Zukunft der Tauschbörse ungewiss
Kazaa: Wie geht es weiter nach dem Urteil?
Nachdem ein australisches Gericht am Montag gegen Kazaas Betreiber Sharman Networks entschied, ist die Zukunft der Tauschbörse ungewiss. Ein langer juristischer Kampf ist ebenso möglich wie ein Ende mit Überraschungen.
Das Gericht entschied am Montag, dass Kazaa seinen Nutzern den Bruch von Urheberrechten erlaubt hat. Richter Murray Wilcox verfügte, dass sich die Tauschbörsen und die Musikindustrie innerhalb von zwei Monaten auf einen Filtermechanismus zum Verhindern weiterer Urheberrechtsverletzungen einigen müssen.
Nun sind die beiden Streitparteien nicht eben für gute Zusammenarbeit bekannt. Es ist daher zu erwarten, dass es in zwei Monaten keine Lösung geben wird. Für diesen Fall nimmt sich Wilcox das Recht heraus, selbst spezifische Filter vorzuschreiben - oder Kazaa ganz zur Aufgabe zu zwingen.
Konkurs als letzter Ausweg
Kazaas Betreiber Sharman Networks haben bereits angekündigt, gegen Wilcox Entscheidung in Berufung zu gehen. Ihnen bliebt auch nichts anderes übrig: Hat das Urteil bestand, dann könnten sie zu Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe verbrummt werden. Gut möglich also, dass die Tauschbörse sich in den nächsten zwei Monaten gar nicht groß mit Filtern abgeben und ihr Geld statt dessen lieber in Anwälte anlegen wird.
Doch was passiert, wenn Kazaa auch in der nächsten Instanz verliert? Ein einfacher Ausweg aus der Schadensersatz-Falle könnte für die beteiligten Firmen der Konkurs sein. Kazaas organisatorisches und finanzielles Netzwerk ist so komplex, dass die Musikindustrie in solch einem Fall leer ausgehen könnte. Gleichzeitig müsste dies nicht das Ende für Kazaas Technologie bedeuten.
Neues Protokoll, neuer Name?
Nutzer könnten Kazaa wegen seiner dezentralen Architektur auch nach einer Pleite oder Schließung von Sharman Networks weiter verwenden. Kazaas Entwickler arbeiten zudem seit geraumer Zeit an einem neuen Protokoll namens Kubed. Denkbar wäre deshalb auch, dass die Tauschbörse unter einem anderen Namen auf Kubed-Basis wieder aufersteht. Dies wäre nicht die erste Wiedergeburt für Kazaa: Als die Gründer der Tauschbörse in den Niederlanden unter juristischen Druck gerieten, verkauften sie die Firma in einer Nacht- und Nebel-Aktion an den jetzigen Besitzer Sharman Networks.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

Ich tippe auf Kubed. Das würde zu deren Katz-und-Maus-Spiel am besten passen.