Das Festnetz als Auslaufmodell?

IFA: Neue Telekom-Hardware stellt DSL in den Mittelpunkt

Abgesehen von einigen Festnetz-Telefonen besitzt so ziemlich die gesamte neue Telekom-Hardware einen Internet-Anschluss. Offenbar hat die Telekom erkannt, dass ihre Zukunft nicht im Telefon-Festnetz, sondern im Internet liegt und handelt auch danach. Endgültiger Strategiewechsel oder vorsichtiges Herumtasten?

Es wird ordentlich gewildert im Telekom-Revier. Und nun greift auch die Telekom ihr eigenes Territorium an - das Festnetz hat offenbar ausgedient. Denn mit neuer Hardware und passenden Diensten lockt die Telekom die Kunden ins Internet - weg vom Telefonanschluss, den sie den Kunden immer noch aufdrückt, wenn sie auch T-DSL wollen.

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Telekom als großer VoIP-Vorreiter?

Radikalster Ansatz ist wohl das SIPphone: Ein Gerät, das Telefon, Fax, SMS- und E-Mail-Empfänger ist und auch Videotelefonie beherrscht, zeigt die Telekom als Prototypen auf der IFA. Das analoge Festnetz hat hier keinen Platz. Denn das Gerät basiert, wie der Name schon sagt, auf dem SIP-Protokoll und kann deshalb weit mehr als ein Telefon. Weiterer Vorteil: Unterhalten sich zwei SIP-Teilnehmer, ist eine wesentlich bessere Sprachqualität möglich als beim herkömmlichen Telefon. Allerdings handelt es sich bei diesem Gerät nur um einen Prototypen.

Mit Sechs-MBit-DSL ist auch Video-on Demand kein Problem mehr. Deshalb gibt es bei der Telekom einen neuen Media-Receiver, einer Settop-Box für den Fernseher mit dem Namen "T-Online S100". Mit einem solchen Gerät macht Video-on-Demand natürlich mehr Spaß, als sich vor den Computer zu setzen. In Verbindung damit gibt es allerdings noch ein neues Gerät:

Fritz!Box-Klon von der Telekom

Dabei handelt es sich um ein Gerät, das fast dieselben Funktionen bietet wie die Fritz!Box Fon WLAN. Das Gerät hört auf den Namen "Speedport W 500V" und vereint DSL-Modem, Router, WLAN sowie VoIP- und Festnetz-Telefonanlage in einem Gerät. Wie auch die Fritz!Box Fon erleichtert das Gerät den Umstieg auf VoIP, weil es Festznetz- und Internet-Telefonie über ein Gerät erlaubt. Zusammen mit dem Media-Receiver soll das Gerät im Oktober für 49,95 Euro zu haben sein, allerdings in Verbindung mit einem T-Online-Vertrag.

So deutlich hat die Telekom noch nie auf VoIP gesetzt - die Zeichen der Zeit sind offenbar auch in Bonn verstanden worden. Jetzt gilt es für die Telekom, diesen Weg ernsthaft weiterzugehen, und VoIP entschlossen weiterzuverfolgen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

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