Kostenloses Pay-TV beunruhigt Fersehanbieter
Internetfernsehen: China entdeckt P2P-Streaming
Sie heißen Sopcast, Coolstreaming oder PPlive. Sie stammen aus China und basieren auf P2P-Technologie. Sie bieten Fernsehen zum Nulltarif - und rufen damit Programmanbieter und Hollywood-Studios auf den Plan.
China ist bekannt für seine ausufernde Piraterie. DVDs lassen sich dort für weniger als einen Euro an jeder Straßenecke kaufen. Die chinesische Regierung beteuert immer wieder, diesem Treiben einen Riegel vorschieben zu wollen. Doch Chinas kreative Piraten sind schon einen Schritt weiter: Mit P2P-basierten Streaming-Lösungen verbreiten sie Fernsehprogramme im Internet. Vollkommen kostenlos, versteht sich.
Neu ist die Idee eines P2P-Streaming-Netzes nicht. Radio-Fans versuchen bereits seit Jahren mit Programmen wie Peercast, P2P-Infrastruktur zum Verbreiten von Inhalten zu nutzen. Doch erst kommerzielles TV scheint P2P-Streams zum Durchbruch zu verhelfen. So berichtet das Wall Street Journal, dass der chinesische Anbieter Coolstreaming bereits bis zu 50.000 simultane Zuschauer verzeichnen konnte.
Coolstreaming hat sein P2P-Angebot als Test verstanden, der mittlerweile eingestellt wurde. Mit chinesischer Software wie PPLive und Sopcast lassen sich jedoch weiterhin Programme übers Netz empfangen. US-Fernsehsender und Hollywood-Studios erklärten dazu, sie seien bisher wegen des Herkunftslandes nicht gegen die Anbieter vorgegangen. Nicht so viel Glück hatte die deutsche Firma TCI. Deren P2P-Software Cybersky wurde Anfang des Jahres durch eine von Premiere beantragte einstweilige Verfügung gestoppt.

Streaming-TV im Internet ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, auch die chinesischen P2P-Plattformen werden immer beliebter. Nur leider schickt jeder Anbieter nur eine begrenzte Zahl von Sendern in den Äther. Das italienische Coolstreaming Mediacenter bringt alles unter eine Decke: Etwa 2.000 Streams und mehr als 300 P2P-Sender können Sie über diese Plattform empfangen - kostenlos.
Fußball-Bundesliga kostenlos über das Internet anschauen - P2P-Streamer aus Asien machen es möglich. Seit kurzem ist PPLive, die Vorzeige-Freeware der Fußballfans, nur noch über chinesische IP-Adressen erreichbar. Aber kein Grund zur Verzweiflung: Auch ohne umständliches Einrichten von Proxy-Servern kann die Bundesliga weiterhin in Deutschland empfangen werden.
Schlechte Zeiten für chinesische P2P-Plattformen: PPLive, in Deutschland bekannt durch die rechtlich unklare Übertragung der Fußball-Bundesliga, wurde wegen Verstößen des Copyrights verklagt. Laut Medienberichten aus China ist das nur die Spitze des Eisbergs.
Zunächst hat Google einen Fehler in den eigenen URLs als Ursache für Störungen des Hongkonger-Auftrittes vermutet. Doch nun scheint klar, dass die chinesische Web-Zensur am Dienstag den Zugriff auf die Google-Seite in Hongkong gesperrt hat. Auf der Informationsseite zu China heißt es YouTube, Blogs und verschiedene Webseiten seien für User in China ganz gesperrt. Google-Suche, News und Bilder waren vorübergehend nur eingeschränkt aufrufbar. Zudem fielen die mobilen Dienste aus.
Das 3G-Modell des Amazon Kindle ist auf dem chinesischen Graumarkt sehr begehrt. Mit dem Reader lassen sich nämlich Seiten wie Twitter und Facebook aufrufen, die eigentlich gesperrt sind. 




