Forschern gelang "Abhören" von Tastaturen

Verbraucherschutz: Datenklau durch's Tastenklackern

Amerikanischen Forschern gelang mittels Software das Entschlüsseln von Tastaturgeräuschen. Komplette Texte können durch Analyse von Tonaufnahmen rekonstruiert werden. Störgeräusche und unbekannte Tastaturen hindern die Software nicht an der Arbeit. Die Wissenschaftler benutzten für das Experiment ein zehn-Dollar-Mikofon.

Bis zu 92 Prozent des Originaltextes konnten die Forscher der kalifornischen Berkeley-Universität nach mehreren Programmdurchläufen rekonstruieren. Dabei teilt die Software die Tastengeräusche in 50 Klassen ein. Weil die Geräusche von einer Platte unter den Tasten herrühren, entsteht bei jeder Taste ein anderes Klacken.

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Das ist wie bei einer Trommel, die an verschiedenen Stellen angeschlagen wird. Dabei entstehen nicht nur unterschiedliche Töne, sondern auch Lautstärken. Auch so genannte "Stille Tastaturen" konnten so "abgehört" werden.

Werkzeug: Statistiken und ein Wörterbuch

Die Software entschlüsselt die gedrückten Tasten, indem Geräusch-Paare mit oft vorkommenden Buchstabenpaaren verglichen werden. Das Programm benutzt dafür bekannte statistische Werte. Im englischen kommen etwa die beiden Buchstaben "th" äußerst häufig und "qu" seltener vor. Zusätzlich gleicht die Software ermittelte Buchstabenfolgen mit einem Wörterbuch ab.

Je länger der geschriebene Text ist, desto genauer werden die Ergebnisse. Nach nur zehn Minuten können die Forscher schon 60 Prozent des Textes richtig entschlüsseln. Kurze Passwörter, die aus zufällig gewählten Buchstaben bestehen, können auf einer unbekannten Tastatur nicht entschlüsselt werden.

Die Software funktioniert nur mit englischen Texten. Die Wissenschaftler rechnen aber mit Nachahmern, die die gleiche Methode auch für andere Sprachen verwenden. Bislang ist nämlich noch kein Hacker auf das Entschlüsseln der Tastengeräusche gekommen.

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