Wieviele Pixel braucht die Digicam wirklich?
Digitalkamera-Technik: Die Megapixel-Lüge
Tobias Heinze
Die Werbung ist voll von Digitalkameras. Immer neue Modelle, immer neue Superlative. Die Qualität einer Digicam wird nicht selten an den Megapixeln fest gemacht, die das Gerät bietet. Weit verbreitet ist die Annahme, dass die Megapixel etwas mit der Bildqualität zu tun haben. Inwieweit das stimmt und was Auflösung und Sensor einer Digitalkamera wirklich für eine Rolle spielen, soll in diesem Artikel geklärt werden.
Kompakte Digitalkameras bis 500 Euro sind aktuell mit bis zu neun Megapixeln zu bekommen. Aber bedeuten mehr Megapixel auch automatisch das bessere Foto? Diese Frage kann definitiv mit nein beantwortet werden. Aber was sind die Megapixel eigentlich? Megapixel ist eine Maßeinheit für die Anzahl an Pixel auf einem Bildsensor einer Digitalkamera. Auch die Auflösung eines Digitalfotos wird oft in Megapixel angegeben. Ein Megapixel sind eine Million einzelne Pixel. Hat ein Sensor zwei Megapixel, so befinden sich auf seiner Oberfläche zwei Millionen lichtempfindliche Pixel.
Ein Sensor mit zwei Megapixel teilt ein Foto in zwei Millionen Bildpunkte. Das Foto hat eine Bildauflösung von zwei Megapixel. 1600 x 1200 Pixel wäre dieses Foto breit und hoch. Wer da ein wenig nachrechnet, bemerkt, dass das nicht ganz genau zwei Millionen Bildpunkte sind. Das stimmt auch, nur würde niemand eine 1,92 Megapixel-Kamera kaufen. Daher wird vom Hersteller hier ein wenig aufgerundet. Mit der Pixelangabe (1600 x 1200) lässt sich nun sagen, wie groß das Foto auf Papier gebracht werden kann.
Von der Auflösung zur Bildgröße
Dazu benötigt man noch die relative Auflösung des Druckers. Die relative Auflösung eines Druckers gibt an, wie viele einzelne Punkte auf einer bestimmten Länge gedruckt werden können. Die Maßeinheit dafür ist dpi (Bildpunkte pro Zoll, 1 Zoll = 2,54 cm). Ein Drucker, der 15 dpi schafft, würde 15 Bildpunkte auf 2,54 Zentimetern verteilen. Das wäre nicht gerade viel. Aktuelle Fotodrucker arbeiten mit rund 300 dpi. Diese relative Auflösung ist nötig, damit Menschen bei normalem Betrachtungsabstand (40-50 Zentimeter) die einzelnen Bildpunkte auf dem Foto nicht erkennen können und das Foto als qualitativ sehr gut beurteilen.
Für das Beispielbild lässt sich nun recht einfach berechnen, wie groß es in Fotoqualität gedruckt werden kann: 1600 Pixel stehen in der Breite zur Verfügung. Jeweils 300 davon werden vom Drucker auf 2,54 Zentimetern untergebracht. Die 1600 Pixel reichen für etwa 13,5 Zentimeter. 1200 Pixel füllen 10,1 Zentimeter bei 300 dpi Druckauflösung. Die maximale Ausgabegröße für das Bild in Fotoqualität wäre etwa 10 mal 13 Zentimeter. Soll das Foto als Poster gedruckt werden, dann sind aufgrund des höheren Betrachtungsabstandes zum Bild (ein Poster wird in der Regel von weiter weg betrachtet) größere Ausgabeformate möglich.
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Bei einem Artikel, in dessen Titel das Wort "Megapixel-Lüge" auftaucht, hätte ich mir etwas mehr Raum für die Probleme des Digitalzooms und der damit einhergehendenen interpolierten Auflösung gewünscht.
Siehe "Digitalzoom – Die wunderbare Welt der interpolierten Auflösung" - http://www.wirklichewelt.de/fotos/interpolierte_aufloesung.html
Der entscheidende Punkt wird im Artikel nicht erwähnt: mehr Megapixel können sogar zu schlechteren (!) Fotos führen, da häufig die gleiche Chipfläche mit mehr Bildpunkten befüllt wird. --> ein "Bildpunkt" erhält weniger Licht --> schlechtere Lichtempfindlichkeit --> mehr Rauschen........................
Eigentlich ist das Bildrauschen eher ein Problem der CCD-Größe: Je dichter die Transistoren beeinander sind, desto höher der Rauschwerte, weil sich die Transistoren gegenseitig beeinflussen.
Deshalb rauschen DSLR in der Regel auch wesentlich geringer als digitale Kompaktkameras.
Ich hätte auch das Verfahren der Interpolierung von Bildern erwähnt.
Ebenso sind verschiedene Bildsensoren verschieden rauschanfällig...
MfG
Gibt auch noch gravierende Unterschiede beim Rauschen zwischen APS und CCD Sensor.
Hab bis jetzt immer mehr Glück mit Canon APS DSLRs gehabt als mit CCDs.
Im Artikel wird leider ein Aspekt völlig außen vor gelassen:
Der Betrachtungsabstand zum Motiv.
Bilder in 9*13 oder 10*15 erwarte ich eher in einem Album bzw. halte sie in der Hand, was einen Betrachtunsabstand von ca. 40 cm ergibt. Vergrößere ich ein Bild z.B. auf A3 oder sogar A2 und hänge dies an die Wand, dann wird der Betrachter in der Regel mehrere Meter Abstand halten. Die Pixelung ist beim nahe herantreten durchaus zu sehen. Der größere Betrachtungsabstand sorgt jedoch dafür, dass das Auge das Motiv nicht in die kleinsten Details auflösen kann. Die Bildwirkung ist daher - natürlich motivabhängig - oft durchaus sehr gut.
Hallo,
du hast vollkommen recht. Ich werde sehen, dass ich das so schnell wie möglich vervollständige.
Danke für den Hinweis, der Betrachtungsabstand spielt natürlich für den Druck eine äußerst wichtige Rolle.
:winker:
Gruß
Zitat:
... und Fürst von Monaco wird sowas von Weltherrscher :-P
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