Werbefinanzierter Internetzugang
WLAN: Europa soll kostenlose Hotspots bekommen
Kostenlos ins Internet, das ist bisher nur für wenige Menschen möglich. Das soll sich nach Willen des Unternehmens Free-Hotspot.com künftig ändern: Das britische Unternehmen will europaweit kostenlose WLAN-Hotspots zur Verfügung stellen. Gerade Bewohner von Ballungsgebieten könnten auf diese Weise an kostenloses Internet kommen.
Doch wie kann ein Unternehmen kostenlose Access-Points und Internet zur Verfügung stellen? Schließlich kosten Hardware, Einrichtung und Internet-Zugang bekanntlich Geld. Die Lösung ist, wie so oft, Werbung. Mit dem Netzwerk von Free-Hotspot.com soll es Werbetreibenden möglich sein, Werbung gezielt innerhalb des Netzwerks zu platzieren. Der Kunde muss diese Werbung in Form von Bannern über sich ergehen lassen - das ist der Preis des freien Surfens.
Lokalisierte Werbung zur Finanzierung
In der Praxis sähe die lokalisierte Werbung dann so aus, dass Anwender, die in einem bestimmten Accesspoint eingewählt sind, Werbung von einem China-Restaurant um die Ecke bekommen. Oder einem Supermarkt. Oder einem Schuhgeschäft. Anwender, die in einem anderen Hotspot eingewählt sind, erhalten andere Werbung. Dadurch kann die Werbung wesentlich effizienter platziert werden, was höhere Gewinnmargen für Free-Hotspot.com bedeutet.
Der Endanwender bekommt, bis auf die Werbung, nichts davon mit. Dafür kann er die Vorzüge von kostenfreiem Internet nutzen, ab und zu möglicherweise unterbrochen von einer Werbe-Website wie anno Tobak beim inzwischen von Arcor übernommenenen kostenlos-Provider Germany.net. In anderen Ländern funktioniert diese Marketing-Idee bereits vortrefflich, nun soll auch Europa verhotspottet werden.
Keine Ausstattung von Armenvierteln?
In Cafés, Kneipen, Hotels, Restaurants, Wartehallen, Einkaufszentren und an öffentlichen Plätzen sollen freie Zugangspunkte entstehen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Ausstattung nur dort erfolgt, wo sich auch finanzstarke Kundschaft einfindet, also in Gebieten, wo die Bewohner ohnehin über Internet verfügen. Ärmere Gegenden, deren Bewohner aus finanziellen Gründen auf Internet verzichten müssen, werden höchstwahrscheinlich nicht verkabelt, schließlich lassen sich mit ihren Bewohnern keine Geschäfte machen. Andererseits könnte dort Discounter-Werbung gesetzt werden.
Wer den kostenlosen Dienst nutzen will, muss allerdings erst einmal eine nicht unerhebliche Anzahl von persönlichen Daten angeben, um die Hotspots nutzen zu können. Offensichtlich geht es Free-Hotspot.com auch darum, den Nutzer möglichst gut zu durchleuchten, um die Werbung nicht nur Orts- sondern auch Nutzerbezogen absetzen zu können. Welche Daten dabei an die Werbekunden des Unternehmens übermittelt werden, ist mehr als fraglich.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag
Kostloses WLAN ist ja ganz schön... erleide auch noch die Werbung. Warum nicht so?? Ich Bezahle heute mein ADSL Abo sowieso an meinen Proveider. Das würde ich viel Lieber an die Firma bezahlen die mir auch...