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Die beste Sicherheits-Freeware
Sicher ist auch bei kostenlosen Downoads sicher

von Moritz Zielenkewitz Uhr veröffentlicht

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Im Reigen der Sicherheits-Freeware tanzen Virenscanner, Spyware-Tools, Firewalls, Passwort-Manager, Verschlüsselungs-Programme und Anonymisierer um die Wette. Die Diagnose ist klar, doch die Behandlung des Systems zur Prophylaxe und bei akuten Ausbrüchen kennt vielfältige Herangehensweisen. Aus diesem Grund stellt netzwelt zusätzlich zum Primus in der jeweiligen Kategorie - wenn möglich - mindestens eine Alternative zur Verfügung. Denn gerade bei Bedienbarkeit und Optik spielt das eigene Empfinden eine große Rolle.

Spyware-Tools: Der Spion, den ich siebte

Diese Gattung ungebetener Gäste auf dem Computer hat viele Namen: Spyware, Adware oder Malware im Allgemeinen. Sie vereint die Aufgabe, sich möglichst unbemerkt im System einzunisten und dort Unheil zu stiften. Das kann das Ausspionieren der Surfgewohnheiten, das unbemerkte Einbringen von Werbung oder gar die versuchte Übernahme der Administratorenrechte sein. Spyware-Tools sollten diese Schädlinge möglichst zuverlässig aufspüren.

Im Segment der Sicherheits-Freeware teilen sich hier zwei exzellente Programme den Spitzenplatz. Auf der einen Seite leistet Ad-Aware (zum Tutorial | zum Download) gute Arbeit gegen die digitalen Spione. Eine aktuell gepflegte Datenbank mit potentiellen Bedrohungen beinhaltet derzeit mehr als 130.000 Einträge, verschiedene Scanmodi finden einen guten Kompromiss zwischen Gründlichkeit und Zeitaufwand. Gefundene Malware kann je nach Bedrohungsgrad in die Quarantäne verschoben oder gelöscht werden.

Der zweite und ebenfalls leistungsstarke Kandidat ist Spybot Search & Destroy (zum Tutorial | zum Download). Bei Spybot hilft auf Wunsch ein Assistent bei der Spyware-Suche und bietet an, einen Wiederherstellungspunkt zu setzen. Hier gibt es nur eine normale Suche, die läuft allerdings erfreulich schnell ab. Die gefundenen Bedorhungen können wie bei Ad-Aware auch einzeln oder komplett entfernt werden.

Ad-Aware

Spybot

Virenscanner: Impfung und Medizin

Wer Sicherheits-Freeware hört, denkt vermutlich schnell an den Virenscanner: ein Programm, das schadhaften Programmcode anhand einer Datenbank erkennen Alarm schlagen kann. Quarantäne ist dann das geringste Übel, das einem Virus blüht, in den meisten Fällen wird die Malware gelöscht. Den besten Schutz bieten hier so genannte On-Access-Scanner, die im Windows-Betrieb permanent im Hintergrund laufen und sämtliche Datenbewegungen vorab filtern.

Hier kann AntiVir (zum Tutorial | zum Download) die Spitzenposition für sich verbuchen. Die Freeware überzeugt durch regelmäßige Updates der Virendefinitionen und eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit - auch die unliebsamen False Positives, also fälschlicherweise als gefährlich eingestufter Code, treten so gut wie nie auf. Der einzige Wermutstropfen von AntiVir ist der Notifier, der bei jeder Aktualisierung als Pop-Up erscheint. Doch auch der kann deaktiviert werden.

Auch Avast (zum Tutorial | zum Download) ist nicht zu verachten: Der kostenlose On-Access-Scanner nimmt seine Aufgabe ebenfalls sehr ernst, bremst das System allerdings stärker aus. Zudem sind die Zeitintervalle der Updates in der Regel größer. Avast buhlt nicht mit einem Notifier um Aufmerksamkeit, sondern verlangt bei der Installation eine gültige E-Mail-Adresse.

Wer sein System hingegen nicht mit einem solchen On-Access-Scanner belasten möchte, kann stattdessen mit einem On-Demand-Scanner arbeiten. Dieses Programm analysiert Dateien nicht im laufenden Betrieb, sondern wie bei den Spyware-Tools nur auf ausdrücklichen Befehl hin. Hier leistet Clamwin (zum Tutorial | zum Download) eine gute Arbeit, das Programm dient sogar als Portable und kann Computer vom USB-Stick aus scannen.

So weit, so gut - doch die hier vorgestellten Virenscanner haben einen Nachteil: Da sie über Virendefinitionen arbeiten, dauert es einige Zeit, bis neue Ausbrüche von der Software gehandhabt werden können. Diese so genannten Zero-Day-Bedrohungen sind ein Problemfeld von Antiviren-Tools. Deshalb kann hier ThreatFire (zum Tutorial | zum Download) als Zusatz unter die Arme greifen: Die Freeware lässt Virendefinitionen außen vor und verlässt sich einzig auf Heuristik, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Programm aufgrund seines Verhaltens bösartig sein könnte.

AntiVir

Anti-Phonehome: Microsofts Rückrufaktion

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, allerdings nach wie vor nicht allen Nutzern im Gedächtnis: Windows-Betriebssysteme haben die unerfreuliche Angewohnheit, in bestimmten Situationen Kontakt mit den Microsoft-Servern aufzunehmen, um Informationen abzurufen oder zu versenden - kein allzu gutes Gefühl. Abhilft schafft hier XP-Antispy (zum Tutorial | zum Download), in dem es Änderungen an der Registry vornimmt und die Kontaktaufnahme so unterbindet.

Ein vergleichbares Programm, das sich ebenfalls das Nach-Hause-telefonieren von Windows auf die Fahnen geschrieben hat, ist XPY (zum Tutorial | zum Download); der Fluch des Zweiten sorgte allerdings dafür, dass Beliebtheit und Funktionsumfang gleichermaßen hinter XP-Antispy zurückblieben. Hoffnung können auch Besitzer von Windows Vista schöpfen: Vispa (zum Tutorial | zum Download) versucht den Ansatz von XP-Antispy für Microsofts neues Betriebssystem weiterzuverfolgen. Die ersten Versionen können sich bereits sehen lassen und bringen Vista zum Schweigen.

XP-Antispy

Passwort-Manager: Kombinationsgabe

Im Computer-Alltag sind Passwörter ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheit. Dabei lauern jedoch zwei Gefahren: Einfache Kombinationen sind leicht zu knacken, schwierige sind leicht zu vergessen. Deshalb gibt es Programme wie KeePass (zum Tutorial | zum Download): Die Freeware sichert als eine Art virtueller Safe alle Passwörter und wird selbst mit einem Master-Passwort geschützt. So genügt ein starkes Passwort, um alle anderen Kombinationen abrufbar zu haben. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch KeyWallet.

KeePass

Firewalls: Feuriges Mauerwerk

Neben einem Virenscanner gehören Software-Firewalls mittlerweile zur Grundausstattung eines jeden Computers. Oft kommt die Diskussion auf, ob solche Firewalls sinnvoll sind oder nur den Rechner verlangsamen, da der DSL-Router viele schädliche Anfragen blockiert. Dabei wird jedoch der Nutzer als Gefahrenquelle außer Acht gelassen: Denn eine Software-Firewall kann zusätzlich kontrollieren, welche Informationen und Daten das System verlassen.

Eine gute Leistung zeigt hier die Firewall Zone Alarm (zum Tutorial | zum Download): Nach der Installation stellt die Freeware erst einmal alles in Frage, was den Computer besuchen oder verlassen will. Über Regeln und Filterlisten kann während der ersten Sitzungen die Spreu vom Weizen getrennt werden, damit Zone Alarm lernt, welche Programme zu den Guten gehören. Auf Wunsch bietet Zone Alarm sogar einen E-Mail-Schutz an.

Es gibt noch weitere kostenlose Software-Firewalls, die mit einem guten Gefühl installiert werden können: Die Comodo Firewall gehört ebenso dazu wie die unter dem Namen Kerio bekannt gewordene Sunbelt Firewall (zum Tutorial | zum Download). Hier sollte jeder Nutzer durch Ausprobieren entscheiden, welche Firewall in Sachen Benutzbarkeit und Leistung am ehesten den eigenen Vorstellungen entspricht.

Zone Alarm

Verschlüsselung: Heimanwender-Enigma

Wer nicht nur sein System, sondern ganz spezielle Ordner vor neugierigen Blicken schützen will, muss zu Verschlüsselungs-Tools greifen. TrueCrypt (zum Tutorial | zum Download) gibt hier in Sachen Effektivität und Bedienung den Ton an: Das Programm erstellt virtuelle Laufwerke, die mit 256 bit verschlüsselt werden. Diese Laufwerke können wie Festplatten angesprochen werden; den Inhalt sieht indes nur derjenige, der den Schlüssel kennt.

TrueCrypt

Anonymität: Vernetzter Maskenball

Ein Aspekt der Sicherheit, der oft vernachlässigt wird, ist der Schutz der eigenen Privatsphäre im Internet. Denn normalerweise wird bei jedem Seitenaufruf ein Teil der Identität offengelegt, indem IP-Adresse und Referrer mitgesendet werden. Ein wenig gesunde Paranoia ist hier nicht nur für Nutzer empfehlenswert, die in illegale Handlungen im Netz verstrickt sind. So, wie auch die eigene Kreditkarte nicht jedem unter die Nase gehalten wird, sollten persönliche Informationen auch im Internet nur dahin gelangen, wo der Nutzer will.

Die notwendige Anonymität kann beispielsweise der Browser liefern: Je nachdem, ob Firefox oder Opera das Programm des Vertrauens sein sollen, sollte entweder der xeroBank Browser (zum Tutorial | zum Download) oder OperaTor (zum Tutorial | zum Download) verwendet werden. Beide setzen zur Verschleierung der Identität auf das Anonymisierungs-Netzwerk Tor, das sämtliche Anfragen über mehrere zufällige Knotenpunkte umleitet und so den Ursprung unkenntlich macht.

Es gibt - gerade für unterwegs - auch die Möglichkeit, mit einem komplett anonymen Betriebssystem ins Internet zu gehen; das lohnt sich auf fremden Computern oder im Internet-Café. Einen interessanten Ansatz verfolgt hier Anonym.OS (zum Tutorial | zum Download), das als Live-CD startet. Somit wird Anonym.OS geladen, bevor das eigentliche Betriebssystem aufgerufen wird.

xeroBank Browser

OperaTor

Fazit: Kostenlose Sicherheit ist möglich

Diese Auflistung von Freeware-Tools zeigt, dass der Computer auch ohne kostspielige Programme effektiv geschützt werden kann. Virenscanner und Spyware-Tools halten Schädlinge ab, Passwörter können geschützt und Ordner verschlüsselt werden, eine Firewall kontrolliert, wer rein oder raus will. Und auch der Schutz der eigenen Identität im Internet kommt nicht zu kurz.

Die Empfehlungen im Überblick

ProgrammSieger bei
Ad-AwareSpyware-Tools
Spybot Search & DestroySpyware-Tools
AntiVirVirenscanner
XP-AntispyAnti-Phonehome
KeePassPasswort-Manager
Zone AlarmFirewalls
TrueCryptVerschlüsselung
xeroBank BrowserAnonymität
OperaTorAnonymität
Kommentare zu diesem Artikel

Viren, Würmer, Trojaner, Spione - nicht nur Griechen und das menschliche Immunsystem müssen sich mit solchen unliebsamen Besuchern herumschlagen. Auch der Computer ist Tag für Tag diesen Gefahren ausgesetzt, deshalb sind Programme dringend nötig, die eine Phalanx gegen die Schädlinge aufstellen. Die beste Sicherheits-Freeware hat netzwelt zusammengestellt.

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Viren, Würmer, Trojaner, Spione - nicht nur Griechen und das menschliche Immunsystem müssen sich mit solchen unliebsamen Besuchern herumschlagen. Auch der Computer ist Tag für Tag diesen Gefahren ausgesetzt, deshalb sind Programme dringend nötig, die eine Phalanx gegen die Schädlinge aufstellen. Die beste Sicherheits-Freeware hat netzwelt zusammengestellt..
http://www.netzwelt.de/news/72565-beste-sicherheits-freeware.html
2007-11-29 18:03:00
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