IFA-Bericht: HDTV - der Funke springt auf Deutschland über
Wann es endlich losgeht
Auf der IFA kündigte der Bezahl-Sender Premiere an, als erster Sender bereits ab November den HDTV-Startschuss zu geben. Drei Kanäle (Sport, Filme und Dokumentationen) sind in Deutschland und Österreich dann in HD-Qualität verfügbar. Auch Pro7/Sat1 ließ schon den ein oder anderen HDTV-Testballon steigen. Wann die anderen Sender, vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender nachziehen, ist noch offen.
Ein Zwischenziel auf der langen Etappe, weg von PAL, hin zum hochauflösenden Fernsehen, wird dabei die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Auf internationaler Ebene will und kann Deutschland sich nicht die PAL-Blöße geben. Vor allem in Fernost und den USA hätten die Zuschauer bestenfalls ein müdes Lächeln dafür übrig. Also werden Klinsmann und seine Mannen mit HD-Kameras eingefangen.
Otto-Normal-Fan muss sich die Spiele aber trotzdem mit maximal 442.368 Pixel im PAL-Format ansehen. Das gaben die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bereits bekannt. Immerhin führen die Kicker im Kinoformat, also in 16:9, ihre Tricks vor. Wer Kevin Kuranis Speichelfäden oder seinen exakt geschnittenen Bart detailierter bewundern möchte, muss sich ein Abo von Premiere gönnen.
Auf welchem Wege gelangt HDTV ins Wohnzimmer?
Hier wird es jetzt zum ersten Mal richtig unangenehm. Das gerade erst mit viel Tamtam eingeführte DVB-T, taugt von vornherein nicht für hochauflösendes Fernsehvergnügen, und begnügt sich mit PAL. Unter der Erde, beim Kabel, sieht es ähnlich aus. Auch dort reicht die aktuell verfügbare Bandbreite (noch) nicht aus. Zumindest nicht für die gleichzeitige Übertragung von PAL und HDTV. Was übrig bleibt, ist die hässliche Schüssel auf dem Dach. Hier sind bereits seit geraumer Zeit Testkanäle, wie "Astra HD", oder "HD1" auf Sendung.
