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17.04.2006
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Dem Vampirblick auf der Spur

Digitalkamera-Technik: Der Blitz und die roten Augen

Tobias Heinze

Wie rote Augen vermeiden?

Digitalkameras bieten in der Regel verschiedene Blitzmodi an. Darunter findet sich fast immer ein Modus, der rote Augen im Foto verhindern soll. Dieser ist häufig mit einem kleinen Augensymbol neben dem Blitzzeichen im Display der Digitalkamera gekennzeichnet. Rote Augen sollen reduziert werden, indem das Gerät einen Vorblitz vor der eigentlichen Aufnahme aussendet. Dadurch soll sich die Pupille im Auge verengen. Bei der unmittelbar folgenden Aufnahme fällt nicht mehr so viel Licht in das Auge ein und rote Augen treten stark abgeschwächt oder sogar gar nicht mehr auf.

Das Problem an Vorblitzen ist, dass sie die Aufnahmedauer insgesamt verlängern. Spontane Fotos sind kaum möglich, da die Kamera bis zu einer Sekunde zwischen Vor- und Hauptblitz verstreichen lässt. Personen wenden sich häufig vorzeitig vom Fotografen ab, da der Vorblitz für das eigentliche Foto gehalten wird. Für spontane Schnappschüsse ist Blitzen mit Vorblitz nicht geeignet. Typische "Partyshots" nach dem Motto "Hey ihr beiden, mal hersehen und lächeln..." gelingen aber ganz gut, wenn einen Moment lang stillgehalten wird.

Für Porträts, die mit dem Blitz der Kompakten gestaltet werden sollen, empfiehlt es sich, das "Modell" vor der Aufnahme in eine helle Lichtquelle gucken zu lassen. Die Pupille verengt sich und der Rote-Augen-Effekt tritt kaum noch auf. Ein anderer Ansatz ist die kamerainterne Korrektur von roten Augen per Software. Nikon war der erste Hersteller, der digitale Kompaktkameras mit der automatischen Rote-Augen-Korrektur ausstattete. Das Foto wird bei diesem System mit normalem Blitz aufgenommen. Rote Augen werden dann automatisch vor dem Abspeichern des Bildes aus dem Foto entfernt. Spontane Aufnahmen sind so gut möglich. Es werden keine Anforderungen an den Fotografen gestellt. Einfach fotografieren und die Korrektur der Kamera überlassen. Jedoch hat man bei diesem Systemen keinen Eingriff in die Stärke der Korrektur. Die Person wirkt unter Umständen auf dem Foto unnatürlich.

Am wirkungsvollsten lassen sich roten Augen vermeiden, wenn auf den Blitz verzichtet wird. Mit ein wenig Grundwissen zur Fotografie entstehen so auch bei schwachem Licht scharfe Fotos. Fotografieren ohne Blitz schafft oft wesentlich stimmungsvollere Fotos. Denn die Lichtstimmung eines Fotos kann durch den geschickten Einsatz des Umgebungslichtes dramatisch intensiviert werden. Ist aber kaum Licht vorhanden, dann ist jeder Fotograf froh um den eingebauten Blitz. Wer nach den Regeln der Kamera spielt und das Blitzlicht richtig einsetzt, kann auch in schwierigen Lichtsituationen gute Bilder schießen.

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