ISO 100, ISO 200 - was ist das überhaupt?
Digitalkamera-Technik: Die Lichtempfindlichkeit
Tobias Heinze
Aber die gewonnene Belichtungsstufe kann auch in eine höhere Blende und damit mehr Schärfentiefe investiert werden. Der Fotograf muss entscheiden, was für die Aufnahme entscheidender ist. Sportfotos in der Turnhalle etwa entstehen häufig bei sehr hoher ISO (ISO 800 oder ISO 1600), da das Licht in der Halle schwach ist, scharfe Sportfotos aber eine sehr kurze Verschlusszeit verlangen.
Hohe ISO hat einen Haken
Situationen, in denen das Licht schwach ist, sind für die Digitalkamera die schwersten. Das wenige vorhandene Licht muss der Kamera für ein gut belichtetes Foto ausreichen. Ein lange Verschlusszeit könnte das wenige Licht sammeln, ist aber in der Praxis nicht sinnvoll - das Bild würde je nach Verschlusszeit schnell verwackeln. Die Kamera muss versuchen die Verschlusszeit so kurz zu halten, dass noch bequem aus der Hand fotografiert werden kann. Ist zu wenig Licht vorhanden, wird eine höhere ISO gewählt. Während ein anderer ISO-Wert in der analogen Fotografie mit einem Filmwechsel realisiert wird, bleibt bei der Digitalkamera der Sensor natürlich eingebaut.
Im Testbild sind ISO 100 bis ISO 400 einer Digitalkamera zu sehen. Gerade in den dunkleren Bereichen ist Bildrauschen deutlich zu erkennen. An den Pinselborsten zeigt sich bei ISO 400 ein klarer Detailverlust - ein weiteres Problem durch Bildrauschen.
Lediglich das Bild, das der Sensor aufzeichnet, wird digital verstärkt. Bei diesem Prozess werden aber leider auch Störungen verstärkt, die im Bildsensor und jedem anderen elektronischen Bauteil mehr oder weniger auftreten. Diese Störungen machen das Foto grobkörnig und mindern die Qualität. In der Digitalfotografie ist dieses Phänomen als Bildrauschen ein fester Begriff. Ein höherer ISO-Wert produziert mehr Bildrauschen als ein geringerer Wert.
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