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Windows-Tuning Teil 2: Unnütze Dienste abschalten
Bootvorgang und Betrieb beschleunigen

von Tobias Röhrig Uhr veröffentlicht

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Profis drücken die Startzeit für einen modernen Computer mit Windows XP auf unter 30 Sekunden. Um diesem Ziel näher zu kommen, erst einmal unnötige Autostart-Programme reduzieren, wie im ersten Teil beschrieben. Außerdem: Überflüssige "Dienste" aussortieren.

Profis drücken die Startzeit für einen modernen Computer mit Windows XP auf unter 30 Sekunden. Um diesem Ziel näher zu kommen: Erst einmal unnötige Autostart-Programme reduzieren, wie im ersten Teil beschrieben. Außerdem: Überflüssige "Dienste" aussortieren.

Das sind Teile von Windows, die ständig im Hintergrund arbeiten. Ein typisches Beispiel für einen überflüssigen ist der Dienst "Windows Zeitgeber". Er gleicht die Windows-Uhrzeit regelmäßig per Internet ab. Nur wer auf Sekundengenauigkeit Wert legt, benötigt den Dienst. Liebhaber von schnell startenden und arbeitenden Computern sparen sich solchen Schnickschnack, auch wenn er allein nicht viel Speicher benötigt.

Kein Risiko eingehen

Um auf Nummer Sicher zu gehen: Vor den Änderungen einen Wiederherstellungspunkt setzen. Er sichert alle Windows-Einstellungen. Das geht über "Start" >> "Programme" >> "Zubehör" >> "Systemprogramme" >> "Systemwiederherstellung".

Das Programm, das dann erscheint, ermöglicht sowohl das Anlegen der Sicherung, als auch das Wiederherstellen einer alten. Sollten sich Schwierigkeiten durch das Abschalten einiger Dienste ergeben, lässt sich der PC auf jeden Fall retten. Auf welche meist verzichtet werden kann, erfährt man auf der nächsten Seite.

Die Übersicht aufrufen

Je nach Computernutzung können weitere Dienste abgeschaltet werden. Die vollständige Liste der Dienste befindet sich unter:"Start" >> "Einstellungen" >> "Systemsteuerung". Wer noch nie die "Systemsteuerung" benutzt hat, muss erst die Darstellung wechseln, damit alle Symbole angezeigt werden. Der Screenshot zeigt, wie's geht.

Anschließend das Symbol "Verwaltung" doppelt anklicken. Danach öffnet ein weiterer Doppelklick auf "Dienste" die gesuchte Liste. Dort lassen sich die Dienste ein- und ausschalten. Dafür klickt man einen doppelt an und dann auf den Kasten neben "Starttyp". Die Option "Deaktiviert" bedeutet, beim nächsten Start fährt der Dienst nicht mehr hoch.

Generell gilt: Immer nur zwei bis drei Dienste auf einmal abschalten. Danach Rechner neu starten und schauen, ob noch alles läuft. Keine Probleme? Dann die nächsten Dienste in Angriff nehmen. Sollten Probleme auftreten, kann man den Dienst auf gleichem Weg wieder aktivieren - am besten vorher aufschreiben, ob er auf "Automatisch" oder "Manuell" eingestellt war.

Unnütze Dienste

Wer einen Brenner besitzt und die beigefügte Brennsoftware nutzt, kann auf die CD-Brennfunktion von Windows XP verzichten. Die ist ohnehin zweite Wahl und nicht gerade zu empfehlen. Der Dienst "Image CD-Brenn COM Dienste" also abgeschalteten. Für PCs ohne Brenner gilt natürlich das gleiche.

Da die wenigsten Menschen die Funktion zur Fernsteuerung ihres Computers über das Internet nutzen, kann "Netmeeting-Remote-Desktop" weg. Das macht den PC zudem sicherer, denn für Hacker ist so etwas geradezu eine Einladung. Gleiches gilt für die "Remote-Registrierung". Denn Zugriff auf die Registry sollten fremde Computer besser nicht haben.

Ebenfalls überflüssig ist der "Indexdienst", der die Suchfunktion von Windows beschleunigt. Das ist zwar eine nette Sache, verbraucht aber ordentlich Speicher. Die Suchfunktion funktioniert auch ohne Indizierung des Festplatteninhalts.

Gefährliche und nervige Dienste

Unnütz bis bedenklich ist auch die "Fehlerberichterstattung". Sie will ein Protokoll an Microsoft senden, sobald ein Programm abstürzt. Es beinhaltet oft sensible Daten. Da Microsoft für seine Software gefälligst eigene Tester beschäftigen soll, gehört der Dienst abgeschaltet.

Grundsätzlich gehört auch der "Nachrichtendienst" in den Ruhestand geschickt. Er wird im Internet oft missbraucht, um Werbenachrichten auf dem Bildschirm erscheinen zu lassen. Eine Meldung mit irgendeiner "wichtigen" Botschaft verweist dann zum Beispiel auf einen "heißen Chat". Das ist nervig und verbraucht Speicher.

Der "Taskplaner" wird häufig gar nicht benutzt. Mit ihm lassen sich beliebige Programme zu einer selbst gewählten Zeit automatisch aufrufen. Wer ihn nicht kennt, braucht ihn auch nicht - also abschalten.

Spezielle Dienste

Besitzer einer Grafikkarte mit Nvidia-Chip und -Treiber finden den Dienst "Nvidia Driver Helper Service" in der Liste. Das ist eine Hilfsfunktion des Treibers und unnötig. "Seriennummer der tragbaren Geräte" ist nur nötig, wenn DRM-geschützte Musik auf einen MP3-Player überspielt wird.

Wer weder einen Scanner, noch eine Digitalkamera besitzt, kann den Dienst "Windows-Bilderfassung" auf jeden Fall abschalten. Selbst Nutzer solcher Geräte können den Dienst probehalber deaktivieren. In unserem Test funktionierte der Zugriff auf die angeschlossene Digitalkamera noch problemlos.

Zwei kleine Speicherfresser

Die "Systemereignisbenachrichtigung" führt Protokoll über alle Fehler, Warnungen und Programmabstürze. Profis wissen das zu würdigen und sehen gelegentlich das Protokoll ein.

Der normale Nutzer analysiert aber meist nicht die Fehler, die den PC heimsuchen und kann auf die Speicherlast durch den Dienst verzichten. Abschalten macht den Start von Windows und den Computer schneller.

Wer den Eintrag "Hilfe und Support" im Startmenü noch nie benutzt hat, kann sich auch den gleichnamigen Dienst sparen. Das beeinträchtigt nicht die Hilfefunktion in den einzelnen Programmen. Eine Deaktivierung verbannt lediglich die lexikonartigen Erläuterungen über die Windows-Software. Das spart eine Menge Speicher.

Dienste für Windows und Netzwerkrechner

Windows XP kann mehrere Benutzerkonten verwalten. Dadurch hat jeder Nutzer seine eigenen Einstellungen und Programme, nachdem er sich beim Windowsstart angemeldet hat. Wer nur ein Konto eingerichtet hat, kann den Dienst "Kompatibilität für schnelle Benutzerumschaltung" deaktivieren.

Der Dienst "Automatische Updates" kann deaktiviert werden, wenn man die Updates lieber manuell oder überhaupt nicht herunterladen möchte. Bei Nutzern von schwarz kopierten Windows-XP-Versionen klappt die Update-Funktion zudem nicht. Seit diesem Sommer prüft Microsoft die installierte Seriennummer beim Windows-Update.

Für Computer, die sich nicht in einem Netzwerk befinden, sondern direkt am Internet hängen, können eine Reihe von Netzwerkdiensten abgeschaltet werden. Dazu gehören "Ablagemappe", "Computerbrowser", "Warndienst", "Upload-Manager" und "TCP/IP-NetBios-Hilfsprogramm".

Wer kein Wireless LAN, also Internet über Funk nutzt, braucht den Dienst "Konfigurationsfreie drahtlose Verbindung" nicht. Gleiches gilt für andere Hardware-Dienste. Etwa "Infrarotüberwachung", wenn der PC keinen Infrarot-Anschluss hat oder "Druckerwarteschlange", wenn kein Drucker installiert ist.

Zusatztipp für Rechner ohne Netzwerk

Bei Computern ohne Netzwerk lässt sich der Startvorgang zusätzlich beschleunigen, indem der Rechner eine feste IP-Nummer bekommt. Sonst wartet der PC beim Starten eine bestimmte Zeit, dass ein übergeordneter Netzwerkrechner ihm eine solche Nummer zuweist.

Um die IP-Nummer zu vergeben, auf "Start" >> "Einstellungen" >> "Netzwerkverbindungen" klicken und anschließend mit der rechten Maustaste auf das Symbol der LAN-Verbindung.

Ein Klick auf "Eigenschaften" ruft ein neues Fenster auf. Doppelklick auf die Zeile "Internetprotokoll (TCP/IP)" - auf dem Bildschirm erscheint erneut ein Fenster. Dort die Option "Folgende IP-Adresse verwenden:" anwählen.

In das oberste der drei Felder die IP-Adresse schreiben. Sie sollte üblicherweise mit "192.168." beginnen, der Rest ist frei wählbar. Ein Beispiel wäre "192.168.14.5". In das Feld Subnetzmaske kommt die Zahl "255.255.0.0", das unterste Feld einfach leer lassen. Anschließend einen grünen Punkt bei "Folgende DNS-Serveradressen verwenden:" und die beiden Felder ebenfalls leer lassen.

Noch mehr Netzwerk-Unsinn

Der PC sucht automatisch nach dem Start nach Netzwerkdruckern. Das ist Zeitverschwendung. In einem Fenster des Explorers oder Arbeitsplatzes auf "Extras" >> "Ordneroptionen" klicken, anschließend die Registerkarte "Ansicht" anwählen. Mit einem weiteren Mausklick den Haken der zweiten Option von oben, "Automatisch nach Netzwerkordnern und Druckern suchen", entfernen.

Der Computer sollte jetzt eine ganze Ecke schneller starten und auch während der normalen Nutzung etwas flotter sein. Im nächsten Teil gibt es Tipps, wie sich der PC im normalen Betrieb beschleunigen lässt. Dort wird unter anderem gezeigt, wie man die Registry schlanker macht, den PC schneller herunterfährt und Speicher verschwendende Bildschirmeffekte abschaltet.

Kommentare zu diesem Artikel

Profis drücken die Startzeit für einen modernen Computer mit Windows XP auf unter 30 Sekunden. Um diesem Ziel näher zu kommen, erst einmal unnötige Autostart-Programme reduzieren, wie im ersten Teil beschrieben. Außerdem: Überflüssige "Dienste" aussortieren.

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  • Hirn_PC_Beschädigter_User schrieb Uhr
    AW: News - Windows-Tuning Teil 2: Unnütze Dienste abschalten

    Extrem hilfreich! .. in einer digitalen Infolandschaft, die, die schon bürokratischen, nichtssagenden Begriffe von Microsoft auch noch wortgetreu auf Deutsch übersetzt, auch noch sinnlos nachplappert in Hilfsforen und -Seiten. (zB ''Die Sicherheitskontenverwaltung speichert Sicherheitsinformationen für lokale Benutzerkonten.'' .. und nicht für die Sicherheitskonten?! Hä? .. oder ''Klicken Sie auf diesen Hilfebutton, um Hilfe zu erhalten!'', dann wieder ''msvbvm60.dll fehlt oder ist beschädigt in Register 0x00000000f.'' .. Was jetzt, eigentlich?!) Lande infosuchend immer öfter auf netzwelt.de !! Danke für gesundes Deutsch! ;o)
  • Pitty07 schrieb Uhr
    AW: News - Windows-Tuning Teil 2: Unnütze Dienste abschalten

    Endlich mal ein paar gute Tipps, bei den ganzen Diensten weiß man ja schon gar nicht mehr, was man machen soll (als Laie)!!!!! Microsoft sollte den ehrlichen User (der eine Originale Betriebssystem-CD/DVD hat, darüber aufklären , welche Dienste der Nutzer braucht und welche er abschalten kann bzw.^^muss^^!!, denn man stelle sich vor : uuuuppsss....ein Virus im PC und dann auch noch so einer, der den ganzen PC tötet.!!!! Und wer ist Schuld ???? Irgendein Dienst vielleicht ? ups ...Microsoft hat den User gar nicht aufgeklärt. Ich finde, wer sich schon sooooo teure Betriebssysteme von Microsoft kauft, der hat es auch verdient, dass zumindest ein Beipackzettel (wie bei Medikamenten)in der gekauften CD bzw. DVD beiliegt !!!. Dann weiß man Bescheid. Ein kostenloses Betriebssystem, gibt es bei Ubuntu (in deutsch) einfach www.ubuntu.de (oder .com) eigeben und das Betriebssystem herunterladen. In der Comunity bei Ubuntu, wird man echt gut augeklärt (finde ich), Ich sehe schon vor mir: Ubuntu klärt Microsoft darüber auf, wie man sich bei den Kunden zu verhalten hat, denn sonst landet der eine oder andere vielleicht doch noch bei "Ubuntu" =Möchte das Microsoft" ?. Es ist 5 vor 12 (im übertragenden Sinn), also: Vielleicht einmal einen netten Brief an Microsoft schreiben ? Könnte sinnvoll sein, bevor der User -Microsoft verlässt-.
  • Anonym schrieb Uhr
    Re: Re: Re: News -...

    =D nee du hast kein problem weil dass ja die INTERNE IP is ... die ÖFFENTLICHE wird dir dynamisch zugewiesen und kann nicht verändert werden
  • Anonym schrieb Uhr
    Re: Re: News - Windows-Tuning...

    doch, hast du. bezieh einfach die ip noch automatisch, dann klappt alles.
  • MikeGraz schrieb Uhr
    Re: News - Windows-Tuning Teil 2:...

    Sicher eine der besten Erklaerungen zum Abschalten der Dienste, die ich gefunden habe- nur weiter so.... Nur eine Frage dazu : wenn ich kein Netzwerk fahre, aber per DSL ins Internet gehe, erhalte ich doch von meinem Provider eine dynamische IP Adresse. Wenn ich nun eine fixe IP Adresse (lt. Artikel) vergebe, habe ich dann nicht ein Problem, mich bei meinem Provider anzumelden? LG Mike
  • pos. Kritik schrieb Uhr
    Re: News - Windows-Tuning Teil 2:...

    Euer Tuning Extra ist echt klasse. bin schon alles durchgegangen und werd sicher auch noch alle anderen Berichte die noch kommen befolgen. mal sehn was ich aus meiner 2 Jahre alten windows installation noch so an Reserven raus holen kann. Im Moment dauert das starten bei mir nämlich auch ewig. Aber liegt wahrscheinlich an 2 teibern oder 2 verschiedenen videocodecs die nicht miteinander klar kommen. aber vieleicht kann ich ja mein Problem schon mit euerm Ratgeber lösen

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Windows-Tuning Teil 2: Unnütze Dienste abschalten
Windows-Tuning Teil 2: Unnütze Dienste abschalten
Profis drücken die Startzeit für einen modernen Computer mit Windows XP auf unter 30 Sekunden. Um diesem Ziel näher zu kommen, erst einmal unnötige Autostart-Programme reduzieren, wie im ersten Teil beschrieben. Außerdem: Überflüssige "Dienste" aussortieren.
http://www.netzwelt.de/news/72399-windows-tuning-teil-2-unnuetze-dienste-abschalten.html
2005-09-08 17:35:00
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