Firmen wollen Kräfte gegen iTunes bündeln
Microsoft: 761 Millionen für RealNetworks
Microsoft und RealNetworks haben am Dienstag bekannt gegeben, ihre Kartell-Streitigkeiten beizulegen. RealNetworks bekommt eine Abfindung von insgesamt 761 Millionen US-Dollar. Außerdem will man gemeinsam Reals Rhaposdy-Musikabonnement promoten.
Microsoft wird Real 460 Millionen Dollar in bar zahlen, um die juristischen Streitigkeiten zwischen den Firmen beizulegen. Real hatte den Softwareriesen 2003 wegen dessen Einbindung des Windows Media Players in sein Betriebssystem verklagt und ursprünglich eine Milliarde Dollar Schadensersatz verlangt. Weitere 301 Millionen Dollar aus Bill Gates Kriegskasse sollen dazu genutzt werden, Reals Musik- und Spiele-Angebote zu bewerben.
Doch bei der Einigung geht es nicht nur um Geld. Microsoft hat sich verpflichtet, Reals Rhapsody-Dienst auf seinen Webseiten zu bewerben. Außerdem soll Rhapsody in die nächste Version des MSN Messengers eingebunden werden, so das MSN-Nutzer direkt Links und Playlists austauschen können. Im Gegenzug wird Microsofts Suchmaschine in den Real Player integriert werden.
Mit dieser Zusammenarbeit wappnen sich beide Firmen gegen gleich zwei mächtige Konkurrenten: Apple und Yahoo. So hatte RealNetworks bereits Anfang 2004 angekündigt, mit Microsoft kooperieren zu wollen, wenn Apple nicht die iPod-Plattform für fremde Inhalte öffne. Apple beherrscht mit seinem iTunes Music Store mehr als 80 Prozent des Online-Musikmarkts. Reals Rhapsody kann mehrere hunderttausend Abonnenten auf sich vereinen. Microsofts eigenes Download-Angebot liegt dagegen abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.
Yahoo wiederum hat Abo-Anbieter wie RealNetworks mit seinem Billig-Musikpaket unter Druck gesetzt. Yahoo setzt zudem auf eine enge Bindung von Instant-Messaging und Web-Community an sein Musik-Angebot - eine Idee, von der sich Microsoft und Realnetworks ganz offensichtlich inspirieren ließen.

Apple will offenbar in naher Zukunft Werbeeinblendungen in seine iTunes-Software integrieren. Einem Bericht des US-Magazins Adage zufolge soll sich dies vorerst jedoch nur auf Podcasts beschränken.




