USA gehen mit großen Schritten voran
Digitales Kino in Deutschland - noch zögern die Betreiber
Alexandra Sorge
Beim neuen "Harry Potter" und "Flightplan" gibt es sie. Ebenfalls für "King Kong" und "Die Chroniken von Narnia" soll sie im Angebot sein - die digitale Fassung für Deutschlands Kinos. Bisher dominierte die klassische 35 Millimeterkopie. Aber langsam hat Digitalisierung die Lichtburgen Deutschlands erreicht. Die großen Kinobetreiber lassen erstmal Vorsicht walten - nur woran liegt's?
Digitales Kino verspricht in erster Linie eine Qualitätssteigerung bei Ton und Bild. Der normale Verschleiß, bei herkömmlichen Filmen auf 35 Millimeter Zelluloid nicht vermeidbar, fällt weg. Ebenso gehören Filmrisse und Tonschwankungen der Vergangenheit an. Doch digitales Kino ist in der Anschaffung sehr teuer. Allein der Projektor schlägt bereits mit rund 130.000 Euro zu Buche, das Personal muss neu geschult werden, Umbauarbeiten werden fällig.
Digitale Blockbuster
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken."Es sind gerade mal 15 oder 16 Kinosäle deutschlandweit, in denen Sie digitale Projektoren finden", sagt ein Sprecher des Kinobetreibers CinemaxX. Und obwohl das Unternehmen mit 46 Kinotempeln zu den größten Betreibern in Deutschland gehört, wird der Kinobesucher in dessen Kinos nicht einen einzigen digitalen Projektor finden.
Wer soll es bezahlen
Hintergrund sei die strittige Finanzierung der Umstellung. "Diejenigen, die am meisten bei der Umstellung sparen werden, sind die Verleiher", erklärt der Sprecher. Einer der größten Kostenposten sei bei den Verleihern bisher die aufwendige Kopie des 35mm-Formats gewesen. Dementsprechend sollen sich nach Meinung des Kinobetreibers die Verleiher an der Finanzierung der digitalen Umrüstung beteiligen. "Wir sehen es nicht ein, diese Investition allein zu tragen", so der Sprecher.
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warum sollte das digitalisieren der kinofilme für den verleiher ein argument sein? denn alle filme müssen für den vertrieb auf DVD, später HD-DVD/BD irgendwann sowieso digitalisiert werden. und außerdem werden die filme meistens sowieso während der postproduction sowieso digitalisiert, weil die digitalen effekte und schnitt ja irgendwie rein müssen. die verleiher müssen dann nur mit den studios reden, dass sie eine kopie des digitalen masters bekommen. dann können sie den auch an die kinos ohne probleme weitereichen.
die kostenersparnis müßte sich dann auf den lizenzpreis für die kinos auswirken. und dadurch rechnet sich das irgendwann für die kinos. ohne einheitliche standards macht das aber alles keinen sinn.
Wäre super, wenn sich die digitale Projektion schnell durchsetzt. Ich habe vor kurzem "Die Insel" in der digitalen Projektion gesehen. Das ist schon ein riesiger Unterschied. Das Bild war so klar. Einfach genial!!!!!!!!
Ich kann die Argumentation der Betreiber aber gut nachvollziehen. Den meisten Kinobetreibern geht es sowieso nicht gut. Da wäre ein Entgegenkommen der Verleiher nur fair. Auf mittelfrisige Sicht haben die Verleiher ja auch was davon, wenn es den Betreibern wieder besser geht und man mit der höheren Bildquali wieder mehr Publikum gewinnen könnte (was natürlich noch fraglich ist).
Wenn die ganze Produktionsstrecke digital und ohne Medienbrüche ist, kann ich mir schon eine erhebliche Kostenersparnis vorstellen. Werden die digitalen Kopien denn eigentlich auf eine Disk gebrannt und zum Kino transportiert??
Man könnte den Film doch sicherlich in Zukunft auch per Internet an die Betreiber übertragen. Dies würde weitere Kosten bei der Distribution einsparen.
Viele Grüße
Zitat:
50 GB pro film pro kino über's internet? selbst mit DSL25 könnte das ganz schön happig werden. aber in ferner zukunft wäre das sicherlich denkbar.
Zitat:
... das wären grob gerechnet 5 Stunden Übertragung. So lange hab ich zu Napster-Zeiten auf ein Album gewartet. Ich denke aber, die Kinobetreiber würden eher den Film auf Festplatte per Panzerwagen geliefert bekommen. Bei dem kriminellen Potential in der Filesharingszene... ;)
Gruß,
malo
Momentan werden die Filme noch per Festplatte zu den Kinos gebracht. Für die Zukunft ist aber geplant, die Filme per Satellit direkt einzuspielen...
Ich bin absolut gegen eine Flächendigitalisierung. Als Mitbetreiberin eines kommunalen Kinos und totale Film und Kinoidealistin muss ich das: Man bedenke, dass wir einen Film wöchentlich zeigen - jedes WE. Dafür lohnt sich der Aufwand nicht! Unser Bild ist super, wir haben einen regen Stammkundenbesuch... und einen Projektor für Digimedien könnten wir uns bei Weitem niemals leisten. Wir sind da nicht die Einzigen - es gibt hunderte kleiner Kinos allein in Deutschland. Soll die Kinokultur so gedämmt werden? Zunächst würde die Digitalisierung nämlich mal zuallererst eines bewirken: Einen Rückgang in der Auswahl, die der Konsument erhält. Denn die großen Kinos, die sich die digi-Projektion schlussendlich leisten müssen und das auch tragen können, haben dadurch trotzdem keine höheren Kapazitäten und können die Filmpalette, die Arthaus/Programm/und Kommunalkinos leidenschaftlich abdecken, nicht plötzlich auch noch in ihr Angebot aufnehmen. Sonst würden sie das vielleicht schon längst gemacht haben. Denn "kleine" Filme haben auch einen betrachtlichen Markt - Filmfreaks wissen das.
Ich bin den ganzen also in der Tat recht kritisch gesonnen ;-) , denn es ist unterm Strich (wenn man die vermeintlich bessere Bild/Tonquali mit dem analog verkleinerten Programmangebot weniger zahlreicher Kinos gegeneinander aufwiegt und den Konsumenten somit "außen vor" lässt) eine Kostenersparnis der Filmverleihe.
Dazu kommen Filmspeditionen wie Bischoff... Wenn das ganze per Satellit empfangen wird - hinterher ordnungsgemäß gelöscht (hier kommt das nächste Bedenken: illegale Kopien der auf HD zwischengespeicherten Filme.. Manipulation der Empfänger etc..) wird - braucht man eines Tages keine Spediteure mehr, die Kistenweise mit 35ern durch die Lande brausen.
Und dann kann man einfach die ganze Spielwoche vorprogrammieren, macht ja alles die Technik von alleine. Also auch die Vorführer rauswerfen?!
Ich finde diese Entwicklung sehr, sehr schade. Es gäbe einiges zu verbessern im Bereich der Kinoausstattungen (ich bin eigentlich recht penibel gerade im Tonbereich) mittelgroßer und kleinerer Kinos. Bessere Tonanlagen, Lautsprechersysteme, Tonabtastungen. Wenn Kinobetreiber an solchen Stellen aufrüsten würden, dann könnte sich die Qualität vom Ton beispielsweise dorthin verändern, wo der Kinobesucher auch zufrieden ist.
Und Pixel kann man auch noch am Computer anschaun... :-)
Ich finde, Kino verliert so seine Ursprünglichkeit - Digitalisierung in der Postproduktion ist wahrhaftig ein riesengroßer Vorteil - nicht aber zum Vorführen.
Es geht momentan noch nichts über ein gestochen scharfes 35mm Bild, doppelt belichtet mit einer super Leuchte.. Und das Rattern einer Bauer B11 ;-)
Was meint ihr denn?
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