Amiga & C64 bald auf dem Handy?
Commodore: Die Rückkehr des glücklosen Spiele-Veterans
Totgesagte leben länger. Das gilt auch für den einstigen Herrscher über den Heimcomputer-Markt, Commodore. Verantwortlich für Kultrechner wie den C64 oder den Amiga, wurde die Firma Mitte der 90er massiv heruntergewirtschaftet. Die Marke wechselte mehrmals den Besitzer, wollte sich aber nicht mehr so recht etablieren. Nun haben zwei niederländische Hersteller das Ruder übernommen, mit dem Ziel, eine Spieleschmiede unter dem kultigen Markenemblem zu errichten.
Commodore soll Handyspiele herstellen
Yeahronimo Media Ventures Inc. ist bereits seit einiger Zeit im Besitz der Marke Commodore. Unter diesem Label wurden bisher MP3-Player und ein Musikdienst angeboten. Zusammen mit The Content Factory plant Yeahronimo nun, Commodore auch wieder als Spielemarke auf dem Markt zu platzieren. Das dafür vorgesehene Startkapital beläuft sich auf 18 Millionen Euro. Wer nun allerdings hofft, die alten C64-Klassiker könnten auf dem PC ein Revival erleben, wird enttäuscht werden.
Yeahronimo plant eine dreistufige Vermarktung der Videospiele. Die erste Stufe beinhaltet eine Nutzung der mit der Marke Commodore eingekauften Videospiel-Lizenzen. Retrospiele im C64-Stil sollen für kleine Unterhaltungsgeräte erscheinen, darunter Handys und andere mobile Geräte. Schritt zwei beinhaltet die Entwicklung spezieller Hardware-Produkte für diese und andere Spiele, also Joysticks, Mäuse und andere Eingabe-Geräte.
Eigene Titel in Planung
Der dritte Schritt soll dann die Erstellung neuer Spieletitel unter dem Commodore-Label sein. Diese sollen zwar hauptsächlich auf mobilen Endgeräten, also PDAs, Handys, Handheld-Konsolen und MP3-Playern laufen, doch eine PC-Portierung ist zumindest bei erfolgreichen Titeln nicht ausgeschlossen. Konsolen-Titel sollen dann ebenfalls erscheinen. Ob das Projekt erfolgreich sein wird, ist fraglich, immerhin scheint fast ein Fluch auf Commodore zu liegen, der nichts weiter besagt als: "Jede Firma, die sich mit der Marke befasst, soll Probleme haben." Allerdings scheint Yeahronimo den richtigen, wenn auch etwas würdelosen Weg in Form von Handy-Spielen gefunden zu haben.
"Commodore gehört traditionell zu den stärksten Spiele-Marken der Welt", so Ben van Wijhe, CEO von Yeahronimo. Diese Feststellung mag 1990 gestimmt haben, 15 Jahre später denken viele Leute eher an 30 Jahre alte Opel-Modelle, statt an kleine, kurzweilige Heimcomputer, wenn Sie das Wort "Commodore" hören. Dennoch: "Es bietet sich geradezu an, das Produktportfolio durch Hardwareprodukte für den Spiele-Bereich zu erweitern", daran glaubt van Wijhe weiter. Bleibt zu hoffen, dass ihn der Commodore-Fluch nicht zu Boden reißt.
Links zum Thema
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