Klein, schick und leise
Shuttle XPC SB86i im Test: Flüster-Würfel im BTX-Format
Komplettsysteme
Fast schon unauffällig, mit schlichter weißer Frontpartie, kommt der wohl außergewöhnlichste Mini-PC aus dem Hause Shuttle daher. Der XPC SB86i entspricht bereits jetzt der neuen BTX-Verordnung, die in mehr oder minder naher Zukunft den Gehäuse-Standard ATX ablösen soll. Das bedeutet ein ausgeklügeltes, in Zonen aufgeteiltes Innenleben für ein besonders leises Betriebsgeräusch bei niedriger Lüfterdrehzahl und ausreichender Kühlung. Soweit zur Theorie.
Klein ist der der XPC SB86i ohne Zweifel, doch im Vergleich zu anderen Shuttle-Modellen wie dem High-End-Barebone SD31P legt er in der Länge nochmals um 50 Millimeter zu. Außerdem bringt er mit einem Bruttogewicht von 8,1 Kilogramm fast zwei Kilogramm mehr auf die Waage. Mit einem durchschnittlichen Straßenpreis von 350 Euro kostet der SB86i nicht mehr als ein normalgroßes PC-Gehäuse inklusive Mainboard und Netzteil. Eine Grafikkarte ist nicht zwingend notwendig, denn beim verwendeten Intel-Chipsatz ist sie bereits mit von der Partie.
Shuttle XPC SB86i (BTX)
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Inhalt
- Weiß ungleich Apple
- Außen hui, innen Klaustrophobie und Stahlblech
- Zusammenbau: Widerspenstiger Riesenkühler
- Zusammenbau: Leichtes und Problematisches
- Anschlüsse: Vielzählig und gut erreichbar
- Spiele- und Systembenchmarks
- Intel Pentium 4 kalt und ruhig gestellt
- Fazit
Weiß ungleich Apple
Nur weil ein Computer in glänzendem Weiß erstrahlt, muss er noch lange nicht von Apple stammen. Dennoch haben andere Hersteller mit einem solchen wenig Chancen, nicht gleich mit der PC-Alternative aus Cupertino verglichen zu werden. Durch die weit verbreitete Voreingenommenheit gehen eigenständige Ideen leider oft im schwammigem Oberbegriff der "Apple-Optik" unter. Lange Rede, kurzer Sinn: dem Shuttle XPC SB86i ersparen wir dieses Schicksal.
Zwar bietet er geschwungene Formen sowie helle Farbtöne, die beim Betrachter gewisse Assoziationen aufkommen lassen, aber mehr auch nicht. Dafür weiß die Shuttle-Optik auch ohne Apfel-Logo zu gefallen. In der elegant gerundeten Front befindet sich lediglich eine einzelne ovale Klappe, die den Zugang zum CD- oder DVD-Laufwerk auf Knopfdruck freigibt. An der Oberkante liegt ein schmaler Schlitz, durch den blaue und orangefarbende Streulicht-LEDs die Betriebsamkeit von Rechner und Festplatte signalisieren.
Außen hui, innen Klaustrophobie und Stahlblech
Sein relativ hohes Gewicht gegenüber anderen XPCs verdankt der SB86i seinem Stahlblech-Gehäuse. Während die gewöhnlichen ATX-Winzlinge in erster Linie auf leichtes Aluminium bauen, besteht der BTX-Barebone zum größten Teil aus dem schwereren Metall. Damit verdient er sich jedoch wiederum das "i" in der Modellbezeichnung, das bei Shuttle für wiederverwertbare Materialien steht.
Nach dem Abnehmen der mattsilbernen Hülle erweckt der SB86i allerdings den Eindruck, als sei er schon einmal wiederverwertet worden. Die optisch wenig ansprechende Innenkonstruktion erinnert entfernt an ein altes Computergehäuse nach der ersten Recycling-Reinkarnation. Nur gut, dass davon bei geschlossenem Gehäuse nichts zu sehen ist. Obwohl der BTX-Barebone durch seine längere Bauweise mehr Platz bietet als andere Shuttle-Modelle, lassen sich maximal drei Laufwerke unterbringen.
Links zum Artikel
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