Digitalkamera-Technik: Das Display - viel gebraucht, oft unterschätzt
Energieverbauch
Wie hoch die Verzögerung ist, kann jeder testen, indem man mit der Hand schnell vor der Linse auf und ab wedelt. Oft ist die Hand auf dem Display der Kamera noch unten im Bild, obwohl sie in Wirklichkeit bereits wieder oben ist. Manchmal verwischt die Hand im LCD, ein Hinweis für ein recht langsames Display. Der Vorteil einer schnellen Anzeige: Das, was man sieht, passiert gerade und ist nicht bereits passiert. Wer gerne Tiere oder Kinder knipst, wird ein schnelles Display bald zu schätzen wissen.
Weit verbreitet ist die Annahme, dass ein größeres LCD auch wesentlich mehr Energie benötigt. Die Größe ist aber weniger entscheidend als die Helligkeit. Ein stärker beleuchtetes Display braucht natürlich mehr Strom. Wer die Kamera-Szene aufmerksam beobachtet hat, weiß, dass Digitalkameras laufend mit größeren Displays ausgestattet wurden und deren Helligkeit stark zugenommen hat. Besonders seitdem Digitalkameras ohne optischen Sucher konstruiert werden, wurden die LCDs stark verbessert. Trotz der neuen Displays bieten die meisten Digicams jedoch längere Akkulaufzeiten. Das lässt auf eine stetige Optimierung des Energiehaushalts von Digitalkameras schließen. Energie sparenderes Arbeiten in den Bereichen Bildberechnung und Mechanik wäre eine Erklärung für das Phänomen.
Eine Zeit lang stand in jedem Digitalkamera-Ratgeber, dass beim Kamerakauf auf jeden Fall darauf zu achten sei, ein Gerät mit optischen Sucher zu kaufen. Es könne die Situation auftreten, dass starkes Sonnenlicht Fotografieren unmöglich mache. Das war bislang auch sicher richtig. Seit kurzer Zeit steigen aber immer mehr Hersteller auf sucherlose Kameras um. Ihre Displays sind leistungsstark genug, um auch bei intensivem Lichteinfall den Nutzer nicht im Stich zu lassen. Sucherlose Digitalkameras sind dank stetig verbesserter Displaytechnik höchst wahrscheinlich die Zukunft. Etwa die Hälfte der heute angebotenen Kameras ist sucherlos - Tendenz steigend. Es ist daher nicht mehr so wichtig, beim Digitalkamerakauf auf einen optischen Sucher zu bestehen.
Wer braucht welches Display?
Die Displaygröße ist Geschmackssache. Ob groß oder klein, das Display sollte dem Nutzer angenehm in Schärfe und Schnelligkeit sein. Am besten die Kamera vor dem Kauf vorführen lassen und mit dem Gerät ein paar schnelle Bewegungen machen. Dabei kann die Leistungsfähigkeit des LCDs gut erfasst werden. Ein großes Display sollte aber nicht der Hauptgrund für eine Kaufentscheidung sein, denn schließlich sollen später die Fotos aus der Kamera gut sein. Das Display ist kein Indiz für die Bildqualität einer Digitalkamera.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Digitalkamera-Technik hier.
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