Devolos dLAN und die Netzwerk-Spiele
Erfahrungsbericht: Spielen über die Steckdose
Mobile Computing
Das Problem: Schlechte Pingraten
So konnte das nicht weitergehen. Ein Netzwerk-Check sollte Klarheit bringen und brachte prompt die Ursache für die Probleme ans Licht: Nicht die Spiele waren schuld, sondern die dLAN-Adapter. Die lieferten nämlich königlich schlechte Ping-Raten von rund 200 Milisekunden. Der Ping bezeichnet die Signallaufzeit. Ist die zu hoch, können Spiele nicht mehr ordentlich arbeiten. Zum Vergleich: Normalerweise kann ein Netzwerk problemlos Werte von unter einer Milisekunde liefern, das Redaktionsnetz liefert Pingraten von rund 0,32 Milisekunden und selbst ein Webserver wie Google oder die Wikipedia haben inzwischen Ping-Raten zwischen 60 und 200 Milisekunden.
Mit anderen Worten: Ping-Rate über die dLAN-Adapter ist alles andere als spieletauglich. Das erklärt die Wartezeiten im Spiel. Hinzu kommt noch der hohe Paketverlust: Rund 40 Prozent aller Datenpakete gingen beim Ping-Test über die Steckdose verloren. Paketverluste bemerkt man beim normalen Surfen bestenfalls als leichte Verzögerung oder Verringerung der Geschwindigkeit, weil sich Webserver und PC eben mehrfach austauschen müssen, um die verlorenen Pakete neu anzufordern. Bei Spielen allerdings kommt es dadurch zu erheblichen Behinderungen.
Das Fazit
Fazit: Spielen mit dLAN ist unmöglich. Eine Wiederholung des Versuchsaufbaus in einem anderen Haus brachte ähnliche Ergebnisse. Offensichtlich ist das Stromnetz zwar für die Datenübertragung geeignet, von "High-Speed", wie Devolo zur Zeit seine neuen dLAN-Adapter bewirbt, kann also eigentlich keine Rede sein. Zumindest wenn man die reinen Datenübertragungsraten außer Acht lässt.
Die Lösung für das Problem ist simpel, aber mit extremen Aufwand verbunden: Entweder, man stellt die Rechner zum Spielen nebeneinander und verbindet sich mit einem Switch. Oder man legt Netzwerkkabel im klassischen Sinne im ganzen Haus. Alternativ lässt sich natürlich WLAN nutzen. Das Problem dabei: Aus Wohnungen und Häusern, wo diese Lösungen nicht oder nur mit erheblichem Aufwand durchführbar sind, rekrutieren sich die dLAN-Kunden. Letztendlich hilft also dann doch nur das klassische Rechnerschleppen.
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