Freud und Leid: Kostenlose Blogdienste im Test
Testsieger: Blogg.de
Das Testergebnis ist durchwachsen: Der beste Free-Blog-Anbieter ist Twoday.net, dicht gefolgt von Blogg.de. Alle anderen, bis auf 20Six.de, bewegen sich im oberen Mittelfeld. Hier stellt sich die Frage, was man benötigt. Das große Problem aller kostenlosen Blog-Dienste, mit Ausnahme von Twoday.net, ist die Werbung: Die Werbeeinblendungen bewegen sich irgendwo zwischen "penetrant" und "unerträglich". Da hilft im Zweifelsfall nur das Upgrade auf einen kostenpflichtigen Account. Hier ist Twoday in jedem Fall die beste Alternative, weil werbefrei. Dummerweise müssen sich Blogger bei Twoday mit 3 Megabyte Speicher begnügen, während beispielsweise Blogg.de rund 100 Megabyte für Bilder und Text zur Verfügung stellt. Hier ist die Werbung zwar vorhanden, aber erträglich, weshalb Blogg.de als Testsieger aus dem Vergleichstest hervor geht.
Allerdings sind sämtliche Free-Blog-Hoster im Grunde nichts weiter als professionelle Dienstleister. Der Leitspruch "the best things in life are free" stimmt hier nicht: Wer eine ordentliche Basis mit ausreichend Speicher für sein Weblog sucht, muss in jedem Fall dafür zahlen, und zwar bei allen Anbietern. Einzig Blog.de sticht hier hervor, als Beta-Version gibt es hier bisher nur kostenlose Blogs, vermutlich, um Kunden zu gewinnen, denen später ein Premium-Account angeboten werden kann. Letztendlich sind die kostenlosen Accounts bei allen Anbietern nichts weiter als Testangebote. Die Geschäftspraktiken gleichen denen von Drogendealern: Bloggen macht süchtig, deshalb ist der erste Schuss halt umsonst. Danach muss der Blogger zahlen, was aber in den meisten Fällen auch gerechtfertigt ist.

Fazit: Nichts ist umsonst im Leben
Neu-Blogger sollten sich überlegen, ob sie auf einen Blog-Dienst setzen möchten, an den sie nachhaltig gebunden sind, weil sich beispielsweise die Einträge nicht exportieren lassen, oder ob sie nicht direkt ein eigenes Blog aufsetzen. Lösungen wie Wordpress lassen sich mit ein wenig webdesignerischem Know-How auf jedem Webspace mit PHP-Fähigkeiten und Datenbank installieren. Solchen Webspace gibt es bereits ab 5 Euro im Monat und neben dem Blog erlaubt er natürlich auch das Hochziehen klassischer Web-Präsenzen und anderer Redaktionssysteme für Testzwecke. Der Anwender hat hier also die Freiheit, selbst zu entscheiden. Und wenn er das System wechseln möchte, kann er sich schnell ein Backup der SQL-Datenbank ziehen.
Eine weitere Alternative sind Blog-Programme wie RapidWeaver. Diese sind insofern besonders interessant, weil sie auf jedem noch so schlechten Webspace den Betrieb eines Blogs erlauben. Der Vorteil: Da das Blog logisch auf dem eigenen PC verwaltet wird, sind keine Datenbanken oder andere anspruchsvolle Dienste auf dem Webspace nötig - das Blog kann selbst auf dem Billig-Webspace betrieben werden, den jeder Internet-Provider mitliefert. Der Nachteil: Änderungen können nur vom Programm aus erfolgen und müssen jedesmal hochgeladen werden. Das kann gerade bei Volumen- und Zeit-Tarifen ins Geld gehen. Bloggen per Handy und andere Spielereien sind mit diesen Programmen ebenfalls nicht möglich, genauso wenig wie Kommentare, es sei denn, das Programm unterstützt externe Kommentar-Dienste, die ihrerseits wieder webbasiert laufen.
Lieber Marke Eigenbau
Sämtliche Billig-Blogdienste sind nichts weiter als Starter-Pakete. Wer ein umfangreiches Blog plant, sollte direkt auf die totale Freiheit setzen oder bei den beiden Testsiegern Blogg.de oder Twoday.net einen Premium-Account buchen. Wer Wert darauf legt, die volle Kontrolle zu haben, sollte sich auf jeden Fall eigenen Webspace buchen und dort ein Blog-System installieren. Das garantiert Freiheit und Mobilität gleichermaßen, ohne dass der Anwender an einen möglicherweise unzuverlässigen Blog-Hoster gebunden ist.
