Eizo FlexScan S1910 im Test: Spieletaugliches LCD für Anspruchsvolle
Blickwinkelabhängigkeit und Interpolation
Qualitativ hält er mühelos mit dem L778 mit und übertrifft Sonys Konkurrenz-Modell SDM-HS95P noch in punkto Farb- und Schwarz-Darstellung. Ausleuchtungsprobleme verkommen beim Anblick des S1910 zu einem Fremdwort. Hier zeigt Eizo der Konkurrenz nicht bloß, wo der Hammer hängt, sondern auch, dass ein Flachbildschirm keine Spiegelungen benötigt, um gut auszusehen.
Laut Datenblatt betragen die maximal möglichen Sichtwinkel des S1910, wie für ein PVA-Display üblich, 178 Grad horizontal und vertikal. Das muss nicht viel heißen, da sich diese lediglich auf den Punkt beziehen, an dem der Kontrast auf einen Verhältnis von 10:1 absinkt, hier also auf ein Hunderstel des im Dunkelraum ermittelten Wertes. Doch das Einzige, was den S1910 von einem blickwinkelunabhängigen Röhrenmonitor unterscheidet, ist, dass seine Bildfläche bei extremen Einsichten etwas milchig erscheint. Einen derart homogenen Kontrastabfall bietet beileibe nicht jeder TFT-Bildschirm.
Wie viele wissen oder nicht wissen, besitzt ein Flachbildschirm nur eine optimale Auflösung. Sie beschränkt sich auf die tatsächliche Anzahl von Bildpunkten, welche sich wiederum aus winzigen Transistoren zusammensetzen. Wie alle handelsüblichen 17- und 19-Zöller verfügt der S1910 über 1.280x1.024 Pixel und muss gängige Auflösungen von 1.024x768 oder 800x600 Punkten herunterrechnen (interpolieren). Bauartbedingt leidet darunter die Bildqualität. Dennoch legt der S1910 wie der L778 ein hervorragendes Interpolationsverhalten an den Tag, das besonders bei Spielen zu gefallen weiß.
Spiele und Videos
Erwartungsgemäß schlägt sich der Eizo S1910 beim Zocken genauso gut wie der große Bruder L778. Zum einen verhilft er Spielen zu wunderschönen Texturen und Schattierungen sowie einer plastisch wirkenden Tiefe. Zum anderen glänzt er mit einer durchweg spieletauglichen Schlierenbildung. An den leichten Nachzieheffekten, die bei 3D-Shootern kaum, bei Renn- und Strategiespielen etwas deutlicher zu sehen sind, dürften sich höchstwahrscheinlich nur ein paar Sensibelchen der Hardcore-Gamer-Fraktion stören.
Filme werden auf dem Eizo FlexScan S1910 zu einem wahren Augenschmaus. Das gilt sowohl für komprimierte und DVD-Videos, als auch für DVB-T-Sendungen von der TV-Karte des PCs. Neben der hohen Blickwinkeltoleranz trägt das gleichermaßen helle wie farbenfrohe Bild entscheidend dazu bei. Wie beim L778 wird hier wieder einmal die Höchstpunktzahl fällig. Allerdings wirken Videos und Spiele auf dem L778 noch einen Tick besser, wenn der "C-Booster" zur dynamischen Kontrastanpassung zugeschaltet wird. Ein Betriebsgeräusch ist bei beiden Monitoren nicht wahrnehmbar.
Links zum Thema
- Test: ViewSonic VP231wb
- Test: ViewSonic VX924
- Test: Iiyama ProLite E511S vs. E481S
- Test: Sony SDM-P234
- Test: NEC 1970GX
- Test: Eizo L778
- Test: NEC 2180UX
- Test: Eizo L997
- Test: Sony SDM-HS95P
- Test: Dell 2405FPW
- Test: Dell 2005FPW
