Funktionsweise und Fachsprache der Firewall erklärt
DMZ, NAT & Co - so arbeitet eine Firewall
Sascha Hottes
NAT: Der Übersetzer hilft
Wenn die Firewall in Form eines separaten Geräts oder Routers zwischen Computer und Internet steht, kann sie außerdem eine Adressänderung vornehmen. Dabei merkt sich die Firewall die Absenderadresse des anfragenden Computers im LAN und tauscht sie in der Paketbeschrifung, genannt Header, gegen die eigene Adresse aus. Trifft die Antwort bei der Firewall ein, tauscht sie den Adressaten aus, und das Paket findet seinen Weg zum ursprünglichen Absender.
Dank der Übersetzung der Netzwerkadresse, im Englischen Network-Address-Translation oder kurz NAT genannt, ist der einzelne Computer nach außen hin unsichtbar; die gesendete Anfrage scheint vom Router zu kommen. Schafft ein Eindringling es trotzdem, einen Computer im LAN zum Senden zu bringen, indem er etwa sämtliche offene Ports ausspäht, kann auch NAT nichts mehr tun. Die Kombination von NAT und stateful inspection kann das Ausspähen der Ports jedoch wesentlich erschweren.
Grenzen der Network-Address-Translation
Manche Programme sind wenig an Sicherheit interessiert und verbergen die Absender-IP irgendwo im Paketinhalt. Die NAT-Firewall kann das nicht erkennen, da sie nur den IP-Header liest. Die zweite Schwierigkeit: Um IP-Adressen von Paketen zu ändern, muss die NAT-Firwall die Pakete auch lesen können. Das ist nicht der Fall, wenn diese bereits durch IPSec, SSL oder VPN verschlüsselt sind. Nur wenn die NAT-Firewall die Pakete selbst verschlüsselt - wie etwa bei VPN der Fall - kann Sie die IP-Adressen zusätzlich verstecken.
Auspacken - Neuschreiben - Weiterschicken
Die bisher geschilderten Firewall-Funktionen sind ausschließlich in der Lage, den Paket-Header zu inspizieren. Hat ein Angreifer seine IP-Pakete aber ausreichend gut getarnt, gelangt der schadhafte Inhalt trotzdem auf den Computer des Opfers. Wäre es nicht schön, wenn die Firewall schadhaften Programmcode erkennen und gar nicht erst passieren ließe?
Firewalls, die über einen Proxy verfügen, können auch das. Die Anfragen des Computers im LAN gehen in diesem Fall nur an die Firewall, diese strickt das Paket komplett neu, als ob sie es selbst geschrieben hätte. Umgekehrt verhält sie sich genauso: Eingehende Pakete werden aufgelöst und neu verfasst, was die Firewall für nicht legitimen Programmcode hält, schmeißt sie raus.
Dazu ist der Firewall-Proxy fähig, weil er über Kenntnisse der gängigsten Netzwerk-Protokolle wie HTTP und FTP verfügt. Dementsprechend weiß er, mit welche Zeilen dem Computer schaden können. Manche Firewalls außerdem in der Lage, auch Javascript oder ActiveX abzuweisen. Darüber hinaus erkennen sie, welchen Dateityp ein Nutzer runterlädt - den kann die Firewall dann ebenfalls blocken, soll zum Beispiel keine .exe- oder .mp3-Datei auf den Rechner gelangen.
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