IFA-Bericht: HDTV - der Funke springt auf Deutschland über
Gutes "i", schlechtes "p"?
Sie haben es sich nach dem Feierabend bei Freunden gemütlich gemacht. Stolz wird Ihnen der neue Beamer präsentiert, von der Decke schwebt eindrucksvoll die Leinwand in Richtung Boden. Sie sitzen in relativ geringem Abstand zur Leinwand, sagen wir drei Meter entfernt. Zusammen wollen Sie sich das Fußballspiel der Nationalmannschaft ansehen.
Je näher Sie an der Leinwand sitzen, desto mehr fällt das pixelige Bild auf. Oliver Kahns grimmiges Gesicht erkennen Sie nur, wenn Sie den Abstand zur Leinwand vergrößern. Die Torpfosten sehen aus wie Elemente uralter Konsolen-Spiele.
Bei HDTV wiegt dieser Nachteil längst nicht mehr so schwer. Je größer Leinwand oder Monitor sind, desto mehr lässt der neue Standard die Muskeln spielen. Denn HDTV sorgt vor allem für eins - eine wesentlich höhere Auflösung. Die wird allerdings erst bei entsprechend großen Anzeigegeräten sichtbar. Auf dem kleinen Zweit-TV im Schlafzimmer werden Sie keinen Unterschied feststellen. HDTV ist also vor allem für Heimkino-Freunde interessant.
Die freuen sich jetzt schon wie die Schneekönige auf HDTV. Und da neue Technik stets möglichst verwirrend für Käufer sein sollte, kommt das hochauflösende Fernsehen in zwei unterschiedlichen Versionen - 720p und 1080i.
Die Buchstaben hinter den Zahlen stehen für das Verfahren, mit dem das Bild aufgebaut wird. "i" steht für "interlaced" und beschreibt das Halbbild-Verfahren. Ein 1080i-Bild setzt sich aus 1.080 Zeilen und 1.920 Pixel, also aus einer Gesampixelzahl von 2.073.600 zusammen.
| Format | Auflösung | Abtastung | Bilder pro Sekunde | Vollbild / Halbbild |
| 720p 50 | 1280 x 720 | Progressiv | 50 | Vollbild |
| 720p 60 | 1280 x 720 | Progressiv | 60 | Vollbild |
| 1080i 25 | 1920 x 1080 | Interlaced | 50 | Halbbild |
| 1080i 30 | 1920 x 1080 | Interlaced | 60 | Halbbild |
