Blick in die Zukunft
Daten-Wahnsinn: Wo soll das noch hinführen?
Wir schreiben das Jahr 5005. Eine Gruppe von Wissenschaftlern macht sich auf die Suche nach den Überresten einer großen Zivilisation in einer der unwirtlichsten Regionen der Welt: Zentraleuropa. Einige Spatenstiche im Permafrost, schon legen die Forscher erste Artefakte frei. Ein großer, grauer Metallkasten kommt zum Vorschein und hunderte von silbernen Scheiben, die im Sonnenlicht bunt schimmern. "Was ist das?", fragt einer der jüngeren Forscher. "Ein Kalender, mein Sohn, ein Kalender..."
Inhaltsverzeichnis
- 1Wie alles begann
- 2Höher, schneller, weiter
- 3Umkopieren: Der Horror künftiger Generationen
- 4Was ist eine 8-Spur-Kassette?
- 5Der kurze Weg auf den Müll der Geschichte
- 6 Veröffentlichen, sonst droht der Tod
Diese Szene aus der fernen Zukunft könnte tatsächlich eines Tages stattfinden. Wissenschaftler, die die Spuren unserer Zivilisation ausheben und nichts entdecken, außer einer ganzen Menge silberner Kunststoff-Scheiben und grauen Kisten, deren Inhalt einige Elektronikbauteile, Ventilatoren und kleinere Kästchen mit weiteren Scheiben sind. Die Rede ist von CD-ROMs, DVDs, Festplatten, Speicherkarten und ihren Nachfolgern - Datenträger, deren Zukunft mehr als fraglich ist.
Wie alles begann
Wir schreiben das Jahr 1990. Die ersten Consumer-PCs werden mit Festplatten ausgestattet. Speicherkapazitäten zwischen 10 und 40 Megabyte sind die Regel, der Arbeitsspeicher eines damaligen PCs, beispielsweise des IBM PS1, beträgt rund ein Megabyte - maximal. Schon bald sollen die ersten CD-ROM-Laufwerke die Rechner erobern und unter dem Stichwort "Multimedia" die Performance-Wünsche der Kunden in bisher ungeahnte Höhen treiben. Keine 15 Jahre später haben sich die Speicherkapazitäten mehr als vertausendfacht. Festplatten mit 250 Gigabyte sind fest etabliert, der Arbeitsspeicher der Rechner hat sich mit einem ähnlichen Faktor vervielfacht, zwei Gigabyte sind keine Seltenheit mehr.
Und der Platz wird dringend gebraucht: Waren 1990 eigentlich nur Office-Dokumente auf einer PC-Festplatte zu finden, ist die Festplatte 2005 eine umfangreiche Daten-Bibliothek. Alles, was sich in irgendeiner Form digitalisieren lässt, wird abgespeichert, meist ohne Gegenstück in der realen Welt. Filme, Digitalfotos, Spiele, Musik, teilweise mit mehreren Gigabyte Dateigröße - da erscheinen die immer noch allgegenwärtigen Office-Dokumente wie Relikte aus einer längst vergangenen Zeit. Und die Entwicklung ist nicht aufzuhalten.
Höher, schneller, weiter
Interessant ist die Kapazitätssteigerung, denn die Laufwerke werden eher kleiner als größer, obwohl der Speicher ständig wächst. Geräte wie der iPod wären noch Ende der 1990er Jahre undenkbar gewesen, sowohl von der Größe, als auch vom Stromverbrauch. Viel Zeit ist seither nicht vergangen. Und das Wachstum kennt kein Ende. Zwar posaunen alle Jahre wieder besserwisserische Wissenschaftler, dass "die Grenzen des Wachstums bald erreicht" seien, zumindest was Speicherdichten angeht. Doch die Computer-Industrie sattelt dann einfach auf andere Materialien um oder verbessert die technischen Grundlagen, schon geht es weiter, oft mit enormen Leistungssteigerungen.


Regelmäßige Backups stellen einen entscheidenden Schlüssel zur Datensicherheit dar, sei es für die private Musiksammlung oder wichtige digitale Unterlagen. Das Gleiche gilt für die Wahl des passenden Datenträgers. Denn die verschiedenen Medien wie DVD oder Festplatte weisen teils erhebliche Unterschiede bei Preis, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit auf.
Ein britischer Museumsdirektor hat eine Nachahmung des weltweit ersten Rechners konstruiert. Das Original ist immerhin 2.000 Jahre alt und beschreibt die CPU eines heutzutage modernen Rechners. Beim älteren Modell gleicht diese durch ihre Präzision und der Komplexität einer Schweizer Uhr aus dem 19. Jahrhundert.
Vor 25 Jahren brachte Microsoft die erste Version des Windows-Betriebbsystems in den Handel. Damit wurde der Grundstein für die Entwicklung zum absoluten Marktführer gelegt.





Beiträge
insgesamt 11 BeiträgeZitat: übertrieben ist das nicht ist alles schon passiert mit den digitalen daten aus der ehemaligen ddr kann heute auch keiner mehr was anfangen weil es erstens keine geräte mehr für die medien...
Was sind denn Veden???
Ja-, unsere Zeit wird auf dem Müll der Geschichte landen. Geschieht ja auch nichts besonderes ausser Streitereien und Betrug. Merkwürdigerweise erhalten sich die Informationen die es Wert sind erhalten zu werden....
Ich schätze ebenso die Schallplatten und empfinde diesen Satz: "Für letztere (Schallplatten) gibt es immer noch einen Markt, allerdings nur, weil einige audiophile DJs meinen, das knisternde Vorkriegs-Relikt...
Zitat: was mir stinkt sind die vielen auseinander driftenden Standards. Irgendwann wird man wohl einen 1000 in 1 Cardreader brauchen (ich weiß ich übertreiben :) ) ...