Doppeltest: Hochwertige Ohrstöpsel von Shure
Unterschied zum Baumarkt-Modell fällt zu gering aus
Egal mit welchem der beiden Testkandidaten man sich die Gehörgänge verschließt, sobald die Teile einmal drin sind verkümmern alle Umgebungsgeräusche zu einem schwammigen Brei. Man fängt automatisch an lauter zu sprechen, obwohl der Player überhaupt noch nicht eingeschaltet ist. Gut 75 Prozent des gewohnten Lautstärkelevels reicht völlig aus für ein subjektiv gleich lautes Hörempfinden. Ein Druck auf die Play-Taste und man findet sich in seiner eigenen kleinen Welt wieder.
Die Musik scheint direkt dem Gehirn zu entspringen. Auch wenn es ein Werbetext ist, der oben zitierten Selbstauskunft von Shure über den E4c haben wir eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Den iAudio X5 haben wir so jedenfalls noch nicht erlebt. Bässe und Höhen sind dermaßen angenehm, dass man schon in Versuchung geraten könnte dem Geldautomaten einen kleinen Besuch abzustatten. Doch 300 Euro ausgeben? Vielleicht leistet der wesentlich günstigere E2c ja das gleiche...
Die Passform ist ähnlich gut, auf Grund des dickeren Gehäuses aber nicht ganz so angenehm in den Ohren wie die des E4c. Die E2c sind daher auch stärker gewinkelt als die teure Variante. Bewegt man den Kopf ruckartig hin und her, fallen sie schneller heraus. Beim Hörtest gibt es ebenfalls Unterschiede.
Die E2c klingen im Bass- und Höhen-Bereich ein wenig beschnitten. Insgesamt wirkt der Sound ein wenig emotionslos und nüchtern. Damit wir uns nicht falsch verstehen - zwischen den Kopfhörern vom Wühltisch und den E2c liegen Welten. Nimmt man aber halbwegs ordentliche Kopfhörer, wie sie etwa Samsung oder iAudio zu ihren MP3-Playern packen zum Vergleich, macht sich schon etwas Ernüchterung breit. Andersherum wäre es aber auch merkwürdig, wenn sich ein 300-Euro-Kopfhörer nicht wesentlich vom 99-Euro-Modell unterscheidet.
Fazit
Der Shure E4c wird zu unserem neuen Referenz-Kopfhörer. Wer tatsächlich 300 Euro für Ohrstecker übrig hat, dürfte wunschlos glücklich werden. Die meisten Menschen hören mittlerweile ja mehr Musik auf der Straße, statt in den eigenen vier Wänden. Da sind richtig gute Kopfhörer schon eine feine Sache. Die E2c haben uns ein wenig enttäuscht - zu gering fällt in unseren Ohren der Unterschied zu günstigeren Modellen aus. Zusätzlich verursachten beide Modelle nach einer halben Stunde leichte Ohrenschmerzen, auch bei mäßiger Lautstärke. Dies ist aber bauartbedingt, und bei der Konkurrenz genauso.
