Computergeschichte ersteigern
Ebay: Computermuseum günstig einkaufen
Lust auf ein eigenes Computer-Museum? Dann ist ein Blick auf Ebay.com keine schlechte Idee. Dort wird nämlich zur Zeit eine "Classic Vintage PC Collection" verkauft. 441 antike Computer und rund 40 altbackene Drucker, dazu ein ganzer Berg an Zubehör. Schrott oder Schönheiten? Die netzwelt-Redaktion klärt auf.

Bergeweise Computerschrott?
Die Hardware stammt aus einer Auflösung der Sammlung von David Freeman, einem amerikanischen Geschäftsmann und Gründer des ACP-Superstore. Freeman hatte bereits 1976 damit begonnen, Computer zu sammeln. Entsprechend umfangreich ist die Sammlung antiker Rechner. Ein Muss für den Fan oder ein Haufen Schrott, der auf dem Müll besser aufgehoben wäre? Wohl kaum: Was aussieht wie die Auflösung eines Sperrmüll-Sammlers enthält zum Teil originalverpackte Rechner mit Handbüchern, Software und Peripherie.
Wofür braucht man einen Berg mehrerer Jahrzehnte alter Hardware? Zum Beispiel, um ein Computermuseum auszustatten. Alternativ kann der Vintage-Fan natürlich auch mit den Rechnern arbeiten - laut Auktionstext sind sie größtenteils funktionstüchtig und in "beachtlich gutem Zustand". Für den Flohmarkt zu gut, werden die Rechner auf Ebay wohl einen viel zu niedrigen Wert erzielen. Dabei befinden sich in der Sammlung echte, zum Teil längst vergessene Schätzchen.
Klassiker, Klassiker, Klassiker!
Wer kennt zum Beispiel noch den "California Computer Systems CCS Slimline S-100 Computer" oder den "Exidy Sorcerer NIB"? Klassiker, die dank C64 und Amiga vollkommen in Vergessenheit geraten sind. Und tatsächlich: Im Web findet sich über diese Rechner keine, aber wirklich überhaupt keine Information. Um so schöner, wenn man solch ein exzentrisches Gerät sein eigen nennen darf.
Doch auch bekanntere Stücke sind in der Sammlung, zum Beispiel mehrere Newtons oder II+-Rechner von Apple. Natürlich findet sich auch das gesamte Produktportfolio von Commodore: Vom C64 bis hin zum Amiga 4000/040 sind sämtliche Commodore-Rechner vertreten, die seinerzeit Computergeschichte schrieben. Natürlich sind neben den Commodores auch diverse IBM-Rechner sowie die guten, alten Sinclair, Altair oder sogar Zenith, die vor 25 Jahren in keinem Kinderzimmer fehlen durften.

Zubehör über Zubehör
Auch die Peripherie kommt nicht zu kurz, die damals üblichen Nadeldrucker, Diskettenlaufwerke und Modems sind ebenfalls im Paket enthalten, zudem diverse andere Hard- und Software. Das Problem bei den Druckern ist natürlich die Inbetriebnahme. Es gibt wohl kaum noch Farbbänder für derart veraltete Drucker, besonders dann, wenn es sich um Exoten handelt. Dennoch: Der Vintage-Fan könnte mit dem Paket seine Freude haben, auch wenn die Geräte wohl teilweise wieder bei Ebay landen dürften. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels stand das Gebot übrigens bei günstigen 1800 Dollar. Der Versand dürfte allerdings teurer werden: Ein Container wird sicherlich benötigt, um die Rechner sicher aus den USA zu überführen. Kostenpunkt: Rund 1500 Euro.
