Shuttle XPC SB86i im Test: Flüster-Würfel im BTX-Format
Zusammenbau: Widerspenstiger Riesenkühler
Mehr als zwei Festplatten und ein optisches Laufwerk passen nicht hinein. Die fehlende Möglichkeit, dann noch ein Diskettenlaufwerk einzubauen, wird durch einen 8-in-1-Kartenleser kompensiert, der unter anderem gängige Speichermedien der Formate CF, SM, SD, MS und MMC unterstützt. Für die klaustrophobischen Zustände zeichnen ein großes 275-Watt-Netzteil sowie der ausladende Prozessorkühler verantwortlich. Letzterer besteht aus einem massiven Kupferkern um den sich sage und schreibe 30 Lagen Aluminium auftürmen.
Als größte Hürde sollte sich der Einbau des Prozessors erweisen. Da der XPC SB86i auf einem Mainboard mit Intels 915G-Chipsatz für den Sockel 775 basiert, nimmt er nur mit Pentium-4- und Celeron-D-Prozessoren Vorlieb. Neben Hyper-Threading werden auch Frontside-Bus-Takte von 800 und 1.066 Megahertz unterstützt. Weiterhin verkraftet der Mini maximal zwei Arbeitsspeicher-Module mit einer Gesamtkapazität von zwei Gigabyte, wobei auch der flotte Dual-Channel-Modus unterstützt wird.
Der klobige CPU-Kühler krallt sich mit vier Schrauben am Mainboard fest, die sich zum Teil jedoch nur sehr schwer lösen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Schraubenzieher zum Teil nur schräg angesetzt werden kann und dessen unterer Teil nicht zu dick ausfallen darf. Doch unter Zuhilfenahme einer Zange und einiger Flüche gelingt es dem Tester letztendlich dennoch, den Kühler loszuwerden.
Zusammenbau: Leichtes und Problematisches
Ab hier geht alles sehr leicht von der Hand. Zunächst wird der Prozessor mit einer dünnen Schicht Wärmeleitpaste eingesetzt und der Kühler wieder montiert. Anschließend bauen wir den Arbeitsspeicher sowie den Laufwerkskäfig ein, den wir zuvor mit einem DVD-Laufwerk ausstatteten. Erst ganz zum Schluss kommen die Festplatten an die Reihe. Sie werden ebenfalls in Käfige, aber quer statt längs eingebaut. Die Abdeckung schließt per Hand mit drei Rändelschrauben auf der Rückseite.
Wie auch bei anderen Shuttle-Barebone üblich, stehen für zusätzliche Erweiterungen in Form von Sound-, TV- oder Grafikkarte jeweils ein PCI- und PCI-Express-Steckplatz bereit. Beim Einbau der Grafikkarte fällt auf, dass der Kühler nicht in Richtung Außenhülle, sondern zum Gehäuseinneren zeigt. Selbst sehr lange Karten mit GeForce 7800 GTX passen hier problemlos hinein. Mit der Stromversorgung klappt es leider nicht so reibungslos, da Nvidias High-End-Modelle gleich zwei 12-Volt-Anschlüsse benötigen, welche beim SB86i an sehr kurzen Kabeln hängen. Ohne ein Verlängerungskabel geht hier nichts.
Anschlüsse: Vielzählig und gut erreichbar
Auf der Rückseite des Barebones entdecken wie eine Vielzahl brauchbarer Anschlüsse für Monitor, USB 2.0 (2x), Firewire, PS/2 (2x), Gigabit-Ethernet, 8-Kanal-Audio, Line-in, SPDIF und serielle Peripherie. Wenn der Rechner nach einer falschen BIOS-Einstellung nicht mehr hochfahren will, genügt ein Druck auf den Reset-Knopf um die Standardkonfiguration wiederherzustellen. Innen weist der SB86i vier Serial-ATA-Schnittstellen, die RAID 0 und 1 unterstützen, sowie je einen Anschluss für ATA-100 und Diskettenlaufwerk auf.
Die vorderen Anschlüsse befinden sich nicht hinter einer Klappe auf der Frontpartie, sondern am Rand des Gehäuses. Links sind weitere Schnittstellen für Kopfhörer, Mikrofon und USB 2.0 (2x) platziert, rechter Hand befindet sich der Kartenleser unterhalb des kreisrunden Einschaltknopfs.

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