Kommerzielle P2P-Anbieter weltweit in Bedrängnis

Kommentar: Open Source dank RIAA & Co.

Open Source-Verfechter bemühen sich seit Jahren vergeblich darum, mehr Menschen von der Vorzügen freier Software zu überzeugen. Doch was Linux-Fans nicht schaffen, gelingt der Unterhaltungsindustrie im Handumdrehen: Mit ihren Klagen gegen kommerzielle P2P-Anbieter wie Kazaa, Grokster & Co. haben sie dafür gesorgt, dass Millionen von Netznutzern Open Source-Anwendungen wie Bittorrent, Emule oder Shareaza für sich entdecken.

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Janus Friis und Niklas Zennstroem haben es geschafft. Die beiden Kazaa-Gründer dürfen sich seit Montag Milliardäre nennen. Grund dafür ist allerdings nicht Kazaa, sondern die auf ähnlicher Technologie aufbauende VOIP-Software Skype. Kazaas Eigentümer sehen sich dagegen mit möglichen Milliardenforderungen konfrontiert

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Anderen Tauschbörsen-Anbietern geht es nicht eben besser. Grokster und Morpheus haben in den USA ihre Chance auf Freispruch vor dem obersten Gerichtshof verspielt. Ein koreanisches Gericht verfügte Anfang des Jahres die Schließung der Tauschbörse Soribada. Die Betreiber der taiwanesischen Tauschbörse Kuro müssen sogar für bis zu drei Jahre ins Gefängnis.

Millionen mit Werbebannern

Die Idee, mit Tauschbörsen reich zu werden, gehört damit der Vergangenheit an. Eine Weile hat das sogar ganz gut geklappt: Firmen wie der Kazaa-Betreiber Sharman Networks kassierten mit Werbebannern und Adware-Bundles Millionen. Doch kreative Köpfe entwickelten bald P2P-Alternativen, die ganz ohne lästige Werbung auskamen. Zahllose Nutzer schauten sich nach werbefreien Alternativen um und entdeckten dabei Open Source-Programme wie Emule oder Bittorrent.

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Mittlerweile gehören Open Source-Anwendungen zu den populärsten Tauschbörsen-Programmen. So verzeichnet Kazaas Fasttrack-Netzwerk nur noch rund 2,2 Millionen simultane Nutzer - weniger als halb so viel wie zu seinen besten Zeiten. Das Emule-dominierte Edonkey-Netz erreichte dagegen im Juli erstmals fünf Millionen simultane Nutzer. Kazaa & Co. könnten sich mit neuen Protokollen und Features wehren - wenn sie nicht bis zum Hals im juristischen Schlamassel stecken würden. So steuern sie langsam aber sicher ihrem Untergang entgegen.

Dank Emule, Bittorrent & Co. gibt es derzeit mehr Tauschbörsen-Nutzer als je zuvor. Die Entertainment-Industrie mag damit sich im Krieg gegen Tauschbörsen wie Kazaa als Sieger feiern. Doch der wahre Gewinner ist die Open Source-Bewegung.

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