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MIT: Das 100-Dollar-Notebook nimmt Formen an
Neuer Laptop für 100 Dollar? Kein Problem!

von Christian Rentrop Uhr veröffentlicht

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Die Welt spaltet sich in zwei Lager: Reiche Länder, in denen sich jeder einen Computer leisten kann. Und arme Länder, wo Computer und Internet eher eine Ausnahmeerscheinung sind, die von Kindern armer Familien kaum genutzt werden kann. Die Dritte Welt des 21. Jahrhunderts ist die des 20. Jahrhunderts, nur, dass nun Rückständigkeit auch in Sachen Informationstechnik stattfindet. Forscher des MIT möchten diese Spaltung verhindern: Günstige Informationstechnik muss her.

Die Welt spaltet sich in zwei Lager: Reiche Länder, in denen sich jeder einen Computer leisten kann. Und arme Länder, wo Computer und Internet eher eine Ausnahmeerscheinung sind, die von Kindern armer Familien kaum genutzt werden kann. Die Dritte Welt des 21. Jahrhunderts ist die des 20. Jahrhunderts, nur, dass nun Rückständigkeit auch in Sachen Informationstechnik stattfindet. Forscher des MIT möchten diese Spaltung verhindern: Günstige Informationstechnik muss her.

Das ambitionierte Projekt der Wissenschaftler: Das 100-Dollar-Notebook für Drittwelt-Länder. Der Rechner wird am Michigan Institute for Technology entwickelt und soll vor allem Kindern in Entwicklungsländern helfen, Informationstechnik zu nutzen. Der Geist hinter dem Projekt ist einfach, aber enorm sinnvoll: Die moderne IT-Branche ist nicht mehr Rohstoff- sondern Ideen-basiert. Entsprechend hoch ist die Chance, dass sich Entwicklungsländer mit guten Ideen aus ihrer Misere retten können. Das Problem dabei: Um die Ideen ausführen zu können, wird teure Technologie benötigt, Rechner, Netzwerke. Der 100-Dollar-Laptop soll dieses Problem zumindest teilweise beheben.

100dollarnotebook

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Einfache Handhabung, Strom per Handkurbel.

Portabel, robust und günstig

Das Ziel ist es, einen portablen und vor allen Dingen robusten Rechner mit allem drum und dran für rund 100 Dollar anzubieten - das ist günstig, selbst verglichen mit den billigsten Angeboten der Elektronik-Discounter. Allerdings müssen die 100-Dollar-PCs auch in völlig anderen Umgebungen funktionieren. Während aktuelle Billig-PCs in den seltensten Fällen den Schreibtisch oder die Flughafen-Wartehalle verlassen, muss der Drittwelt-Laptop auch auf staubigen Straßen und schmutzigen Dorfschulen funktionieren.

Ebenfalls im Lastenheft: Ausreichende Leistung für die meisten IT-Funktionen, einfacher Zugang zum Internet, ein günstiges Betriebssystem auf Linux-Basis, lange Akku-Laufzeit, Farbdisplay, ein stromsparendes Gesamtkonzept und natürlich ein robustes Design, dessen Technik sich auch in abgelegenen Gebieten warten, reparieren und natürlich betreiben lässt. All das klingt mehr nach teurem Militär-Gerät als nach einem 100-Dollar-Laptop für Schulkinder. Und so ist es auch, der einzige Unterschied ist die Tatsache, dass Militärgerät aufgrund seines besonderen Konzepts meist viel mehr kostet als ebenbürtige Zivil-Technologie.

Große Anforderungen

Die ersten Schritte zum Erfolg sind nun abgeschlossen, das Konzept nimmt langsam Formen an: Ein AMD-Prozessor mit 500 MHz soll als CPU dienen, 1 Gigabyte Flash-Speicher als Fest- und Arbeitsspeicher, außerdem soll WLAN und sogar Mobilfunk-Funktionalität eingebaut sein. Das Display hat eine Auflösung von einem Megapixel, was der klassischen 1024x768-Auflösung entspricht, mit der auch viele teure Laptops noch arbeiten.

Das Netzteil soll gleichzeitig als Tragegriff dienen, ein Gummiüberzug soll das Gerät vor Umwelteinflüssen schützen. Eine eingebaute Handkurbel erzeugt selbst in der abgelegensten Region Strom. Obendrein soll das Gerät über ein Schreib-Trackpad verfügen, ähnlich wie PDAs und als Tablet-PC genutzt werden können. Insgesamt also eine eierlegende Wollmilchsau, wenn auch eher schwachbrüstig, was die Leistung angeht. Allerdings dürfte ein speziell angepasstes Linux dieses Problem optimal lösen, schließlich geht der größte Teil der Rechenleistung heutzutage für grafische Spielereien und unnütze Systemfunktionen drauf - mit einem PC mit 500 Gigahertz lässt sich durchaus arbeiten.

Prototyp im November

Den ersten Prototyp möchte 100-Dollar-Notebook-Erfinder Nicholas Negroponte im November vorstellen. Das Gerät soll allerdings nicht nur in armen Ländern verkauft werden, sondern auch in den reicheren Ländern. Wenn es sich um ein rundes Gesamtkonzept handelt, könnte sich der kleine Laptop durchaus als ständiger Begleiter von Schülern rund um die Welt etablieren. Der Preis würde Schulen in Europa, Asien und den USA die Ausstattung ganzer Jahrgänge mit dem günstigen Rechner erlauben, Notebooks statt Kopien und Büchern.

100dollarnotebook

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Einfache Handhabung, Strom per Handkurbel.

Doch Negroponte denkt bereits weiter: Seine Organisation "One Laptop Per Child" möchte bereits im ersten Jahr zwischen fünf und 15 Millionen der günstigen Rechner produzieren und an Brasilien, China, Ägypten, Thailand und Südafrika ausliefern. Sollte das Projekt erfolgreich sein, wonach es zur Zeit sehr aussieht, werden bereits in zwei Jahren rund 100 Millionen der Billig-Notebooks in die Welt gestreut worden sein. Die Entwicklungsländer sind bereits seit Monaten scharf auf die Rechner, Brasilien hatte bereits im Juli Interesse angemeldet, andere Länder folgten.

Weltrevolution der neuen Art

Glaubt man Negroponte, wird der 100-Dollar-Laptop eine Revolution auslösen. Plötzlich könnten große Bevölkerungsteile, die bisher keinen Rechner hatten, in die digitale Welt vorstossen und sich von der informationstechnischen Dritten Welt in die erste Welt aufschwingen. Schon scheinen boomende IT-Branchen in Ländern wie Brasilien, Uganda oder Ägypten Realität zu werden, die diese Länder für immer aus den Klammern der Armut retten könnte. Nach der breiten Ausstattung der Bevölkerung mit Rechnern fehlen dann nur noch die Ideen. Und die haben bekanntlich reiche und arme Leute gleichermaßen.

Allerdings könnte es an der praktischen Umsetzung. Die ärmsten Länder der Welt haben keine Sorgen, weil ihre Schüler nicht ins Internet kommen, vielmehr haben Länder wie Somalia, Tadschikistan oder Niger das Problem, dass ihr Nachwuchs verhungert, bevor er überhaupt die Schulreife erreicht. Insofern hilft der 100-Dollar-Rechner Schwellenländern, die Schwelle zu überschreiten. Echte Drittwelt-Staaten hingegen werden mit den Rechnern nichts anfangen können, solange ihre Regierungen das dringend für Nahrung benötigte Geld lieber in irgendwelche Bürgerkriegs-Projekte pumpen.

Kommentare zu diesem Artikel

Die Welt spaltet sich in zwei Lager: Reiche Länder, in denen sich jeder einen Computer leisten kann. Und arme Länder, wo Computer und Internet eher eine Ausnahmeerscheinung sind, die von Kindern armer Familien kaum genutzt werden kann. Die Dritte Welt des 21. Jahrhunderts ist die des 20. Jahrhunderts, nur, dass nun Rückständigkeit auch in Sachen Informationstechnik stattfindet. Forscher des MIT möchten diese Spaltung verhindern: Günstige Informationstechnik muss her.

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  • Joachim schrieb Uhr
    Ich auch

    Ich will auch so ein Gerät haben, statt der schweren, lauten (Lüfter!) und energiefessenden (schnell entladenen) Schlepptops! Für die Dritte Welt sollte allerdings ein TV-Empfänger hinein und ein Mobilfunkteil, wer kann sich schon mehrere Elektronik-Geräte leisten? Der Bildschirm könnte auch getrennt sein, manche werden Röhrenmonitore bevorzugen.
  • Tweek schrieb Uhr
    Upsa... der Fehler wird umgehend korrigiert. Aber mit der Handkurbel soll das wohl echt klappen. Ist mir zwar auch ein Rätsel, aber gut, wem's hilft? Jedenfalls scheint das Ding Realität zu werden, das MIT nimmt schon Bestellungen auf.
  • Jan schrieb Uhr
    Re: Re: Tja, nett - aber ob die...

    Ich will das Ding haben! Ich bin schon mal der erste käufer. Schön billig und zum chatten, surfen und musik hören oder e-mails schreiben reicht es ja wohl. Und der Flashspeicher lässt sich ja sicherlich noch erweitern und die Handkurbelidee ist auch nicht schlecht. allerdings glaub ich eher das dieses Projekt nicht durchsetzbar ist. ABer mal schauen. Mich würde es auf jedenfall freuen, wenn sowas gäbe. 500 Gigaherz statt Megaherz wären natürlich noch besser *g*
  • FEHLER schrieb Uhr
    Re: Tja, nett - aber ob die...

    Ihr habt 500 Gigahertz geschrieben auf der 2. Seite
  • Michael Knott schrieb Uhr
    Tja, nett - aber ob die Handkurbel wirklich genügend Power liefert wage ich zu bezweifeln. Das kennt man ja von diversen Werbegeschenken, Taschenlampen und solchem Kram. Ich hatte mal ein Radio mit so einer Kurbel und kann dir sagen das zehn Minuten Gekurbele ganz schön stressig sein kann. Vor allem wenn das Teil dann auch nur zehn Minuten Musik macht. Und dann einen ganzen Laptop befeuern? Das will ich erst mal sehen...
  • pixel schrieb Uhr
    Re: News - MIT: Das...

    die handkurbel ist doch das geilste an dem gerät. wenn das wirklich funktionieren sollte, wäre diese technik für viele mobile geräte zusätzlich wünschenswert.

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Die Welt spaltet sich in zwei Lager: Reiche Länder, in denen sich jeder einen Computer leisten kann. Und arme Länder, wo Computer und Internet eher eine Ausnahmeerscheinung sind, die von Kindern armer Familien kaum genutzt werden kann. Die Dritte Welt des 21. Jahrhunderts ist die des 20. Jahrhunderts, nur, dass nun Rückständigkeit auch in Sachen Informationstechnik stattfindet. Forscher des MIT möchten diese Spaltung verhindern: Günstige Informationstechnik muss her.
http://www.netzwelt.de/news/72587-100-dollar-notebook-nimmt-formen.html
2005-09-30 09:49:00
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