IFA-Bericht: HDTV - der Funke springt auf Deutschland über
Plasma, LCD, Rückprojektion - Welche Geräte werden benötigt?
Ein 720p-Bild hat zunächst einmal eine geringere Auflösung von insgesamt 921.600 Pixel. Im Gegensatz zum vermeintlich besseren 1080i-Standard wird das Bild "progressive", das bedeutet im Vollbildverfahren aufgebaut. Effektiv transportiert 720p also größere Datenmengen.
Welches Format ist nun das bessere? Auf einem durchschnittlichen Fernseher liefert 720p fast doppelt soviele Bildpunkte wie PAL und ist daher auch fast doppelt so scharf. Der Unterschied zwischen 720p und 1080i zeigt sich erst bei wirklich großen Anzeigegeräten. Als Faustregel gilt: 1080i macht erst ab einer Bildschirmgröße von circa 50 Zoll Sinn.
Wer als Aussteller zur IFA mit einem Röhrenfernseher im Gepäck anreist, telefoniert im Büro wahrscheinlich auch noch mit dem Wählscheibentelefon. LCD-Fernseher, Plasma-Bildschirme und Beamer sind der aktuelle Stand der Dinge. Doch welches dieser Geräte, die sich allein schon durch den Preis enorm von einander unterscheiden, sind für das private HDTV-Vergnügen nötig?
Prinzipiell sind alle drei Gerätegattungen für HDTV ausgelegt. Unterschiede gibt es neben dem Preis vor allem auch in den Abmessungen. Ein Rückprojektions-TV muss in seinem Gehäuse einen kompletten Beamer verstecken, was auf Kosten der Bautiefe geht. Daher lassen sich auch nur Plasma- und LCD-Fernseher an die Wand im Wohnzimmer hängen.
Auch HDTV-fähige Beamer gibt es mittlerweile. Für den normalen Fernsehalltag taugen die Projektoren aber nicht. Die teils recht nervige Betriebslautstärke, vor allem aber die hohen Kosten, die durch das Austauschen der Lampe fällig werden, sind äußerst unangenehm. Beamer eignen sich daher nur für gelegentliche Vorführungen, nicht aber für die tägliche TV-Dosis. Auf der IFA gab es zudem die ersten Beamer mit LED-Technik zu sehen. Bis diese aber reif, und vor allem bezahlbar sind, dürfte noch einige Zeit vergehen. Für den HDTV-Empfang benötigen alle Geräte zusätzlich einen Decoder.
