiakademie vermelden.

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Kein Problem für geübte Kartenleser

Die Kritik allerdings gleicht einer Hexenjagd. Die kritisierenden Staaten sind allesamt offensichtlich nicht darüber informiert, dass Luft- und Satellitenbilder inklusive passendem Kartenmaterials bereits seit Jahrzehnten frei erhältlich sind. Neu bei Google Earth ist eigentlich nur die direkte Zuordnung von Adresspunkten auf den Satellitenkarten. Diese Zuordnung hat in der Zeit vor Google Earth aber auch ungeübte Kartenleser vor keine besonderen Probleme gestellt, vorausgesetzt, das Kartenmaterial war eindeutig.

Die Anschläge des 11. September jedenfalls konnten ohne die Hilfe von Google Earth geplant werden, was eigentlich für sich schon gegen die Theorie spricht, dass das Google-Tool Terroristen eine Hilfestellung bietet. Hilfe ist nur da nötig, wo sich jemand hilflos fühlt - hilflose Terroristen sind aber nicht sonderlich häufig, vielleicht einmal Situationen ausgenommen, in denen Sprengstoffgürtel nicht hochgegangen sind. Offensichtlich möchten sich die kritisierenden Staaten nicht in die Karten schauen lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Da die Satellitenbilder aber nur sporadisch aktualisiert werden und selten jünger als ein Jahr sind, zeugt die Kritik an der "Bedrohungslage" eher von einer bedrohlichen Unkenntnis der technischen Entwicklungen durch die Staats- und Regierungschefs der kritisierenden Länder.

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