Branchenprimus antwortet auf AMD-Klage

Rechtsstreit AMD vs. Intel: Intel sieht sich als Sündenbock

Das Duell der Chipgiganten geht in die nächste Runde: Branchenprimus Intel hat jetzt eine Antwort auf die von AMD eingereichte kartellrechtliche Klage verfasst und dem zuständigen Bezirksgericht übergeben. In dem Dokument weist Intel alle Anschuldigungen vehement zurück und versichert, dass seine Geschäftspraktiken fair und legal seien.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Intel: AMD will sich vor Wettbewerb drücken
  2. 2Soll Intel als Sündenbock herhalten?
  3. 3Die Vorgeschichte im kurzen Überblick:

Intel: AMD will sich vor Wettbewerb drücken

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Die von AMD erhobenen Anschuldigungen seien faktisch inkorrekt und zudem widersprüchlich, so der kalifornische Prozessor-Riese. Darüber hinaus ziele AMDs Klage nur darauf ab, selbst die Preise erhöhen zu können, da man Intel durch den kostspieligen Rechtsstreit daran hindere, ein niedrigeres Preisniveau zu ermöglichen. Letztendlich bringe AMDs Klage den Endverbrauchern somit mehr Schaden als Nutzen. Dazu ein Auszug aus der Antwortschrift:

"Obwohl AMD die Klage angeblich eingereicht hat, um den Wettbewerb zu fördern, soll in Wahrheit genau das Gegenteil erreicht werden. Unter dem Schutzmantel des Kartellrechts will sich AMD vor dem Wettbewerb verstecken. AMD beabsichtigt, Intel daran zu hindern, niedrigere Preise für seine Produkte zu ermöglichen, um somit selbst höhere Preise berechnen zu können. AMDs farbenfrohe Sprache und die fantasievollen Anschuldigungen können nicht AMDs Ziel verbergen, sich selbst vor dem Preiswettbewerb zu schützen."

Soll Intel als Sündenbock herhalten?

Intels Firmenanwalt Bruce Sewell ist sogar der Ansicht, dass Intel in der Öffentlichkeit als Sündenbock für Fehler herhalten soll, die AMD selbst zuzuschreiben seien: "Innovation, Investition, Kundenorientierung und großartige Produkte haben über die Jahre hinweg zu Intels Erfolg geführt. Diese Dinge waren grundlegend für unsere Entscheidungen, die wir getätigt haben, als wir eine Veränderung der Industrie und den technologischen Fortschritt anstrebten.

Gleichermaßen hat AMD eigene Unternehmensentscheidungen getroffen, die seine Position am Markt bestimmt haben. Mit seiner Klage will AMD jetzt jedoch Intel statt sich selbst für die vielen geschäftlichen Misserfolge verantwortlich machen, die AMD erfahren musste, die aber eigentlich ein direktes Resultat von AMDs eigenen Handlungen oder seiner Untätigkeit waren."

Die Vorgeschichte im kurzen Überblick:

Ende Juni dieses Jahres reichte AMD beim US-amerikanischen Bezirksgericht in Delaware kartellrechtliche Klage gegen Intel ein. In der 48-seitigen Klageschrift wurde Intel beschuldigt, seine Monopolstellung auf dem Markt für x86-Mikroprozessoren auf rechtswidrige Weise aufrecht erhalten zu haben. Zur Bekräftigung der Vorwürfe wurden zudem 38 Unternehmen namentlich aufgeführt, die laut AMD die Anschuldigungen bestätigen könnten.

Zwei Tage später strengte AMD in Japan noch eine zweite Klage gegen Intel an, diesmal verbunden mit einer Schadensersatzforderung in Höhe von mehr als 50 Millionen US-Dollar. Nach eigenen Angaben sei AMD durch das wettbewerbswidrige Verhalten Intels ein immenser Schaden entstanden, den der Chiphersteller ersetzt haben wolle.

Dem von AMD angestrengten Kartellrechtsstreit ging bereits im März eine Verwarnung der japanischen Wettbewerbsbehörde FTC voraus, die Intel wegen unfairer Geschäftspraktiken rügte. Die Europäische Wettbewerbsbehörde ging damals ähnlichen Verdächtigungen nach, denen sie im Juli dieses Jahres eine Dursuchung mehrere Intel-Büros in ganz Europa folgen ließ.

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