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06.09.2005
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Die netzwelt-Serie zur Bundestagswahl

Wahl-Spezial: Parteien zum Thema Filesharing

Filesharing

Gestern das Album von Robbie Williams, heute den aktuellen Blockbuster, morgen schwedische Gardinen - Filesharing ist ein beliebter, wenn auch gefährlicher Volkssport. Ob allerdings jeder Sauger sofort in den Bau soll, darüber haben die großen deutschen Parteien ganz unterschiedliche Meinungen. Auch das Recht auf private Kopien bewerten die einzelnen Fraktionen im Bundestag sehr unterschiedlich.

Filesharing ist nicht nur in der Unterhaltungsindustrie verrufen, sondern stößt auch bei ehrlichen Konsumenten auf Ablehnung. Solange der Teilnehmer gegen geltendes Urheberrecht verstößt, ist Filesharing nämlich ein illegaler Tatbestand. Daran wird sich auch nichts ändern, denn sowohl Rot, Schwarz, Gelb und Grün stehen dahinter. Unterschiedlich sind dagegen die Meinungen, wann und in welchem Umfang gegen Filesharer und Raubkopierer vorgegangen werden soll, und ob Kopien zum privaten Gebrauch auch digitaler Natur sein dürfen.

Eine Frage der Fahndung

Meist gelingt es Musik- und Filmbranche nicht, illegale Nutzer von Azureus, eDonkey, Kazaa und Co. ausfindig zu machen. Deshalb fordern sie von den Internetprovidern ein direktes Auskunftsrecht über die Verbindungsdaten einzelner Nutzer. Wie die Bundestagsparteien zu diesem Thema stehen, erfahren Sie im Wahl-Spezial zum Thema Datenschutz. Auch andere Aspekte wie Positionen zu Verschlüsselung und Privatsphäre werden dort geklärt.

Gechwächte Wertschöpfungskette

Wie die Unterhaltungsindustrie Tauschbörsen und Raubkopien sieht, kann sich jeder am Beispiel der Filmbranche vorstellen: Ausbleibende Kinobesucher, schwacher DVD-Verkauf, kopierte DVDs, kleine Verleihzahlen und später geringe Einschaltquoten. Für den Staat bedeutet das gleichzeitig Steuerausfälle und höhere Arbeitslosenzahlen. Während der Videothekenbesitzer seinen Job verliert, klagt der Konsument über höhere Preise, die auf den Kopierschutz zurückfallen. Und wenn der auch noch das Abspielen unmöglich macht, überlegt mancher sich zweimal, wie er am besten in den Genuß des Films kommt.

Private Sicherheitskopien und unerlaubte Weitergabe urheberrechtlich geschützter Werke über das Internet sind jedoch nicht die einzigen Punkte, über die sich die Damen und Herren im Bundestag Gedanken machen müssen. Auch die Existenz neuer, innovativer Dienste im Netz hängt von dem Themenfeld "digitale Privatkopie" ab. So hat beispielsweise der Online-Videorekorder Shift TV Probleme mit der RTL-Gruppe bekommen. Deren Programm dürfen die Shift-TV-Nutzer seit Mai nicht mehr aufzeichnen.


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