Neuer Laptop für 100 Dollar? Kein Problem!

MIT: Das 100-Dollar-Notebook nimmt Formen an

Die Welt spaltet sich in zwei Lager: Reiche Länder, in denen sich jeder einen Computer leisten kann. Und arme Länder, wo Computer und Internet eher eine Ausnahmeerscheinung sind, die von Kindern armer Familien kaum genutzt werden kann. Die Dritte Welt des 21. Jahrhunderts ist die des 20. Jahrhunderts, nur, dass nun Rückständigkeit auch in Sachen Informationstechnik stattfindet. Forscher des MIT möchten diese Spaltung verhindern: Günstige Informationstechnik muss her.

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100-Dollar-Notebook des MIT - Einfache Handhabung, Strom per Handkurbel.
Einfache Handhabung, Strom per Handkurbel.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Portabel, robust und günstig
  2. 2Prototyp im November
  3. 3Weltrevolution der neuen Art

Das ambitionierte Projekt der Wissenschaftler: Das 100-Dollar-Notebook für Drittwelt-Länder. Der Rechner wird am Michigan Institute for Technology entwickelt und soll vor allem Kindern in Entwicklungsländern helfen, Informationstechnik zu nutzen. Der Geist hinter dem Projekt ist einfach, aber enorm sinnvoll: Die moderne IT-Branche ist nicht mehr Rohstoff- sondern Ideen-basiert. Entsprechend hoch ist die Chance, dass sich Entwicklungsländer mit guten Ideen aus ihrer Misere retten können. Das Problem dabei: Um die Ideen ausführen zu können, wird teure Technologie benötigt, Rechner, Netzwerke. Der 100-Dollar-Laptop soll dieses Problem zumindest teilweise beheben.

100dollarnotebook


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Portabel, robust und günstig

Das Ziel ist es, einen portablen und vor allen Dingen robusten Rechner mit allem drum und dran für rund 100 Dollar anzubieten - das ist günstig, selbst verglichen mit den billigsten Angeboten der Elektronik-Discounter. Allerdings müssen die 100-Dollar-PCs auch in völlig anderen Umgebungen funktionieren. Während aktuelle Billig-PCs in den seltensten Fällen den Schreibtisch oder die Flughafen-Wartehalle verlassen, muss der Drittwelt-Laptop auch auf staubigen Straßen und schmutzigen Dorfschulen funktionieren.

Ebenfalls im Lastenheft: Ausreichende Leistung für die meisten IT-Funktionen, einfacher Zugang zum Internet, ein günstiges Betriebssystem auf Linux-Basis, lange Akku-Laufzeit, Farbdisplay, ein stromsparendes Gesamtkonzept und natürlich ein robustes Design, dessen Technik sich auch in abgelegenen Gebieten warten, reparieren und natürlich betreiben lässt. All das klingt mehr nach teurem Militär-Gerät als nach einem 100-Dollar-Laptop für Schulkinder. Und so ist es auch, der einzige Unterschied ist die Tatsache, dass Militärgerät aufgrund seines besonderen Konzepts meist viel mehr kostet als ebenbürtige Zivil-Technologie.

Große Anforderungen

Die ersten Schritte zum Erfolg sind nun abgeschlossen, das Konzept nimmt langsam Formen an: Ein AMD-Prozessor mit 500 MHz soll als CPU dienen, 1 Gigabyte Flash-Speicher als Fest- und Arbeitsspeicher, außerdem soll WLAN und sogar Mobilfunk-Funktionalität eingebaut sein. Das Display hat eine Auflösung von einem Megapixel, was der klassischen 1024x768-Auflösung entspricht, mit der auch viele teure Laptops noch arbeiten.

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