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Inkasso-Terror: Die Masche mit den unberechtigten Mahnungen Nie geordert, nie genutzt und trotzdem blechen

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3. Schreiben Sie eine E-Mail

Schreiben Sie der Firma jetzt eine gesalzene E-Mail. Machen Sie klar, dass zwischen Ihnen und der Firma kein Vertragsverhältnis zustande gekommen ist, da Sie sich weder dort eingetragen haben noch deren Dienste genutzt haben. Teilen Sie ihnen weiterhin mit, dass Sie aus diesem Grund die in der Rechnung gestellte Forderung nicht berechtigt ist und sie diese nicht begleichen werden. Drohen Sie, sollten Sie weiterhin von der Firma mit Rechnungen belästigt werden, mit rechtlichen Schritten.

4. Von der Mär, Anzeige erstatten zu müssen

Jetzt kann es auf der Gegenseite zu den unterschiedlichsten Reaktionen kommen. Entweder droht ihnen die Firma mit einem Inkasso-Büro oder gibt bekannt, die Forderung erst nach einer Anzeige Ihrerseits gegen Unbekannt fallen zu lassen. - Angeblich, um den wahren Täter zu ermitteln. - "Nonsens," so Internet-Anwalt Dr. Alex Schneehain, "zeigen Sie jetzt keine Angst. Sie müssen auf diese Schreiben weder antworten noch Anzeige erstatten. Die Beweislast liegt beim Forderungssteller, also dem Unternehmen - nicht bei Ihnen."

5. Inkasso - überprüfen Sie die Geldeintreiber

Kommt jetzt das Inkasso-Schreiben, kriegen es viele mit der Angst. Doch ohne Grund. Eine unbegründete Forderung ist durch kein Inkasso-Büro dieser Welt einzuziehen. Wolfgang Spitz, Sprecher des Inkasso-Bundesverbandes dazu: "Als erstes sollte man prüfen, ob das entsprechende Inkasso-Unternehmen überhaupt als solches zugelassen ist. Gerade im Internet tummeln sich vermehrt schwarze Schafe. Eine solche Prüfung lässt sich beim zuständigen Amtsgericht durchführen; dies hat die Dienstaufsicht inne. Sollte es sich um ein zugelassenes Unternehmen handeln gilt: Auch Inkasso-Unternehmen haben die Pflicht, die Forderungen ihrer Mandanten auf deren Anspruchsgrundlage zu prüfen. Bei Einwänden der Verbraucher müssen sie sich mit ihren Auftraggebern in Kontakt setzen."

6. Aufs Ganze: Mahn-, Vollstreckungsbescheid und Prozess

Gemeinhin ist spätestens jetzt Ruhe. Wenn man bei Raffkes jedoch noch immer nicht ablassen will, kommt nun irgendwann der Mahnbescheid. Spätestens jetzt müssen Sie wirklich aktiv werden - und widersprechen, damit daraus kein Vollstreckungsbescheid, sprich Titel, wird. Nach erfolgtem Widerspruch kann es hier nur noch auf eine völlig erfolglose Klage hinauslaufen: Ein Vertrag ist objektiv nicht zustande gekommen. Dr. Alex Schneehain noch einmal: "Selbst, wenn die Firma ihre persönlichen Daten besitzt, reicht das zur Begründung eines Vertragsverhältnisses nicht aus. Die Beweislast liegt grundsätzlich beim Forderungssteller. Schon jetzt kann man sich darauf freuen, wie diese Beweise dem Gericht in einem Prozess glaubhaft gemacht werden sollen."

Zu guter Letzt: "Sie können mich mal, Sie Knallkopp!"

Dass in solchen Fällen Dreistigkeit vor Kuschen geht, zeigt das Beispiel von Henryk M. Broder. Wie der Spiegel-Autor erfolgreich gegen falsche Rechnungen vorging, lesen Sie hier.

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Alex Leinhos
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