Musik im Hirn für ziemlich viel Asche

Doppeltest: Hochwertige Ohrstöpsel von Shure



15.09.2005 16:03 Uhr

Die Marke Shure hat sich vor allem einen Namen im professionellen Event- und Konzertumfeld gemacht. Doch auch der betuchte MP3-Hörer auf der Straße soll ein Dauergrinsen verpasst bekommen. Wir haben uns das Modell E2c für circa 99 Euro, und den E4c für stolze 300 Euro näher angesehen. Wie groß fällt der Unterschied zwischen den beiden aus, und gibt es für 300 Euro prominenten Ohrenschmalz gratis dazu?

Shure E2c

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Den passenden Knopf im Ohr
  2. 2HD-Treiber für luftige Höhen
  3. 3Unterschied zum Baumarkt-Modell fällt zu gering aus
  4. 4Fazit

In Zeiten wo an allen Ecken und Enden geknausert wird bis die Zähne wegen Vitaminmangel ausfallen, ist es wichtig seinen eigenen Status in der Gesellschaft zu unterstreichen. Einfach mal einen auf dicke Hose machen. Wir bei netzwelt.de haben es natürlich richtig dicke, und trauen uns daher nur mit allerbestem Zubehör vor die Tür. Also haben wir uns den in unseren Augen besten MP3-Player geschnappt, zunächst die 300 Euro teuren E4c auf die Ohren gesetzt (das Preisschild bleibt selbstverständlich dran) und uns auf den Weg gemacht.

Den passenden Knopf im Ohr

In überfüllten Innenstädten, inmitten von Menschenmassen und in der U-Bahn sollen uns die Shure-Kopfhörer bitte mal klarmachen, wieso irgendjemand auf dieser Welt 300 Euro für Ohrstecker locker machen sollte.

Shure E4c

Beiden Paketen liegt eine ganze Armada von Aufsätzen für die richtige Passform bei. Zusätzlich gibt es noch eine praktische Transporthülle. Dem E4c-Käufer spendiert Shure noch eine Kabelfernbedienung für die Lautstärkeregelung. Beide Modelle werden direkt in den Gehörgang eingeführt. Klingt eklig, ist es irgendwie auch. Nicht umsonst gibt es vom Hersteller so sinnvolles Zubehör wie eine "Ohrenschmalz-Reinigungsschlaufe" oder die "Ohrenschmalzschutzvorrichtung." Letztere besteht aus einer kleinen Platte welche auf die Schallöffnung geklebt wird.

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Obwohl nur ein Drittel so teuer, macht der E2c rein optisch mehr her. In das halbtransparente, etwas wuchtige Gehäuse, haben die Entwickler jeweils einen dynamischen Mikrotreiber gepresst. Die Signale leitet ein vergoldeter 3,5-Millimeter-Klinkenstecker vom Player ans Ohr. Die Länge des Kabels beträgt 1,5 Meter. Mit einem Gewicht von 30 Gramm ist der E2c nur unwesentlich leichter als der E4c.

Dieser wiegt 31 Gramm und gibt sich äußerlich wesentlich gediegener. Aufgrund des weißen Gehäuses dürfte wohl klar sein welche Zielgruppe man bei Shure so im Auge hat, dabei ist der iPod in Sachen Klang nun wirklich nicht das Maß der Dinge. Die Schallöffnung ist wie beim kleinen Bruder ein wenig abgewinkelt. Auch der E4c schleift ein 1,5 Meter langes Kabel durch die Gegend.

HD-Treiber für luftige Höhen

Einen weiteren Unterschied gibt es bei der Wahl der Treiber. Im E4c sorgt jeweils ein "High Definition Treiber" für munteren Hörspaß. Außerdem kommt eine Technik namens "Tuned-Port" zum Einsatz. Sie soll die Luftzirkulation um die Treiber verbessern, und somit für ein extrem weites Frequenzband, mit brillianten Höhen und erweitertem Bassbereich sorgen - laut Hersteller zumindest. Wir werden den Unterschied hoffentlich heraushören.

Shure Kopfhörer E4c und E2c

Um ihre volle Qualitäten auszuspielen ist es wichtig das beide Kopfhörer exakt sitzen, und den Gehörgang dicht verschließen. Das Ohr wird beim Einsetzen am besten leicht nach oben gezogen, und die Hörer werden dann mit sanftem Druck eingesetzt. Im Vergleich zu "normalen" Kopfhörern ist dieses Procedere eine ganze Ecke umständlicher, zumindest am Anfang. Nach ein paar Gängen vor die Tür gehen die paar Handgriffe aber in Fleisch und Blut über.

Egal mit welchem der beiden Testkandidaten man sich die Gehörgänge verschließt, sobald die Teile einmal drin sind verkümmern alle Umgebungsgeräusche zu einem schwammigen Brei. Man fängt automatisch an lauter zu sprechen, obwohl der Player überhaupt noch nicht eingeschaltet ist. Gut 75 Prozent des gewohnten Lautstärkelevels reicht völlig aus für ein subjektiv gleich lautes Hörempfinden. Ein Druck auf die Play-Taste und man findet sich in seiner eigenen kleinen Welt wieder.

Die Musik scheint direkt dem Gehirn zu entspringen. Auch wenn es ein Werbetext ist, der oben zitierten Selbstauskunft von Shure über den E4c haben wir eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Den iAudio X5 haben wir so jedenfalls noch nicht erlebt. Bässe und Höhen sind dermaßen angenehm, dass man schon in Versuchung geraten könnte dem Geldautomaten einen kleinen Besuch abzustatten. Doch 300 Euro ausgeben? Vielleicht leistet der wesentlich günstigere E2c ja das gleiche...

Unterschied zum Baumarkt-Modell fällt zu gering aus

Die Passform ist ähnlich gut, auf Grund des dickeren Gehäuses aber nicht ganz so angenehm in den Ohren wie die des E4c. Die E2c sind daher auch stärker gewinkelt als die teure Variante. Bewegt man den Kopf ruckartig hin und her, fallen sie schneller heraus. Beim Hörtest gibt es ebenfalls Unterschiede.

Die E2c klingen im Bass- und Höhen-Bereich ein wenig beschnitten. Insgesamt wirkt der Sound ein wenig emotionslos und nüchtern. Damit wir uns nicht falsch verstehen - zwischen den Kopfhörern vom Wühltisch und den E2c liegen Welten. Nimmt man aber halbwegs ordentliche Kopfhörer, wie sie etwa Samsung oder iAudio zu ihren MP3-Playern packen zum Vergleich, macht sich schon etwas Ernüchterung breit. Andersherum wäre es aber auch merkwürdig, wenn sich ein 300-Euro-Kopfhörer nicht wesentlich vom 99-Euro-Modell unterscheidet.

Fazit

Der Shure E4c wird zu unserem neuen Referenz-Kopfhörer. Wer tatsächlich 300 Euro für Ohrstecker übrig hat, dürfte wunschlos glücklich werden. Die meisten Menschen hören mittlerweile ja mehr Musik auf der Straße, statt in den eigenen vier Wänden. Da sind richtig gute Kopfhörer schon eine feine Sache. Die E2c haben uns ein wenig enttäuscht - zu gering fällt in unseren Ohren der Unterschied zu günstigeren Modellen aus. Zusätzlich verursachten beide Modelle nach einer halben Stunde leichte Ohrenschmerzen, auch bei mäßiger Lautstärke. Dies ist aber bauartbedingt, und bei der Konkurrenz genauso.

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Kommentare: Doppeltest: Hochwertige Ohrstöpsel von Shure (1)

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E3c
28.09.06 21:28

Ich hab den E3c und kann nichts von Ohrenschmerzen sagen - selbstverständlich nur bei den ganz weichen Stöpseln. Die trage ich oft 10 Stunden am Tag - nach 10 Minuten merkt man die Dinger garnicht mehr.


(1) Kommentare

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