Google gibt GMail frei - mit Einschränkungen

Google: GMail für alle!

Der umstrittene E-Mail-Dienst "GMail" des Suchmaschinenbetreibers Google hat die Pforten geöffnet: Der Dienst ist zumindest in den USA ab sofort für jeden erhältlich. Bisher hatte Google Wert darauf gelegt, die GMail-Nutzer in einem exklusiven Club zu halten. Zutritt gab es bisher nur über spezielle Einladungen, im Rahmen der Einführung von Google-Talk dürfen sich jetzt auch Handy-Nutzer anmelden.

Die Öffnung des Gmail-Dienstes in die USA hängt mit dem Release von Google-Talk zusammen. Der Instant-Messenger-Dienst auf Jabber-Basis soll dank Call-Funktion den etablierten VoIP-Tools Konkurrenz machen, Skype und AIM sollten sich also warm anziehen. Dank der Jabber-Unterstützung kommt Google-Talk zudem ohne separaten Client aus, auch wenn es entsprechende Software bei Google gibt.

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SMS-Anmeldung nur in den USA

Stefan Keuchel, Sprecher von Google gegenüber der Netzwelt: "Google-Talk kann nur von Anwendern genutzt werden, die über einen GMail-Account besitzen." Entsprechend hoch muss die Zahl der GMail-Nutzer sein. "Da wir Interesse haben, dass die Leute Talk benutzen", so Keuchel, "erlauben wir es in den USA, dass sich User per SMS bei GMail anmelden." Eine wirkliche Öffnung ist das nicht, der Anwender muss zumindest über ein Mobiltelefon verfügen, um sich bei GMail und Google-Talk anzumelden.

Um einen Account zu erhalten, muss sich der Anwender auf die Google-Talk-Website bemühen. Dort findet sich ein Link zur Anmeldung per SMS. Der Nutzer muss seine Handynummer angeben, woraufhin Google ihm einen Einladungs-Code zusendet. Mit diesem und der Handynummer kann er sich dann bei GMail anmelden. Leider geht das bisher nur mit US-Mobilfunk-Nummern. Zwar gibt es keine Fehlermeldung, wenn eine deutsche Nummer angegeben wird, allerdings setzt Google hinterhältig die Ländervorwahl der USA vor die Nummer. Deutsche Anwender werden also keine SMS bekommen, die geht entweder ins Leere oder auf ein US-Handy mit gleicher Nummer.

Spam-Schutz á la Google

Der Grund für die SMS-Anmeldung ist der Schutz vor Spammern. Die nämlich greifen gerne mal zu Freemail-Accounts, um ihren Müll zu verbreiten. Besonders die 2 Gigabyte Speicher von GMail sind für Spammer natürlich höchstgradig interessant. Mit dem System aus Einladungen und SMS-Bestellung wird sichergestellt, dass Google nicht von Spammern missbraucht wird, zumindest in der Beta-Phase, die immernoch läuft.

Ob und wann der Dienst auch deutsche Google-Nutzer sich per SMS anmelden können, ist fraglich. Stefan Keuchel: "Sie werden verstehen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh ist, Daten zu nennen." Verstehen vielleicht nicht, aber nachvollziehen auf jeden Fall. Auch in der FAQ gibt es auf die Frage, wann die SMS-Anmeldung in anderen Ländern funktionieren wird, nichts als eine Fehlermeldung.